Manipulationskampagne und sozialistische Märchenstunde der Regierung in Venezuela

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Präsident Maduro hat keine Kontrolle über bewaffneten Regierungsmob (Foto: Génesis Carmona)
Datum: 22. Februar 2014
Uhrzeit: 07:17 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Vinicius Love, Caracas (Leser)
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Täglich kommt es im südamerikanischen Venezuela zu heftigen und gewaltsamen Ausschreitungen. Studenten protestieren gegen die Regierung von Chavez-Nachfolger Nicolás Maduro, in den letzten Tagen waren bereits neun Tote zu beklagen. Die korrupte und von Chavistas beherrschte Justiz ist schnell bei der Schuldzuweisung, Untersuchungen werden erst gar nicht abgewartet und wie gewohnt kommt der Schuldige aus den Reihen der „Faschisten“.

Vor wenigen Tagen wurde die 22-jährige Génesis Carmona, ehemalige „Miss Tourimso“ des Bundesstaates Carabobo, erschossen. Ihr Onkel Luis Carmona betonte, dass Génesis zum ersten Mal in ihrem Leben an einer Demo teilgenommen hatte und bekräftigte, dass die friedlich protestierende Gruppe von maskierten Männern auf Motorrädern angegriffen und beschossen wurde.

Studenten sind die treibende Kraft hinter den aktuellen Protesten und demonstrieren gegen die vielen Morde und Gewaltverbrechen im Land. Venezuelas immer mehr zum Diktator mutierendes Staatsoberhaupt scheint nicht in der Lage zu sein, die Zusammenhänge überhaupt zu zu begreifen. Seit Hugo Chavez im vergangenen März starb (lt. Regierung), galoppiert das erdölreichste Land der Welt auf den Abgrund zu. Der ungeschickt agierende Ex-Busfahrer kann seinen Mangel an Charisma nicht kaschieren, im Stile eines angeschlagenen Boxers schlägt er blindlings um sich. Seine verbreiteten „Wahrheiten“ werden, wenn überhaupt, nur im Lager seiner schwindenden Anhängerschaft geglaubt.

Ein Beispiel für die Lügenpolitik von Maduro ist seine Stellungnahme zum Tod von Génesis Carmona. Ballistische Untersuchungen hätten ergeben, dass die tödlichen Schüsse aus den Reihen der gewaltsamen Oppositionsgruppen kamen. Der 23-jährige Héctor Rotunda, Student für Fremdsprachen an der Universität von Carabobo, räumt auf mit der sozialistischen Märchenstunde. Rotunde war ein persönlicher Freund von Carmona und nahm an ihrer Seite an den Demonstrationen teil. Wie bereits die Familie der ermordeten Frau bestätigte, waren plötzlich Gewehrsalven zu hören und die Gruppe suchte Schutz.

„Plötzlich lag Génesis am Boden und wir erkannten, dass sie eine Kugel in den Kopf bekommen hatte. Während der Demo kamen mehrere Gruppen von Motorradfahrern auf die Versammlung zu. Wir wussten, dass sie Anhänger der Regierung waren, da sie alle rote Shirts – die charakteristische Farbe des politischen Regimes in Venezuela – trugen. Sie sind organisiert, bewaffnet und dazu ermächtigt, die Kundgebungen der Opposition im ganzen Land anzugreifen. Es gibt mehrere Fotos die beweisen, dass sie sichtbar Waffen trugen und sie auch auf die Demo abfeuerten. Das Regime will der Bevölkerung eine Diktatur aufzwingen und wir sind damit nicht einverstanden. Es gibt viele unglückliche Menschen in Venezuela, das Land ist gespalten. Wir sind müde von dem, was wir erleben und nehmen den Missbrauch durch das Regime nicht mehr länger hin. Wir haben keine Angst und werden nicht eher ruhen und nicht von der Straße weichen, bis dieses System am Ende ist“, bekräftigt Rotunde in einem Interview.

Vor wenigen Wochen hatte auf Kuba der international unwichtige Gipfel der Gemeinschaft lateinamerikanischer und karibischer Staaten (CELAC) stattgefunden. Eine der Phrasen der im Karibikkommunismus vereinten Präsidenten von Venezuela und Kuba war dabei an Perversität nicht mehr zu überbieten: „Südamerika und die Karibik sind eine Friedenszone ohne Atomwaffen, die „bestehende Konflikte gewaltfrei“ lösen kann, wie zahlreiche Beispiele belegen“.

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