Harsche Kritik: „Venezuela schadet dem regionalen demokratischen Bewusstsein“

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Die Wahrheit in Venezuela aus Sicht staatlich nicht kontrollierter/manipulierter Medien (Foto: Archiv)
Datum: 27. Februar 2014
Uhrzeit: 14:11 Uhr
Leserecho: 5 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die Regierungspolitik von Venezuelas Präsidenten Maduro trifft nur in Ländern wie Argentinien, Ecuador, Kuba, Bolivien und Nicaragua auf Unterstützung. Diese am Tropf Venezuelas hängenden Regierungen begreifen das politische System, in dem die Regierungspartei die Justiz und die Wahlbehörde völlig kontrolliert und manipuliert, die elektronischen Medien mundtot gemacht, den Printmedien das Zeitungspapier entzieht und das Parlament durch ein Notstandsgesetz ausgehebelt hat, als funktionierende Demokratie. Alle Proteste gegen das Regime werden als Umsturzversuche tituliert und finden geifernde Begeisterung bei linken/kommunistischen Verschwörern im In- und vor allem im nördlich gelegenen Ausland. Die uruguayischen Ex-Präsidenten Julio María Sanguinetti (1. März 1985 bis 1. März 1990 und vom 1. März 1995 bis 1. März 2000), Luis Alberto Lacalle Herrera (1. März 1990 bis zum 1. März 1995) und Jorge Batlle Ibáñez (1. März 2000 bis zum 1. März 2005) übten harrsche Kritik am Regierungsstil von Maduro.

„Was in Venezuela aktuell geschieht, erzeugt eine Wunde im demokratischen Gewissen Amerikas. Alle lateinamerikanischen Staaten und alle Organisation, die ein demokratisches Ziel verkünden, sind jetzt moralisch zur Hilfe verpflichtet. Der Frieden muss nach Venezuela zurückkehren – eine uneingeschränkte Versammlungsfreiheit und Meinungsfreiheit muss gewährleistet werden“, lautet die gemeinsame Erklärung der Politiker.

„Die friedlichen Proteste in Venezuela wurden gewaltsam unterdrückt und sind leider das vorhersehbare Ergebnis einer schrittweisen Reduzierung der Freiheiten im Land. Ein wirtschaftlicher Scherbenhaufen hat das Land in eine tiefe Inflation geführt und sind mit dem Leben einer modernen Gesellschaft nicht vereinbar“, so die ehemaligen Staatsoberhäupter.

Die Erklärung wurde veröffentlicht am Vorabend eines Besuchs des venezolanischen Außenministers Elias Jaua in Montevideo. Dieser will im Rahmen einer „informativen Tour“ durch die Länder des Mercosur über die Situation in seinem Land berichten und die „Wahrheit“ aus Sicht des Regimes erzählen.

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  1. 1
    Martin Bauer

    Die Stellungnahmen der Ex-Staatsoberhäupter ist ehrenswert. Besser wäre jedoch, amtierende Staatsoberhäupter würden ein paar klare Worte sprechen und denen Taten folgen lassen.

  2. 2
    Don Cacique

    So ist es,aber es ist doch wohl klar ,daß man nicht die Hand beißt die einen füttert.Die können denken was sie wollen ,sind aber auch in eine Abhängigkeit eingebunden.

  3. 3
    lama felix

    Richtig: Ex-Staatsoberhaeupter koennen zwar kraftvolle Worte formulieren, haben aber im aktuellen Prozess in Venezuela die Wirkung eines verdorbenen Plazebos :-((

    Ich wuerde auch gerne was von den amtierenden „Volksvertretern“ hoeren. Nur sie koennen Druck auf das Regime in Venezuela ausueben, nicht die pensionierten Praesidenten.

  4. 4
    Inge Alba

    ja, was nutzen diese Ehemaligen, aber besser als nicht´s oder? Selbst wenn die aktuellen Politiker den Mund aufmachen, was nutz es? Man muss mal genau formulieren was eigentlich gewollt oder ungewollt ist. Einmischung des großen Bruders (USA) ? wird er dann auch gleich wieder Verteufelt, da er dann angeblich nur hinter dem Erdöl her ist? Einmischung der EU,Worte der EU, was will man hören, welche Taten will man sehen? Ist da die Opposition geschlossen? Man sieht ja schon hier in dieser relativ kleinen Plattform, Einmischung von Aussen (Kapitalistenschweinen) nicht erwünscht, die Menschen in Vzla. müssen schon genügend Einmischung von Aussen von Seiten Pro Regierung (Kuba, usw.) akzeptieren, die Mehrzahl will keine Einmischung von Seiten der Amis und Europäer, oder sehe ich dies falsch???? Wenn man mehr Einmischung wünscht, dann muss die Opposition dies klar und einfach formulieren und ansagen, ein offenes Ohr gibt es immer.

    • 4.1
      Martin Bauer

      Einmischung von aussen will sicher niemand in Venezuela, Unterstützung dagegen schon. Das ist durchaus nicht das selbe, es wird nur von jeweils der Partei, der die Unterstützung der Gegenseite zum Nachteil gereicht, als Einmischung bezeichnet. So sieht das Volk das Engagement Kubas als Einmischung, ja sogar als militärische Besatzung, die Regierung dagegen nennt es „brüderliche Unterstützung“.

      Unterstützung erfahren Volk und Opposition Venezuelas bereits, auch wenn dies nicht augenfällig ist und auch nicht sein soll. Die Reisen der Oppositionsführer in der Vergangenheit waren sicher nicht vergebens, auch wenn, oder gerade weil, man Resultate nicht an die grosse Glocke hängte. – Es sind allerdings weniger Regierungen, die an den Fäden ziehen, schon gar nicht „die USA“ oder „die EU“, als vielmehr private Gruppen beiderseits des Atlantiks, Leute mit sehr grossem Einfluss auch auf Regierungen, die erst mal Chávez‘ Schicksal dem Lauf der Natur überlassen haben, um sich dann dem Nachfolger zu widmen. So, jedenfalls, stellt es sich mir da. Eingeweiht hat mich keiner.

      Was man will, ist eindeutig: Schluss mit dem gesamten sozialistisch-kommunistischen Spuk in Lateinamerika und wenn es geht, überall in der Welt, zum Wohle aller Beteiligten, aussgenommen jener, die zum Essen noch immer Hammer & Sichel benutzen.

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