Lateinamerika: Uni Bremen erhält Büste des chilenischen Literaturnobelpreisträgers Pablo Neruda

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Enthüllung der Büste durch den chilenischen Botschafter Jorge Eduardo O Ryan Schütz und Professorin Yasemin Karakasoglu (Foto: Uni Bremen)
Datum: 15. Februar 2014
Uhrzeit: 21:29 Uhr
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Autor: Redaktion
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Der Campus der Universität Bremen wird um eine Attraktion reicher: Am 7. Februar 2014 ist in einer Feierstunde im Hörsaalgebäude die Büste von Pablo Neruda der Universität Bremen übergeben worden. Es handelt sich dabei um eine Schenkung der Botschaft der Republik Chile und der chilenischen Kunstgiesserei Fundición Progreso, die durch den Bremer Honorarkonsul Chiles Reinhard R. Kütter vermittelt wurde. Die feierliche Übergabe fand im Beisein des chilenischen Botschafters in Deutschland S.E. Jorge O’Ryan Schütz und des Bremer Honorarkonsuls statt. In ihrem Festvortrag würdigte Professorin Delia González de Reufels vom Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bremen die literarische Bedeutung und das politische Wirken des chilenischen Schriftstellers, der 1971 den Literaturnobelpreis erhalten hat. Für den poetischen Rehmen der Veranstaltung sorgte Alsvaro Solar mit dem Flötisten Christian Vasquez.

In einem Grußwort wies Professorin Yasemin Karakasoglu, Konrektorin für Interkulturalität und Internationalität, auf die traditionellen Verbindungen der Universität Bremen zu Lateinamerika, insbesondere Chile hin. So hat die Universität Bremen nach dem Militärputsch in Chile vom 11. September 1973 gegen die gewählte sozialistische Regierung unter Salvador Allende zahlreichen Wissenschaftlern Zuflucht vor politischer Verfolgung geboten. 1978 waren acht Gastprofessoren aus Chile an der Universität tätig. Die Verbundenheit mit den Freiheitsbewegungen Lateinamerikas sind ein wichtiger Teil unserer Institutionsgeschichte. „Seither sind die Beziehungen der Universität Bremen zu Chile im Besonderen und Südamerika insgesamt ein wichtiger Bestandteil unserer internationalen Orientierung und Vernetzung“, betonte Karakasoglu.

Lateinamerikanische Kunst als Ausdruck politischer Aktion gehört zur Geschichte der Universität Bremen. So prägte die 1976 entstandene Wandmalerei „Antifaschistischer Widerstand in Chile“ zweieinhalb Jahrzehnte lang das Bild des Boulevards. In der Tradition der „Murales“ fertigte die berühmte Wandmalgruppe „Brigada Luis Corvalan“ – die sich später in „Brigada Pablo Nerude“ umbenannte – ein flächig-expressives Gemälde über Repression und Widerstand in Chile an.

Die Murales gingen aus der mexikanischen Bilderkunst der revolutionären 30er-Jahre hervor, die in Chile der Unidad Popular weiterentwickelt wurde. Mit dem Errichten der Glashalle und dem Umbau des Boulevards musste das Wandbild weichen. Heute ist es auf dem Erdwall vor dem Unibad der Verwitterung ausgesetzt. Es gibt aber Hoffnungen, das Bildmotiv zu retten.

Die der Uni Bremen geschenkte Büste von Pablo Neruda ist vom chilenischen Künstler José La Flor geschaffen worden. Er arbeitet eng mit der Giesserei Fundición Progreso. Beide haben sich zum Ziel gesetzt, Denkmäler chilenischer Persönlichkeiten mit ihrem Land verbundenen Institutionen im Ausland zu schenken. Der chilenische Botschafter Jorge O’Ryan Schütz freute sich bei der Feier in der Uni Bremen, dass die Büste Pablo Nerudas einen „angemessenen Platz in dieser Stadt findet, in dieser Universität als internationalem Ort, um sich zu begegnen und Verständnis für einander zu entwickeln.“

Die Büste Nerudas wird in einigen Monaten ihren endgültigen Standort an der Enrique-Schmidt-Straße hinter der Keksdose in direkter Nähe zur Büste von Simon Bolivar und in Sichtweite zum chilenischen Wandgemälde einnehmen. In der Zwischenzeit wird der Sockel für die Neruda-Büste angefertigt.

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