„Protest der leeren Töpfe“ in Venezuela: Hunderte Polizisten „bewachen“ 2.000 Frauen

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Oppositionsführer Capriles begleitet Marsch (Fotos: Capriles)
Datum: 08. März 2014
Uhrzeit: 16:40 Uhr
Leserecho: 12 Kommentare
Autor: Redaktion
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Rund 2.000 Frauen sind am Samstag (8.) dem Aufruf des Oppositionsbündnisses „Tisch der Demokratischen Einheit (MUD) gefolgt und haben in der venezolanischen Hauptstadt Caracas mit dem Schlagen auf leere Töpfe und Pfannen gegen die Nahrungsmittelknappheit im erdölreichsten Land der Welt protestiert. Die Aktion „Protest der leeren Töpfe“ fand vor dem Ministerium für Ernährung statt und wurde von mehr als 300 Polizisten und Militär umringt – den friedlich demonstrierenden Frauen blieb kaum Platz zum Atmen.

Staatlich nicht kontrollierte/manipulierte Medien und ausländische Nachrichtendienste (unter anderem AFP) bestätigten die Anwesenheit von einem Dutzend Männer auf Motorrädern, die bewaffnet waren und die Frauen einschüchtern wollten. Statt sich um diesen kollektiven Mob zu kümmern, standen sich die Sicherheitskräfte lieber die Beine in den Bauch.

Der Marsch „Protest der leeren Töpfe“ fand auch in anderen Städten wie San Cristóbal, Maracaibo und Valencia statt und wurde in Caracas von Oppositionsführer Henrique Capriles Radonski begleitet. Dieser wertete die große Anzahl von Militär und gepanzerten Fahrzeugen als Beweis dafür, dass Nicolás Maduro schon Angst vor friedlich protestierenden Frauen habe.

„Dieser riesige Militäreinsatz bei Protesten von Frauen gegen die schwerwiegenden Probleme in unserem Land beweisen, dass im Miraflores immer mehr die Realität verloren geht. Statt unsere Frauen zu bewachen und vor dem bewaffneten Regierungs-Mob zu schützen, nehmen sie ihnen die Luft zum Atmen. Nikolaus, wir leben in einer Zeit der Knappheit und Du schickst Polizei und bewaffnete paramilitärische Gruppen, die eine friedliche Demonstration verhindern wollen. Der gravierendste Fehler den Du gemacht hast ist, dass Deine Regierung die Kraft/Macht der Straße unterschätzt hat“, so Capriles in einer Erklärung, die agência latinapress vorliegt.

Der Gouverneur des Bundesstaates Miranda bestand darauf, dass der Kampf nicht gegen eine Nation, sondern gegen eine Gruppe, die das Land in die Krise geführt hat, gerichtet ist. Nach seinen Worten werden die Proteste solange weitergeführt, bis das Regime alle Forderungen „der Menschen auf der Straße“ erfüllt hat.

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  1. 1
    Martin Bauer

    Und die Hauptforderung der Menschen auf den Strassen ist: Zur Hölle mit dieser Regierung!

    • 1.1
      Martin Bauer

      Au weh Bettler! Dann mach doch mal Urlaub auf dem Festland! Da erlebst du was.

      • 1.1.1
        Martin Bauer

        Der Kommentar oben sollte 2 Stufen tiefer landen.

  2. 2
    pandora

    Auch auf Margarita waren viele Frauen auf den Beinen und beteiligten sich am Marsch der leeren Töpfe .
    Dies muss ich hier mal erwähnen , da man ja von den Insulanern behauptet , dass sie gleichgültig wären und sich nicht oder kaum an den Protesten beteiligen würden ….

  3. 3
    Der Bettler

    Hallo Pandora ,muß lachen,weil ich glaube auf unserer Seite der Insel liegen wirklich noch alle im Dornröschenschlaf.Juan Griego habe ich nicht einen Topfschlag gehört und auch einen Marsch konnte ich nicht ausmachen.Ich wohne im Zentrum,aber totenstille den ganzen Tag.

  4. 4
    Marco Calde

    lol – dann wohnt der bettler wohl auf der „falschen“ Seite

    • 4.1
      pandora

      Ja , der Bettler wohnt ( wie ich übrigens auch ) auf der „ruhigen Seite“ der Insel
      PS:
      Auf dem Festland ist auch nur in den Großstädten was los , die „Kuhdörfer“ halten dort auch NOCH ihren „Dornröschenschlaf“ ….

      • 4.1.1
        Alexander

        Ist das nicht immer so? Die großen Revolutionen gehen eigentlich immer von den Kulturzentren eines Staates aus und die meiste Kultur findet man nun mal in den Großstädten. In Deutschland gingen die Großdemonstrationen gegen die Finanzkrise auch von Großstädten wie Frankfurt, Berlin und Hamburg aus.

      • 4.1.2
        Franky

        @Alexander die Finanzkrisen – Demos sind eher ein ungeeigneter Vergleich – besser schon die Montagsdemos in der DDR und die gingen natürlich in den großen Zentren los …. Dresden, Leipzig, etc..

      • 4.1.3
        Martin Bauer

        Die Demos gegen die „Finanzkrise“ ging vom geistigen Bodensatz aus, in deren Hirne niemals ein Funken Licht dringen wird.

      • 4.1.4
        annaconda

        Also in den Anden sind auch in den „Kuhdoerfern“ Barrikaden und Proteste angesagt,und auch in kleinen Staedten…..wenn du mit dem Auto ueberall durchkommst,kannst du dir ein anderes Bild machen.Im Norden und Westen des Landes brodelt es uberall.!

  5. 5
    hugo

    was sind 2000 frauen für caracas ? eine schande ! heute stehen bestimmt wieder 100 000 tausende
    vor den supermärkten um ein pfund mehl zu bekommen. ich verstehe die menschen hier nicht.
    in der ddr sind seinerzeit 100 ooo tausende friedlich für ihre freiheit auf die straße gegangen.

    venezuela wach endlich auf

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