„ITB Berlin“: Mexiko – Magie im Spiegel der Moderne

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Mexiko: LIVE IT TO BELIEVE IT! (Foto: latinapress/ Gabriela Wojtiniak)
Datum: 07. März 2014
Uhrzeit: 07:57 Uhr
Ressorts: Mexiko, Welt & Reisen
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Sprachkurs Spanisch (Mexiko)

Wussten Sie eigentlich, dass der Tequila zum UNESCO-Welterbe gehört? Und dass sich nicht alles, was nach Tequila aussieht, auch so nennen darf? Denn echter Weltkulturerbe-Tequila muss aus dem Bundesstaat Jalisco kommen und mindestens 51% der blauen Agave enthalten. Schon die Azteken wussten um die Wunderwirkung des Aguamiel, des Honigwassers, das aus den Piñas, den Zapfen oder Herzen der Pflanze, gewonnen wird. Der gegärte Agavensaft diente ihnen als Opferwein wie als Rauschgetränk. Und nachdem Anfang des 18. Jahrhunderts im Städtchen Tequila im Staate Jalisco die erste Destilería gegründet war, begann der Siegeszug des einstigen Göttertranks und „Gleitmittels des Machismus“ (nach Carlos Monsivaís, 2010 verstorbener mexikanischer Autor) durch die Tavernen dieser Welt.

Längst ist er auch in feinen Restaurants zuhause, dort vermutlich als Añejo, dem erlesensten unter den Sorten. Die teuerste Flasche Tequila soll eine Million Dollar kosten. Der Tequila-Rat, der anhand der Tequila-Norm prüft, dass der Inhalt der Flasche erfüllt, was das Etikett verspricht, hat vier Sorten anerkannt: den Blanco (abgefüllt nach der Destillation), den Joven, der nach 60 Tagen ein mildes Getränk abgibt, den nach mehr als 60 Tagen ‚ausgeruhten’ Resposado und den exquisiten Añejo. Dazu Mariachi-Musik, und fertig ist der Traum vom wilden Mexiko. Wer es so richtig krachen lassen will, steigt in Guadalajara in den Tequila-Express und rauscht durch das blaugrüne ‚Meer’ der Agavenfelder bis nach Amatitán zur Tequila-Verkostung.

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Auf der Mexiko-Pressekonferenz der ITB am Donnerstag gab es (noch) keinen Tequila, aber Mariachi begleiteten das Hohelied, das die Vertreter mehrerer Bundesländer auf ihr Land sangen. Zur Feier der Messetage hat der Mexikanische Rat für Tourismusförderung einen wunderbaren Reiseführer durch sein faszinierendes Land erstellt – Superlative, wohin man auch blättert: Das Land mit den meisten UNESCO Welterbestätten und der größten Stadt mit den meisten Museen (133) der Welt, 16.888 Hotels und 9000 km Strand, 360.000 km Straßennetz und 60 Flughäfen, 37.276 Archäologischen Stätten, magischen Dörfern, dem meisten Silber und Ökokaffee; die Wiege der mysteriösen Maya-Zivilisation, die Heimat der Schokolade… Die Liste ist lang, und sie abzuarbeiten, müsste man wohl mehrere Leben lang als hauptberuflicher Tourist unterwegs sein. Da dies aber eher unwahrscheinlich ist, versuchen wir das Mögliche. Beginnen wir beim Anfang, in Cancún, wo nicht nur die Wiege des mexikanischen Tourismus und ein moderner Flughafen stehen. An der Riviera Maya sagen sich luxuriöse Moderne und präkolumbianische Mystik Gute Nacht, besonders in Tulum, einer einzigartigen Maya-Stätte, von der sich ein atemberaubender Blick auf die Karibik bietet.

Verliebte können kaum widerstehen, das belegen die 36.000 Hochzeiten, die jedes Jahr hier geschlossen werden. Auch in Acapulco wird gern geheiratet oder geflittert. Vorwiegend von Präsidenten oder Schauspielern, John F. Kennedy entführte seine Jackie auf Hochzeitsreise nach Acapulco, und Elizabeth Taylor heiratete hier Mike Todd. Auch mit Richard Burton ging Liz die Ehe in Mexiko ein, allerdings nicht in Acapulco, sondern in Vallarta-Nayarit im Bundesstaat Jalisco, wo sie den Die Nacht des Leguan drehten und gleich dort blieben.

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Wer nicht in den ‚Hafen’ (so nennen die Mexikaner die Stadt seit 1950) der Ehe einlaufen möchte, kann auf den Filmspuren von Acapulco mit Elvis Presley oder Orson Welles Kultfilm Die Lady von Shanghai Urlaub machen und sich in einem der luxuriösen Boutique Hotels Frank Sinatras Song „Come fly with me“ auflegen lassen. Die schönsten Korallenbänke der Welt liegen zwischen der Isla de Sacrificios (Opferinsel) und der Küste von Veracruz am Golf von Mexiko, auch als längste Bar der Welt bekannt. Die gleichnamige Stadt ist ein beliebter Silvesterparty-Ort, während sich Boca del Río zur ‚Goldenen Zone’ der Reichen und Schönen gemausert hat.

Ein MUSS ist dies allerdings nicht. Mexiko-Stadt dagegen umso mehr.Mexiko steht weltweit auf Platz drei der Welterbe-Städteliste, nur Italien und Spanien haben ein paar mehr. Zu den zehn Städten des Landes gehört Mexiko-Stadt. Der moderne Lateinamerikanische Turm überragt die weltweit bekannten, historischen Monumente – die Kathedrale, die Säule des Engels der Unabhängigkeit, vorspanische Tempelanlagen. Im Palast der Schönen Künste, selbst UNESCO Welterbe Gebäude, sind Arbeiten der drei großen mexikanischen Wandmaler Diego Rivera, José Clemente Orozco und David Afaro Siqueiros zu sehen. Das Museo Frida Kahlo, die Casa Azul, ist längst Pilgerstätte für die Fans der bedeutendsten mexikanischen Künstlerin.

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Wer nicht in Mexiko-Stadt war, ist nicht in Mexiko gewesen.Auch in Yucatan MUSS man gewesen sein, der ‚tierra mágica’, durch die man in die geheimnisvolle Welt der Maya eintritt, die heute noch lebendig ist. ‚Yo soy otro tú – Tú eres otro yo’ (sinngemäß: ich bin du, du bist ich) – in diesem Gruß der Maya vereint sich ihr Konzept von der Einheit der Welt.

Die Landeshauptstadt Mérida, von den Mexikanern auch ‚weiße Stadt’ genannt, ist eines ihrer gut gewahrten Geheimnisse. Auch die archäologischen Komplexe Chichen Itzá und Uxmal gehören zum Welterbe, und die Kirche San Ildefonso gilt als älteste des Kontinents..Puebla im gleichnamigen Bundesstaat, die ‚Stadt der Engel’, von den während der Kolonialzeit in Mexiko geborenen Spaniern gegründet, ist nicht nur UNESCO-Welterbe, sondern trägt auch den Titel ‚heldenhaft’. Der stammt aus der siegreichen Schlacht von Puebla gegen die französische Armee.

Puebla nennt 2600 historische Gebäude eine der bedeutendsten kolonialen Fundgruben auf dem amerikanischen Kontinent ihr eigen. Die Sammlung der Palafox Bücherei besteht aus 40.000 Exemplaren, vorwiegend aus der Zeit vor der Unabhängigkeit. Der Vergnügungspart ‚Parque Lineal’ gehört nicht zum Welterbe, aber sein Riesenrad steht als größtes im Guinness-Buch der Rekorde.

LIVE IT TO BELIEVE IT! Weil darüber schreiben auch zu lange dauern würde.

Übrigens: wussten Sie, dass auch die mexikanische Küche von der UNESCO (im Jahre 2010) zum Weltkulturerbe erklärt wurde?

Darauf einen Tequila!

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