Proteste in Venezuela: Journalistin berichtet von brutaler Repression gegen Studenten

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Proteste gegen die Regierung werden zunehmend gewalttätiger (Foto: Archiv)
Datum: 07. März 2014
Uhrzeit: 11:29 Uhr
Leserecho: 12 Kommentare
Autor: Redaktion
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Im südamerikanischen Land Venezuela ist keine Entspannung in Sicht. Die Proteste gegen die linke Regierung gehen weiter und forderten am Donnerstag (6.) drei weitere Todesopfer. In Altamira, einem Verwaltungsbezirk in der Hauptstadt Caracas, berichtet Bürgermeister Ramón Muchacho von einem besonders brutalen Vorgehen der Polizei. Demonstranten wurden wahllos zusammengeprügelt, mindestens 15 Studenten verhaftet.

Die Journalistin Mildred Manrique berichtete via Twitter, dass die Beamten der Bolivarischen Nationalpolizei wie „wild“ gegen Studenten vorgingen, die Schutz in Gebäuden in der Umgebung suchten. Sie betonte, dass die Studenten friedlich protestierten. Plötzlich tauchte ein Gruppe von Soldaten auf und feuerte Tränengas in die Menge. „Die Beamten nahmen mehrere Studenten fest und prügelten brutal auf sie ein“, so die Augenzeugin. Nutzer sozialer Netzwerke stellten Videos ins Internet, die das Vorgehen der Sicherheitskräfte im Stadtteil Los Ruices beweisen sollen.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Marco Calde

    Wie ist die Lage denn momentan? Nimmt die Bewegung eher zu oder eher ab – es wurde ja auch schon mehrmals geschrieben, dass es sich ein bisschen abflacht.

    Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, über die mobile Version auch zu kommentieren?

    • 1.1
      Martin Bauer

      Von Abflachen kann keine Rede sein. Es ändern sich nur Form und Taktik des Widerstandes. Gestern und heute gab es Demonstrationen im ganzen Land. Gestern mit Toten, heute anscheinend nicht, bisher jedenfalls. Aus Caracas kam zwar eine Nachricht über ein Todesopfer, die aber nicht bestätigt wurde.

      Die Repression überlässt die Regierung zunehmen den Collectivos, weil die Guardia Nacional anscheinend mit ihren Mitteln des schiren Terrors am Ende ist, ohne etwas auszurichten. Die vermummten „Volkserzieher“ von Chávez schiessen wahllos, um zu töten. Diese Form der Gewalt in diesem Umfang will sich die Regierung wohl selber nicht auf die Fahne schreiben. Doch jeder weiss, dass die Collectivos von der Regierung geschickt und von ihr sogar beschützt werden, wie heute auf Videos aus Caracas zu sehen war.

      Dennoch gehören die Toten der letzen Tage überwiegend zu Bediensteten und Anhängern der Regierung. Das Volk bewafftet sich zusehends, nicht zuletzt auch, um die eigenen Wohnungen zu schützen. Gestern sah ich sogar, wie sich ein Armeeoffizier mit seinem Geländewagen an der Errichtung schwerester Barrikaden aus Stahl beteiligte, mit Material, dass von zerstöreten Regierungseinrichtungen stammt. So wurde auch das Gebäude des Ministerium für Wissenschaft und Technologie in Valencia gestürmt und in Brand gesetzt. Irgendwie verständlich, denn Nenenswertes hervorgebracht hat diese Institution wohl noch nicht…

      • 1.1.1
        annaconda

        Hier in Merida geht der Widerstand unvermindert weiter,gestern waren bis nachmittags schon 20 Verletzte zu verzeichnen.Jeden Tag wird weniger die „Zusammenarbeit“ der Nationalgarde und Polizei mit bewaffneten Banden versteckt.Eine Regierung von Kriminellen,hat mit Hilfe ihrer Kriminellen,der Zivilbevoelkerung den Krieg erklaert!.Wenn Maduro,schreit das Chavista Volk wuerde die Proteste ersticken,so fragen wir uns hier ,wen er als „Volk“ bezeichnet? Bisher sind nur bewaffnete Motorradbanden an der Front um die „Revolution“ zu verteidigen und dies auch nur solang sie ihren „Gehalt“ bekommen.Die megazynische Regierung veranstaltet „Friedenskonferenzen“ und indessen terrorisieren ihre Moerder die Zivilbevoelkerung.Das unglaubliche an der Sache ist dies : Gehalt eines Nationalgardisten ca. 3200 im Monat oder ein bisschen mehr, Gehalt eines Unistudierten Arztes zwischen ca. 4000-7000 Bsf im Monat , Gehalt eines Bandenmitglieds 2000-3000 Bsf. am TAG !!!!!!!!!Trotz oder gerade wegen diesn Fakten (Regierung unterstuetzt offen das Verbrechen und die Verletzung von Menschenrechten) gehen die Proteste weiter, Merida uber 3 Wochen mit Barrikaden ,Tachira ca. 4 Wochen in zivilem Widerstand.Heute sind wieder meherer Protestmaersche in allen grossen Staedten angesagt.Wer sich direkter informieren will und spanisch versteht : z.b Twitter ResistenciaVZLA ,TrafficMerida,Gochosarrechos etc.

      • 1.1.2
        Marco Calde

        ich danke euch! Über Face bekomme ich zwar einiges mit, aber es ist für Außenstehende kaum zu sehen wie die Entwicklungen sind.

        Vice news hat meines Erachtens auch einige ganz gute Berichte gemacht. VENEZUELA RISING – PART 1-5

        ähm ja, twitter – ich verstehe das Ding nicht. Ich hatte mir da mal einen Acc gemacht und eingerichtet. Danach kamen im sekundentakt tweets und retweets rein. Das Erschien mir zu stressig. Also, habe ich das ganze wieder ausgemacht.

        „Gehalt eines Bandenmitglieds 2000-3000 Bsf. am TAG !!!!!!!!!“: Gibt es dafür Hardfacts?

      • 1.1.3
        Martin Bauer

        Ist zwar sehr viel Geld in Venezuela, aber nach dem Parallelo auch nur 18-27€. Ein paar solcher Jungs könnte ich mir auch leisten…

    • 1.2
      annaconda

      Marco Calde,das mail von einem Gouverneur in Carabobo wurde geknackt,da redet er offen ueber Probleme mit den Banden,da sie mehr Gehalt fordern……des weiteren haben wir hier Bekannte ,welche Tupamaros kennen und erfahren haben,dass der hiesige Gouverneur auch etwas mehr bezahlt.Scheinbar ist diese „Unterstuetzung der Revolution“ seitens dieser Banden etwas unsicher .Und so hoert man immer mehr,dass das Kontingent der Kubaner hier weiter ausgebaut werden soll.Bei dem brutalen Vorgehen der letzten Wochen, hat man eindeutig die kubanische „Ausbildung“ gespuert.Wenn dir Twitter zu kompliziert ist,versuchs doch mal mit http://www.lapatilla.com online,die aktualisieren ihre Nachrichtenseite auch mehrmals am Tag und bringen auch Nachrichten aus allen Teilen von Venezuela,nicht nur Caracas.Gruesse

      • 1.2.1
        Marco Calde

        sehr interessant! Danke!

        die Zeit Online hatte vor einigen Tagen einen ganz guten Artikel über die PDVSA geschrieben. Ich weiß nicht, wer ihn gelesen hat.

        Zeit Online: Die goldene Gans kollabiert

  2. 2
    Alba

    Das sind doch Tiere diese Bullen, und dann sagt die OAS dies sei Venezuelas Angelegenheit, alles warme Brüder, Mehrzahl dieser Mitgliedsländer halten bei Vzla. die Hand auf und werden ideologisch von Russland geschult, nur den Mund halten, sonst gibt es kein Gratis Petroleum. Scheißer miese, ein Haufen voller Duckmäuser und Kommunistenklüngel. Da gibt es Bilder die einem den Magen umdrehen und die Welt sieht weg, mischt sich nicht ein. Ich bin dafür dass diesen kommunistischen Herrschern mal die Zähne gezeigt werden, man kann sich nicht alles gefallen lassen, wäre noch Bush an der Macht, sähe es anders aus, obwohl der nie mein Freund war, aber Obama ist zu lasch, da passiert etwas vor seiner eigenen Haustüre und er sieht weg, das wird er eines Tages noch bereuen.

    • 2.1
      Martin Bauer

      „Das sind doch Tiere diese Bullen,“
      Das ist reif für den Spruch des Monats!

  3. 3
    Martin Bauer

    Noch was zur Lage, für alle, die es noch nicht wissen: Ab morgen früh (10.03.2014) ist für 3 Tage totaler Trancaoa auf nationaler Ebene angesagt! Also alles verbarrikadiert. DIe Taktik ist, wird eine Barrikade gewaltsame geräumt, so soll es keinen Widerstand geben, sondern es wird eine andere ein Stück weiter errichtet, die den selben Zweck erfüllt. Ab Donnerstag ist dann wider der „normale“ Zustand der Contra-Revolution angesagt.

  4. 4
    Martin Bauer

    Valencia platzt vor Stolz: Ein leichtes Panzerfahrzeug vom Typ Dragón 300 zerstört, 3 Soldaten der GNB gefangen genommen, davon 2 Kubaner (wollte da nicht jemand Beweise für die Anwesenheit von kubanischen Soldaten…?). Zwei weitere Soldaten sollen verletzt sein. – Der Trancao war und ist zur Stunde noch, zumindest in Valencia, überraschend erfolgreich. Die Nationalgarde hat die Autopista am späten Nachmittag noch immer nicht frei, trotz massivem Einsatz aller Kräfte. Sie haben

    Unter den Demonstranten soll es 5 Verletze geben. Über deren Zustand ist nichts bekannt.

    Es wird immer offenbarer, dass die Nationalgarde mit dem Volksaufstand restlos überfordert ist. Auch Kubas „Helden“ scheinen in Venezuela fett und lahm geworden zu sein.

  5. 5
    annaconda

    Man kann auf Dauer nicht gegen eine berechtigerweise protestierende Mehrzahl ,mit purer Repression durchkommen.Wenn von 3 GNB , 2 Kubaner sind, hoffe ich nicht ,dies ist prozentual repraesentativ.Das wuerde die These von einer heimlichen kubanischen Invasion in Venezuela bestaetigen.

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