Krise in Venezuela: Sergeant der Bolivarischen Nationalgarde erschossen

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Bolivarische Nationalgarde (GNB) patrouilliert auf den Straßen (Foto: Twitter)
Datum: 24. März 2014
Uhrzeit: 13:13 Uhr
Leserecho: 11 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die seit über sechs Wochen anhaltenden Proteste in Venezuela haben ein weiteres Todesopfer gefordert. Der 42-jährige Miguel Antonio Parra, Sergeant der Bolivarischen Nationalgarde (GNB), wurde bei schweren Kämpfen mit paramilitärischen Gruppen in Mérida (Südwesten) von einem Schuss in den Hals getroffen und verstarb nach Einlieferung im Krankenhaus „Universitario de Los Andes“(HULA). Der Polizist Silvio Flores Rendón wurde von einem Schuss verletzt und befindet sich außer Lebensgefahr. Polizei und Militär schossen mit Tränengas und Gummischrot in mehrere Wohnungen, über 25 Personen mussten mit Verletzungen ärztlich behandelt werden.

gewalt

Nach Berichten von Augenzeugen und staatlich nicht kontrollierten/manipulierten Medien wollten Parra und seine Kameraden Barrikaden auf der Avenida Las Américas (Sektor Cardenal Quintero und El Campito) räumen und wurden dabei von Unbekannten attackiert. Die Gewalt im erdölreichsten Land der Welt gerät außer Kontrolle, inzwischen sterben täglich immer mehr Menschen auf den Straßen.

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Bei einem bewaffneten Angriff auf eine Gruppe von Demonstranten ist am Sonntagabend (23.) Ortszeit eine junge Frau im Bundesstaat Miranda mit zwei Schüssen (einer in den Kopf) getötet und eine weitere verletzt worden. In Venezuela ist es ein offenes Geheimnis, dass Mitglieder des Geheimdienstes und bewaffnete regimetreue Parteimilizen (Linksradikale) auf den Straßen patrouillieren, in friedliche Demonstrationen schießen und von der Polizei unbehelligt bleiben. Die seit 12. Februar anhaltenden Proteste gegen das linksgerichtete Regime haben bisher nach offiziellen Angaben 34 Menschen das Leben gekostet, die tatsächliche Zahl dürfte allerdings höher liegen.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Martin Bauer

    „Nach Berichten von Augenzeugen und staatlich nicht kontrollierten/manipulierten Medien wollten Parra und seine Kameraden Barrikaden auf der Avenida Las Américas (Sektor Cardenal Quintero und El Campito) räumen und wurden dabei von Unbekannten attackiert.“
    Ich kenne den Tathergang nicht. Aber nach allen bisher gemachten Erfahrungen klingt dies eher wie das Statement eines Sherifs aus den Südstaaten, zur Todesursache eines gerade aus dem Wasser gefischten Schwarzen, der mit Eisenketten gefesst war und zahlreiche Schuss- und Stickwunden aufwies: „Mein Gott, das ist der grauenhafteste Selbstmord den ich je gesehen haben!“

  2. 2
    Bono

    Wahnsinn, jetzt kommen die Meldungen über erschossene schon bald im Stundentakt.

    • 2.1
      Martin Bauer

      Die meisten Toten werden gar nicht mehr gemeldet. Die Angehörigen, Ärzte, Leichenbeschauer etc. dürfen nicht darüber reden.

  3. 3
    gocho

    Wie hat schon Jesús gesagt, wer gewalt saeht wird gewalt ernten. Wenn sich die Spirale noch weiter hoch zieht dann kommt der Buergerkrieg und dann ist der Spass vorbei. Wenn Maduro ein bisschen intiligent waere wuerde er nicht die Opposition einsperren und beschimpfen als Faschischten und Abschaum.

    • 3.1
      Mannfred Knobloch

      Der Analphabet (Maduro) kann nicht einmal Intelligenz richtig schreiben.

  4. 4
    Alba

    Wie viel Tote sind es denn jetzt, also 34 kann doch nicht sein, das heißt es jetzt schon seit Tagen , aber jeden Tag wird von 1-3 erschossenen Menschen berichtet, hat man das Zählen verlernt? Jeder Tote ist einer zuviel, und wer hat Schuld, der Depp an der Regierung, der weicht keinen Schritt zurück, bleibt bei seiner faschistoiden Meinung , alle Welt ist gegen mich, nur mein Bruder in Kuba hält zu mir-. Jetzt dürfte es langsam zu spät für einen friedlichen Dialog zwischen beiden Seiten sein, jeder beharrt auf seinem Standpunkt, und die Menschen dazwischen werden es büßen. Einfach nur entsetzlich das Ganze, war doch mal ein ziemlich friedliches Land bis die Roten kamen. Was kann ein Mensch nur Spaß daran haben ein Land so gegen die Mauer zu fahren. Lieber Gott, wenn es dich geben sollte, dann tu was!!

  5. 5
    annaconda

    Die Situation, waehrend ein Grossteil der Buerger Meridas in einer Schlange(fuer alles Moegliche ) steht, attackieren Nationalgarde und Tupamaros ,die Wohngebiete ein Sektor ,wo auch die Studentenfuehrerin Gaby ,wohnt. Ein Appartement geht in Flammen auf,durch eine hineigeschmissene Traenengasbombe.Der Nationalguardist war bei Uebergriffen gegen Privateigentum und Zivilisten beteiligt, es trifft ihn eine Kugel.Wahrscheinlich ein Querschlaeger seiner wild um sich schiessenden Kameraden.Bilanz bis 12 Uhr mittags.4 Studenten mit Schussverletzungen und 35 Verletzte mit Perdigones (Art Gummigeschosse).Die Repression wird jeden Tag erhoeht.Streik der oeffentlichen Verkwehrsmittel (heute kein Bus etc. aktiv), Streik der Agros(keien Gemuese und Obsttransporte mehr ins innere des Landes und nach Caracas,die Anden produzieren 70% Gemuese und Obst des Landes),ab Anfang April unbegrenzter Streik der Schwertransporter(fast alle Gueter werden auf dem Landweg transportiert),Universitaet und viele Schulen geschlossen.Das Land ist quasi unregierbar,und die einzige Loesung ,welchen den Illegalen in Caracas einfaellt,ist mehr und mehr Represssion und Verfolgung.

  6. 6
    der Reisende

    Ich moechte ja niemanden Angst machen aber das ist erst der kleine Anfang ( die Vorspeise )
    das grosse Ding ( die Hauptspeise ) die kommt erst noch.Hier werden sich die Venezolanos noch gegenseitig umlegen , der Hass zwischen der Opposition und Chavesanhaenger ist enorm gross
    und dieser Hass kennt keine Grenzen.Es wird noch sehr viel Blut in des Strassen von VENEZUELA fliessen.
    Mein Herz blutet wenn ich solche Dinge schreiben muss.aber ich bin leider nicht der einzige der so denkt und fuehlt.Es tut sehr weh wenn du nach 20 Jahren hier in diesem einzigartigen Paradies auf dieser Erde siehst was ein paar HIRNLOSE KORRUPTE Banditen daraus machen.

  7. 7
    annaconda

    Chavezanhaenger und Opposition ,ich meine die Basis sitzen im gleichen Boot. Vielen geht da schon ein Licht auf.Das heisst es wird hoffentlich nicht zu einem Volk gegen Volk kommen(was natuerlich die Strategie der „Herrschenden“ ist). Das kann umschlagen und die Menschen erkennen ,dass der Kampf : Die da Unten (Buerger) gegen die da Oben (Regime) ,lautet.Bisher sehe ich kein Chavista Volk auf der Strasse, welches Maduro und Bande verteidigt. Was sich hier gegen die berechtigten Proteste stellt, sind Militaer ,Nationalgarde,Polizei und Motorradbanden.Maduro hat kein „Volk“ mehr.

    • 7.1
      Martin Bauer

      „Bisher sehe ich kein Chavista Volk auf der Strasse, welches Maduro und Bande verteidigt. Was sich hier gegen die berechtigten Proteste stellt, sind Militaer ,Nationalgarde,Polizei und Motorradbanden.Maduro hat kein “Volk” mehr.“
      Genau das ist der Punkt! Nur bezahlte Auftragsmörder stehen dem Volk gegenüber. Die Chavista selber halten sich raus, oder sind gegen Maduro.

  8. 8
    annaconda

    Schwarzer Montag : 500% Abwertung ,54% Inflation,30% Lebensmittelknappheit,90% nicht bestrafte kriminelle Akte, 100% Unterdrueckung, 1000% Unfaehige Regierung………wer geht noch zu deren Verteidigung auf die Strasse ohne Zwang und/oder Bezahlung ?????

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