Stadt des Wissens in Ecuador: „Silicon Valley“ öffnet seine Türen

yachay

"La Universidad de Yachay": Zukunftschancen der ecuadorianischen Jugend verbessern (Foto: Presidente)
Datum: 06. April 2014
Uhrzeit: 14:24 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Ecuadors Präsident Rafael Correa hat vor wenigen Tagen den Technologie- und Industriepark der Universität Yachay eröffnet. Die „Stadt des Wissens“ (Yachay bedeutet lernen in der indigenen Sprache der Quichua) soll das neue „Silicon Valley“ im südamerikanischen Land werden. In nicht allzu ferner Zukunft wird in „Yachay“ eine Universität, ein Technologie- und Industriepark, staatliche Forschungseinrichtungen sowie ein ungewöhnliches Wohngebiet, Studenten aus der ganzen Welt anlocken und ein Vorzeigeprojekt für ganz Lateinamerika sein. Gleichzeitig ist der Standort das ambitionierteste Bildungsprojekt des linksgerichteten Staatsoberhauptes.

uni-ecuador

Anhand einer intensiven Reformagenda wurde in Ecuador im Jahr 2010 eine neues Hochschulgesetz (LOES) auf den Weg gebracht. Die Regierung wird in einer ersten Phase (2013-2017) circa 1,3 Milliarden US-Dollar für diese akademische Reform ausgeben. Am Bruttoinlandsprodukt (BIP) gemessen ist dies die höchste Investition im Bildungssektor innerhalb der Länder Lateinamerikas und Teil einer großen Staatsreform. Die Schüler werden in Bereichen wie der Petrochemie, erneuerbare Energie, Nanotechnik oder Informationstechnologie und Kommunikation geschult.

studentin

In einer ersten Stufe des Mega-Projekts wurden nun 5% des einstigen Campus von rund 4.800 Hektar geöffnet. Die „Stadt des Wissens“ wird ihre Aktivitäten mit 187 Studierenden beginnen. Das neue Zentrum für Forschung, Lehre und Produktion ähnelt dem Technologie- und Wirtschaftsstandort Berlin-Adlershof. Allerdings wird „La Universidad de Yachay“ nicht die Dimension dieses Stadtteils, sondern einer ganzen Stadt und damit rund zehn Mal so groß wie Adlershof, aufweisen.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.
  1. 1
    thor

    würde mich mal interessieren, wieviel Spendengelder für dieses Projekt aus Venezeula kamen….
    aber wenigstens machen die was aus der Knete, unsere hiesigen Busfahrer haben keine Ahnung von Bildung…

  2. 2
    Martin Bauer

    Bildung ist nur einer der Schlüssel zur sozialen und ökonomischen Entwicklung eines Landes. Allerdings nicht der einzige. Genauso wichtig ist, dass diese Bildung frei von Ideologisierung und Einflussnahme der Regierung bleibt, und die Ausgebildeten das Erlernte in einer freien Marktwirtschaft, zunächst zum eigenen Vorteil, letztendlich aber auch zu dem des Allgemeinwohls, anwenden können. Andernfalls endet das System so, wie die ehemalige Soviet Union. Dort leben noch heute Heerschaaren von hochqualifizierten Fachkräften und Wissenschaftlern, denen es am Nötigsten fehlt, um menschenwürdig zu leben.
    Ein Konzept für ein sehr ähnliches Projekt, wie das in Ecuador, hatte ich vor Jahren für Venezuela ausgearbeitet und präsentiert. Es wurde auch euphorisch kommentiert. Aber nur von denen, die hofften, sich selber eine goldene Nase daran zu verdienen, ohne besonderes Interesse an einer Umsetzung. In Venezuela von heute müssen Kinder im Pre-Scholar (Vorschule) Bilder von Chávez und Fidel Castro mit Buntstiften ausmalen. Und viele der am besten ausgebildeten Erwachsenen müssen als Taxifahrer arbeiten, weil ihr früherer Arbeitsplatz von einem faulen, korrupten Halbaffen mit rotem Parteibuch besetzt ist.

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!