Krise in Venezuela: Gouverneur der Regierung distanziert sich von Maduro

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José Gregorio Vielma Mora mit Parlamentspräsident Diosdado Cabello (Foto: AVN)
Datum: 24. Februar 2014
Uhrzeit: 13:49 Uhr
Leserecho: 5 Kommentare
Autor: Redaktion
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In Venezuela distanzieren sich offenbar bereits die ersten Regierungsmitglieder von Präsident Maduro. José Gregorio Vielma Mora, Gouverneur des Bundesstaates Táchira, hat angesichts der Studentenproteste deutliche Worte gefunden. „Ich bin nicht einverstanden mit der Inhaftierung von Leopoldo López“, erklärte Mora in einem Interview. Um die Spannungen zu entschärfen und zum notwendigen Frieden zurückzukehren ist es nach seinen Worten notwendig, politische Gefangene frei zulassen. Gleichzeitig bezeichnete er die Militarisierung in San Cristóbal als „inakzeptabel“. Am Donnerstag (20.) hatte das per Ermächtigungsgesetz regierende Staatsoberhaupt ein Bataillon Fallschirmjäger in den Westen des Landes geschickt.

„Ich bin gegen Gewalt bei Demonstration und in Venezuela ist niemand berechtigt, Gewalt auszuüben. Es darf kein einziger Schüler getötet oder festgenommen werden“, so die deutlichen Worte des Gouverneurs. „Um Frieden zu erreichen ist es unabdingbar, dass jetzt alle aus politischen Gründen Inhaftierten sofort nach Hause geschickt werden“, fordert Vielma, der diesen Vorschlag an Präsident Maduro weiterreichen will. Er betonte, dass er innerhalb der Regierungspartei bereits als „Weichei“ bezeichnet wurde. „Ich bin nicht Teil des Systems, ich wurde von den Bürgern Táchiras gewählt“. Er versicherte, dass die Praxis der Zensur gegen seine Prinzipien verstoße.

Die Proteste hatten in San Cristóbal de Táchira am 12. Februar ihren Anfang genommen. Leute gingen auf die Straße, weil ein Vergewaltiger straflos davongekommen war. Daraufhin breiteten sich die Proteste im ganzen Land aus und forderten bisher mindestens elf Todesopfer.

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  1. 1
    Martin Bauer

    José Gregorio Vielma Mora steht schon lange in dem Ruf, ein vergleichsweise verantwortungsvoller Realpolitiker zu sein, weit mehr als ein Chavista oder Kommunist. In seinem Einflussbereich funktionierten die Dinge besser als anderswo, und die Korruptionsrate ist erstaunlich niedrig. Man sollte ihn keinesfalls zu den „Ratten“ zählen, die „das sinkende Schiff verlassen“.

  2. 2
    VE-GE

    Ich sehe das genau so Herr Bauer !

  3. 3
    thor

    na ja, wer Diosdado Cabello die Hand gibt…., der wird eh bald aus der PSUV rausgeschmissen und durch einen Hardliner ersetzt….

    • 3.1
      Martin Bauer

      Ganz sicher wird er das, wenn dem Regime dafür noch die Zeit bleibt. Es sieht aber eher danach auch, das dieses vorher „rausgeschmissen“ wird.

  4. entscheidend ist, dass die Proteste weiterhin forciert werden und nicht zur Tagesordnung uebergegangen wird, weil das Wetter so schoen ist und es mal wieder ein Kilo Mehl in den Geschaeften zu kaufen gibt. Wenn, dann muss es jetzt passieren, dass Maduro zum Abdanken gezwungen wird. Sei es durch die Opposition oder die eigenen Parteifreunde. Eine spannende Geschichte das alles.

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