Venezuela, Brasilien und die UNASUR

maduro

Datum: 02. April 2014
Uhrzeit: 09:15 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 4 Kommentare
Autor: Vinicius Love, Caracas (Leser)
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Das UNASUR-Außenminister-Treffen in der venezolanischen Hauptstadt Caracas hat die Erwartungen nicht erfüllt, die Situation im erdölreichsten Land der Welt bleibt angespannt. Eine Kommission von Außenministern der Union Südamerikanischer Nationen sollte bei einer ersten Zusammenkunft am 26. März (2. Treffen am 7. und 8. April) in Caracas den politischen Dialog zwischen der Regierung von Präsident Nicolás Maduro und der Opposition fördern. Der UNASUR gehören Argentinien, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Chile, Ecuador, Guyana, Paraguay, Peru, Surinam, Uruguay und Venezuela an, das Generalsekretariat hat seinen Sitz in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito.

Vor einem Jahr und nach den Präsidentschaftswahlen hatte das Bündnis noch eine starke Unterstützung für Maduro gezeigt, mit voller Unterstützung durch Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff. Als Venezuelas regierender Ex-Busfahrer zur Eröffnung der Sitzung von einem angeblichen Putschversuch gegen ihn durch Generäle der Luftwaffe berichtete, war das Treffen aus seiner Sicht „gelaufen“.

Die mehr als dümmlichen Anschuldigungen der letzten Monate werden nur noch von den ebenso dümmlich argumentierenden linken und kommunistischen Gazetten aufgegriffen. Maduro hatte sich von seiner „Enthüllung“ bedingungslose Unterstützung durch die UNASUR erwartet und scheiterte einmal mehr kläglich. Die Außenminister forderten den Dialog aller politischen Kräfte und riefen beide Parteien dazu auf, die Menschenrechte zu respektieren.

Brasilien hat definitiv damit aufgehört, ein treuer Verbündeter Maduros zu sein. Vor ein paar Wochen hatte er ein Treffen der UNASUR in Santiago de Chile geplant und wollte anlässlich der Amtseinführung der chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet seine Version der Proteste in Venezuela präsentieren. Rousseff hatte die Propagandaveranstaltung bereits im Vorfeld abgelehnt und traf sich mit US-Vizepräsident Joe Biden – Maduro sagte seine Teilnahme unter fadenscheinigen Gründen ab.

Rousseff bereitet sich auf ihre Wiederwahl vor und muss die brasilianischen Wirtschaftsinteressen im Auge behalten. Die Schulden der venezolanischen Staatsunternehmen mit brasilianischen Privatunternehmen betragen inzwischen mehrere Milliarden US-Dollar. Die Veränderung in der Position von Rousseff bedeutet allerdings nicht, dass sie jetzt die venezolanische Opposition unterstützt. Nach Berichten aus Brasília bat sie beim Treffen mit Biden, dass die Vereinigten Staaten keine Kräfte unterstützen, die Maduro stürzen wollen.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Martin Bauer

    Die doppelzüngige Schlange will es sich jetzt wohl mit keinem verderben! Das kann nicht klappen, jedenfalls nicht aussenpolitisch. Wenn die Linke in Lateinamerika eine Zukunft haben will, dann muss sie sich unmissverständlich zu demokratischen Werten und Menschenrechten bekennen, damit aufhören, immer nur gegen rechte Faschisten Stellung zu beziehen und mordenden Diktatoren mit roter Flagge kein schlechtes Wort nach zu sagen. Brasilien wird durch eine solche Präsidentin in die Zeit zurück versetzt, in der Ché Guevara noch sein Unwesen trieb.

  2. 2
    Herbert Merkelbach

    Dilmas Beliebtheitswerte sind auch im Keller, ungefähr 36% der Brasilianer geben ihr noch gute Werte fürs Regieren. In ein paar Monaten noch die Wahlen, mal sehen wie sie abschneidet, obwohl sie hat noch kein Wort dazu gesagt ob sie kandidieren wird oder nicht.
    Eines ist klar, ihre politischen Gegner werden ihren politischen Standpunkt in Bezug auf Venezuela gegen sie verwenden sollte sie sich der Wahl stellen.

  3. 3
    Alba

    Nein, offen die Opposition zu unterstützen kann sie nicht, denn es könnte ja sein, dass die Maduroregierung die Oberhand noch eine Weile behaltet und da will man nicht als Dolchstosspolitiker da stehen. Mal links mal rechts , ganz so wie es einem passt, nur damit wird sie auf lange Sicht selbst bei ihrem eigenen Volk keinen Erfolg haben. Menschlich gesehen sehr bedenklich was die Dame da treibt, politisch mag es im Moment klug sein, nur auch sie sollte den Absprung nicht verpassen, denn wer die Wende verpennt, den straft das Volk.

    • 3.1
      Martin Bauer

      Als „Dolchstosspolitiker“ steht sie jetzt da. Nur führt sie den Dolch gegen das venezolanische Volk, gegen Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. Sie unterstützt sadistische Mörder.

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