Tuberkulose in Lateinamerika auf dem Vormarsch

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Datum: 25. März 2010
Uhrzeit: 11:42 Uhr
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Autor: Redaktion
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Entgegen der früheren Annahme, die Tuberkulose (TB) sei so gut wie besiegt, ist sie heute die weltweit tödlichste (obwohl heilbare) bakterielle Infektionskrankheit. Die Zahl der Tuberkuloseerkrankungen ist in Deutschland zwar rückläufig, trotzdem steuern wir global auf eine Katastrophe zu, die sich auch auf die Industrienationen auswirken wird. Hauptgrund ist, neben der Tuberkulose-HIV-Ko-infektion, die Zunahme von Tuberkulose-Bakterien, die auf die wichtigsten Tuberkulose-Medikamente nicht mehr ansprechen.

Die Tuberkulose breitet sich – unter anderem als Folge der AIDS-Pandemie – weltweit wieder stärker aus. Betroffen sind besonders Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben sich allein im Jahr 2009 etwa 5.4 Millionen Menschen neu mit Tuberkulose infiziert und fast 2 Millionen starben an der Krankheit. Von den neu erkrankten Menschen waren fast 15 Prozent gleichzeitig mit dem HI-Virus infiziert.

Ein Impfstoff, der eine Tuberkuloseinfektion generell verhindern und die Verbreitung der Krankheit aufhalten kann, existiert nicht. Die Behandlung der Krankheit erfolgt heute durch eine Kombination verschiedener Medikamente (Tuberkulostatika). Sie müssen über Monate hinweg eingenommen werden. Anschließend sollten die Patienten noch zwei Jahre überwacht werden. Ein großes Problem ist die Entwicklung von resistenten Erregern, für die es zunehmend an wirksamen Präparaten fehlt. Einer von drei Tuberkulose-Patienten werde derzeit nicht versorgt, schrieb die WHO.

Die Ko-Infektion von Menschen mit HIV und Tuberkulose ist besonders dramatisch. Die beiden tödlichsten Krankheiten haben sich verbündet. Dadurch werden die Erreger resistent gegen bisher bewährte Medikamente. Bereits 12 Millionen Menschen sind mit beiden Krankheiten infiziert – Tendenz schnell steigend. Besonders in den Elendsvierteln in ganz Lateinamerika grassiert die oft als „Arme-Leute-Krankheit“ bezeichnete Tuberkulose. Unhygienische Bedingungen sind dabei der ideale Nährboden für die Krankheit.

In der Dominikanischen Republik gibt es mehr als 4.000 Menschen, die an Tuberkulose erkrankt sind. Die Sterblichkeitsrate liegt bei zwei Patienten pro 100.000 Einwohner. Statistiken belegen, dass die Todesfälle durch diese Krankheit im Jahre 2009 um 14%  im Vergleich zum Vorjahr anstiegen.

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