Proteste in Venezuela: Angriffe von Polizei und Militär sind psychologische Kriegsführung

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Datum: 13. März 2014
Uhrzeit: 09:18 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Vinicius Love, Caracas (Leser)
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Bei den seit über einem Monat anhaltenden Unruhen in Venezuela sind am Mittwoch weitere drei Menschen ums Leben gekommen. Aus allen Städten des südamerikanischen Landes wurden Demonstrationen gegen das linkgerichtete Regime von Präsident Maduro gemeldet. In der Hauptstadt Caracas lösten Polizeikräfte eine friedliche Demonstration mit Tränengas und Schüssen auf, die Hilflosigkeit einer immer mehr in die Diktatur abdriftenden Regierung ist nicht zu übersehen.

Berichte linker Propagandamedien, dass die Proteste in Venezuela abflauen und dass es zu massiven Gewaltausbrüchen seitens radikaler Oppositionsgruppen kommt, sind falsch und entsprechen nicht der Wahrheit. Bewaffnete motorisierte Banden entstammen eindeutig dem Regierungslager und wurden bereits während der Regierungszeit von Hugo Chávez aufgebaut. Fakt ist, dass Maduro die Kontrolle über diesen Mob verloren hat, der nun mordend und brandschatzend durch das Land zieht.

Fakt ist ebenfalls, dass Polizei und Militär immer brutaler gegen die Studentenproteste vorgehen. „Welche Notwendigkeit gibt es, eine Versammlung mit Tränengas und Schüssen auseinanderzutreiben? Diese Übergriffe sind inakzeptabel“, bringt es die Rektorin der Zentralen Universität in Venezuela, Cecilia Garcia Arocha, auf den Punkt.

Studenten und Bevölkerung demonstrieren zu Recht gegen staatliche Gewalt, einen durch und durch korrupten Staatsapparat, Massenverhaftungen, Lebensmittelknappheit, Kriminalität und Zensur. Der ehemalige venezolanische Verteidigungsminister, General im Ruhestand Raúl Salazar, beurteilt die aktuelle Situation nicht durch die rosarote Brille linker Traumtänzer aus dem europäischen Ausland und bezeichnet die Angriffe gegen Fahrzeuge und Wohnanlagen durch die Strafverfolgungseinheiten der Nationalgarde als psychologische Kriegsführung. Mit dieser aus Kuba stammenden Taktik soll versucht werden, die Unterstützung für die demonstrierenden Studenten bei der Bevölkerung zu untergraben.

„Wie sprechen hier von einer psychologische Kriegsführung seitens der Regierung. Die Bevölkerung soll sich nicht mit der protestierenden Jugend manifestieren und zusammenarbeiten“, so Salazar.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Martin Bauer

    Die Taktik funktioniert aber nicht. Vielmehr macht sie die Leute immer kälter, härter, entschlossener. Ich kenne keinen, der zurück will zu dem Venezuela, das es noch in der ersten Februarwoche dieses Jahres gab.

  2. 2
    babunda

    die sollten mehr anschläge auf öffentliche regierungsgebäude, minister und deren wohnhäuser machen, auch die korrupte polizei sollte mehr abbekommen, vielleicht wachen die mal endlich auf und gehen auf das volk friedlich zu. aber was soll sich an dem land änderen, es ist pleite und lebt nur von krediten der chinesen und verkauft ab und zu gold in der usa.

  3. 3
    Alba

    Kann dem Schreiber dieses Artikel nur zustimmen, es ist eine Schande was da abgeht, haben diese Menschen denn überhaupt keine Schamgrenze? Sie unterjochen, vergewaltigen und berauben ihr eigenes Volk, lassen eingeschleuste ausgebildete Kampfmaschinen aus Kuba gegen sie los, und die Welt sieht noch immer zu!!!!!!! Herr Ex General, haben sie nicht ein paar schneidige Ex Generäle und Militärs an der Hand um diesem Graus ein Ende zu bereiten? Steht das Militär ausschließlich auf der Seite von Maduro? Auch in eurem Verein muss es Einige geben die dies nicht verantworten können und wollen, und die die Macht hätten dem ein Ende zu bereiten, mit Machtenthebung von Maduro und seinen Ministern, Auflösung des Regierungsapparates, Freilassung der Politischen Gefangenen und anberaumen von freien Neuwahlen ohne Teilnahme von Extremparteien. Muss immer die USA eingreifen? Kann man sich nicht mal selbst am Schopf packen und herausziehen? Wenn ihr so etwas wie Ehre habt, dann seid ihr doch am planen wie, wann und wo so ein Staatsstreich ablaufen soll. Beeilung bitte, es reicht mit dem Blutbad.

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