„Diamanten im Stachel des Skorpions“: La Silla-Observatorium in Chile macht neue Aufnahmen

eso

Der Sternhaufen Messier 7 (Foto: Eso)
Datum: 19. Februar 2014
Uhrzeit: 13:51 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Eine neue Aufnahme vom La Silla-Observatorium der ESO in Chile zeigt den hellen Sternhaufen Messier 7, der schon mit dem bloßen Auge nahe des Stachels im Sternbild Skorpion leicht zu erkennen ist. Er ist einer der auffälligsten offenen Sternhaufen am Nachthimmel, was ihn zu einem wichtigen Forschungsobjekt in der Astronomie macht.

Messier 7, auch unter der Bezeichnung NGC 6475 bekannt, ist ein hell leuchtender Sternhaufen mit etwa 100 Sternen, der sich etwa 800 Lichtjahre weit weg von der Erde befindet. In diesem neuen Bild vom Wide Field Imager am MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop zeichnet er sich gegen den sehr sternreichen Hintergrund aus hunderttausenden von schwächer leuchtenden Sternen in Richtung des Zentrums der Milchstraße ab.

Mit seinen etwa 200 Millionen Jahren ist Messier 7 ein typischer offener Sternhaufen mittleren Alters, der sich etwa 25 Lichtjahre weit über den Himmel erstreckt. Während ihres Alterungsprozesses werden die hellsten Sterne in diesem Bild – eine Population aus etwa einem Zehntel aller Sterne in diesem Sternhaufen – in heftigen Supernovaexplosionen ihr Ende finden. In noch fernerer Zukunft werden die verbleibenden schwächer leuchtenden Sterne, deren Anzahl weitaus größer ist, langsam auseinander driften, bis sie nicht mehr als Sternhaufen identifizierbar sind.

Offene Sternhaufen wie Messier 7 sind Gruppen von Sternen, die beinahe gleichzeitig und am gleichen Ort aus einer einzigen großen Gas- und Staubwolken in ihrer Muttergalaxie entstehen. Diese Sterngruppen sind für Wissenschaftler von großem Interesse, da die Sterne darin alle etwa gleich alt sind und dieselbe chemische Zusammensetzung besitzen. Dies macht sie zu Objekten von unschätzbarem Wert für die Erforschung der Struktur und Entwicklung von Sternen.

Ein interessantes Merkmal in diesem Bild ist, dass der Hintergrund, obwohl er dicht besiedelt mit Sternen ist, nicht einheitlich und merkbar von Staub durchzogen ist. Dies ist aller Wahrscheinlichkeit nach nur eine zufällige Anordnung des Sternhaufens und der Staubwolken. Obwohl es verlockend wäre darüber zu spekulieren, ob diese dunklen Fetzen eventuell die Überreste der Wolke sein könnten, aus der dieser Sternhaufen entstanden ist, hat die Milchstraße während der Lebenszeit dieses Sternhaufens schon eine ganze Rotation um die eigene Achse vollbracht und dabei viele der Sterne und eine Menge Staub durcheinander gewirbelt. Somit werden das Gas und der Staub, aus dem Messier 7 entstanden ist, und der Sternhaufen selbst schon vor langer Zeit getrennte Wege gegangen sein.

Schon im Jahr 130 nach Christus erwähnte der Mathematiker und Astronomen Claudius Ptolemäus diesen Sternhaufen als Erster. Er beschrieb ihn als einen „Nebel dem Stachel des Skorpions folgend“. Eine gute Beschreibung, wenn man bedenkt, dass der Sternhaufen mit dem bloßen Auge gesehen als ein diffuser heller Fleck auf dem hellen Hintergrund der Milchstraße erscheint. Zu seinen Ehren wird Messier 7 manchmal auch Ptolemäus’ Sternhaufen genannt. Im Jahr 1764 hat Charles Messier ihn als siebten Eintrag in seinem Messier-Katalog festgehalten. Später, im 19. Jahrhundert, beschrieb John Herschel das Erscheinungsbild dieses Objekts im Teleskop als einen „grob verteilten Haufen von Sternen“ – was es sehr gut auf den Punkt bringt.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!