Angeblicher Putschversuch in Venezuela: Medien-Manöver mit langer Vorgeschichte?

maduro

Maduro gibt Festnahme der Offiziere bekannt (Foto: TV-Screen)
Datum: 25. März 2014
Uhrzeit: 15:16 Uhr
Leserecho: 15 Kommentare
Autor: Redaktion
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Im von Protesten gegen die Regierung gebeutelten südamerikanischen Land Venezuela sind drei Generäle der Luftwaffe festgenommen worden. Dies gab Präsident Nicolás Maduro am Dienstag (25.) in einer Fernsehansprache bekannt. Nach inoffiziellen Quellen soll die Festnahme bereits am vergangenen Freitag (21.) stattgefunden haben. In Venezuela gibt es seit Anfang Februar eine Protestwelle gegen den sozialistischen Staatschef, dabei wurden nach Behördenangaben mindestens 34 Menschen getötet und Hunderte verletzt.

Laut Maduro sollen die drei Brigade-Generäle José Daniel Machillanda Díaz, Oswaldo Hernández Sánchez und Carlos Alberto Millán Yaguaracuto einen „Staatsstreich gegen die rechtmäßig konstituierte Regierung“ geplant haben und in Verbindung zur Opposition stehen. Nach seinen Worten wurden sie bereits vor ein Militärtribunal gestellt. „Ich bedaure, dass ihre Karriere damit beendet ist“, so das Staatsoberhaupt.

Die venezolanische Regierung hat in den letzten Jahren und jeweils passend zur aktuellen Situation über mehrere versuchte Staatsstreiche und Attentatspläne gegen den Präsidenten berichtet. Konkrete Beweise für die Vorwürfe gab es allerdings nicht. Die Bekanntgabe von Maduro rechtzeitig zum Eintreffen einer UNASUR-Delegation erzeugt deswegen Skepsis.

„Für mich ist dies kein Staatsstreich. Was wir hier sehen, ist ein Medien-Coup des Regimes“, erklärt der ehemalige venezolanische Verteidigungsminister Vicente Luis Narváez Churión. „Wir müssen ganz klar berücksichtigen, wann und wo die Ankündigung von Herrn Maduro stattfand. Es scheint sich hier nur um ein Medien-Manöver zu handeln, um mehr Unterstützung von der UNASUR zu erhalten“, fügte er hinzu.

„Wenn die Armee einen Staatsstreich geplant hätte, dann hätte sie ihn durchgeführt. Die venezolanische Luftwaffe verfügt gar nicht über die Organisation oder Struktur, dies zu tun. Die angeblichen Behauptungen von Maduro haben eine lange Vorgeschichte und sind bisher immer im Sand verlaufen. Alle Vorwürfe der Verschwörung wurden stets ohne weiteren Nachweis in die Welt gesetzt. Ich erinnere nur an die wiederholten Attentatspläne, angebliche Käufe von 18 Kampfflugzeugen der Opposition in den USA und anschließender Stationierung auf Luftstützpunkten in Kolumbien – alles Schall und Rauch“, gibt Carlos Julio Penaloza, ehemaliger venezolanischer Armee-Kommandant zu bedenken.

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  1. 1
    VE-GE

    ……und wer soll das nun Glauben ?????

  2. 2
    VE-GE

    ….und morgen kommt der Weihnachtsmann

  3. 3
    annaconda

    Das waren 3 Astronauten der NASA…….

  4. 4
    Martin Bauer

    Es sind immer die Putschisten, die in ständiger Paranoia wegen Furcht vor einem Putschversuch leben. Es hat ja auch niemand mehr Angst davor, betrogen zu werden, als notorische Betrüger.
    Maduro soll sich nicht sorgen! Er wird schon noch gegen seinen Willen aus Miraflores vertrieben werden, wo er niemals hingewählt wurde. Ein Putsch kann dies nicht sein, denn er ist kein Präsident, und Venezuela hat keine Regierung.

  5. 5
    der Sachse

    ne,ne,ne das waren drei Sachsen aus der Radeberger Brauerei.

  6. 6
    annaconda

    Ne Quatsch , Maduro hat schon die Namen der 3 Generaele veroeffentlicht : 1. General Electric 2. General Import und 3. General Motors.

  7. 7
    Amiguita

    Lt. Padre Palmer hatten sich die 3 Generäle geweigert mit ihren Maschinen über Caracas zu fliegen während eines Stromausfalls. Sie wollten die Menschen, die mit Cacerloas demonstrierten nicht erschrecken.
    Also nix „Golpe de estado“ sondern Befehlsverweigerung!

  8. 8
    thor

    Und Befehlsverweigerung führt wohin…? Richtig, vors Militärgericht….! Also, ist doch alles Paletti…eine großartig funktionierende Demokratie!

  9. 9
    hugo

    die generäle sind immer die lezten die das sinkende schiff verlassen wollen.
    siehe den 20.juni 44. deutschland.
    nach dem man gemeinsam mit dem führer 55 millionen menschen ermordet hat. wollte man sich den aliierten, natürlich nur den amis und engländer ergeben um gegen russland zu ziehen.
    heute sind staufenberg und konsorten wiederstanskämpfer.
    so wird es auch hier sein. wen es mal zu ende ist, waren alle dagegen.
    chavistas gab es keine in diesem land.

    • 9.1
      Caramba

      Ich nehme an, diese „historischen Tatsachen“ wurden Ihnen in einer sozialistischen Schule der DDR so eingetrichtert? Ein klein wenig polemisch und vereinfachend ist das ja schon, oder?

    • 9.2
      Alba

      na,na, nicht übertreiben!! 55 Millionen? Hat selbst der Gröfatz nicht fertig gebracht, nicht immer den Falschen so viel Respekt bezeugen!

  10. 10
    Der Bettler

    Hugo,Stauffenberg wollte Hitler mit einer Bombe in einer Aktentasche ins jenseits befördern.In Venezuela habe ich nicht einmal gesehen daß sie einen Regenten ans Leder wollen.In ganz Südamerika sind alle Regenten 100 % ihres Lebens sicher.Hier gibt es nur Proteste momentan von Stutenten zu Recht,aber um was wird hier überhaupt prodestiert?Es sind Nicht nur Studentenprodeste
    gegen diese Regierung,nein es sind auch Proteste gegen diese unzulänglichen Lebensbedingungen
    was diese Menschen hier durchmachen müssen.Dieses Land ist so was von kaputt,daß es gar nicht
    mehr ins Gewicht fällt,was Deutsche Linke schreiben,die können nichts mehr ändern an dem Verfall
    dieses Landes.Hugo,wenn 3 Generäle in diesen Land verhaftet werden ,hat da schon was zu tun mit
    Panik der führenden Kräfte.Ich sage auch abwarten.Das uns Ausländer sämtliche Touristenstimmung
    abgenommen wurde,sind wir froh,vielleicht mal einen liter Milch zu bekommen,oder Mehl,daß man sich auch mal einen Kuchen backen kann.Realzeit: Seit 2 Tagen Realzeit Maximo eine halbe Stunde Wasser,das reicht gerade mal um eine Clospülung zu betätigen..Das ist hier Realität in diesem Land,wo ihr in Deutschland nie einen einzigen Kommentar schreiben dürftet.weil ihr einfach keine Ahnung habt was hier abläuft.

  11. 11
    Marvin Scott

    … und man könnte auch folgernd, was für ein Sauladen diese Armee ist. Und wer ist ihr Chef?Madburo!

    • 11.1
      Martin Bauer

      Das muss man nicht folgern, das ist seit Jahren bekannt. Venezuelas Streitkräfte befinden sich in der glücklichen Lage, niemals einen Krieg haben führen zu müssen. So beschränkt sich die Kampferfahrung vieler Soldaten und Offiziere auf Anwendung von Gewalt gegenüber dem eigenen Volk und ihrer Ehefrauen. Dementsprechend wird Unvermögen und Schwäche durch tollwütige Brutalität ersetzt. Natürlich gibt es unter ihnen auch anständige Bürger. Die dürften meine Behauptung bestätigen und sollten endlich aktiv helfen, das Mordregime zu beseitigen.

  12. 12
    Alba

    Drei Generäle, was haben sie getan? Einen Befehl verweigert? Wäre schön. Hat man sie in konspirativen Kreisen gesehen, wäre auch sehr gut. Vielleicht haben sie auch nur mal in Bierlaune verlauten lassen, dass der Maduro nicht der richtige ist um das Land aus dem Chaos zu führen? Heutzutage muss man da aufpassen, wann , wo und wie man etwas sagt. Schön wäre es, wenn sie wirklich einer dieser Meinungen vertreten würden, mit Erfolg oder ohne, jeder Mann und jede Frau ist momentan wichtig um gegen diese Regierung anzugehen, na, und, wenn die Generäle an einen Putsch dächten? Ist ihr legitimes Recht, denn für was hat man ansonsten einen Militärapparat? Nur um Aufmärsche anzusehen und gegen vermeintliche kolumbianische Gegner zu kämpfen, der Feind sitzt im Land selbst, nicht im Ausland. Also, wenn diese Herren wirklich deswegen an Putsch denken, und diese Regierung nach Kuba versenden würden, welcher Venezolaner hätte da etwas dagegen?

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