Brasilien: Natur oder Eukalyptus?

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Kein Platz für Mensch und Tier: Holzplantagen sind grüne Einöden (Foto: Ivonete Gonçalves de Souza)
Datum: 25. Februar 2014
Uhrzeit: 07:44 Uhr
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Autor: Redaktion
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Das Umweltnetzwerk „World Rainforest Movement“ (WRM) hat die Region Bajo Parnaíba im brasilianischen Bundesstaat Maranhão besucht. 30.000 bis 40.000 Hektar hat der brasilianische Papier- und Zellstoffkonzern Suzano dort bereits in Beschlag genommen. Insgesamt sind im Nordosten Brasilien auf 560.000 Hektar Eukalyptus-Plantagen geplant.

„Suzano zerstört unsere Lebensgrundlagen: Unsere Obstbäume und Medizinalpflanzen, die Wildtiere, sogar die Schönheit und Weite der Natur“, beklagt ein Bauernführer laut der politisch unabhängigen Umweltorganisation „Rettet den Regenwald e.V.„. Demnach wurden bereits etwa zwei Drittel des Cerrado von der Sojaindustrie abgeholzt, von Viehzüchtern niedergebrannt oder als Rohstoffquelle für die Holzkohleherstellung vernichtet. Nun rodet Suzano den Cerrado für Eukalyptus-Monokulturen.

Der Konzern will laut WRM mit dem Holz nicht nur seine Papierfabriken beliefern, sondern auch in den lukrativen Energiemarkt einsteigen. Die zu Holzschnitzeln zerschredderten Bäume sollen an Kraftwerke und Pellethersteller in Europa verkauft werden. Die Erneuerbare Energien-Politik der EU forciert die Nachfrage nach Holz als Brennmaterial.

Für den Cerrado und dessen Bewohner sind die Eukalyptus-Monokulturen eine Katastrophe. Wenige Tiere und Pflanzen können darin leben. Auch die Böden und der Wasserhaushalt werden ruiniert. Der enorme Wasserbedarf führt dazu, dass der Grundwasserspiegel stark sinkt und Gewässer austrocknen.

Die Einwohner müssen ebenso weichen. Suzano macht sich dabei zu nutze, dass viele Bauern und ländliche Gemeinden bisher keine offiziellen Landtitel haben. Der Staat vergibt über die Köpfe der Menschen hinweg Landkonzessionen an die Firma.

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