Krise in Venezuela: Präsident Maduro trifft sich mit der Opposition – Update

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Opposition fordert Dialog auf Augenhöhe (Foto: MUD)
Datum: 07. April 2014
Uhrzeit: 19:09 Uhr
Leserecho: 19 Kommentare
Autor: Redaktion
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Venezuelas linksgerichtetes Staatsoberhaupt hat angesichts der seit Wochen anhaltenden Proteste offenbar gespürt, dass die Luft für ihn knapp wird und am Montag (5.) einem Treffen mit Oppositionsvertretern zugestimmt. Die im Bündnis „Tisch der demokratischen Einheit“ (MUD) zusammengeschlossenen Oppositionsparteien drückten ihre Bereitschaft zu einem Treffen aus, erwarten allerdings „einen echten Dialog auf Augenhöhe“.

Nach Gesprächen mit den Außenministern aus Brasilien, Uruguay, Chile, Bolivien, Ecuador, Argentinien, Kolumbien und Surinam habe er zugestimmt, am Dienstag eine Abordnung der Opposition zu treffen, teilte Maduro in Caracas mit. Die Diplomaten der Union Südamerikanischer Staaten (UNASUR) werden voraussichtlich auch ein Treffen mit Vertretern der katholischen Kirche abhalten.

demokratie

In einer schriftlichen Erklärung an die Außenminister der UNASUR wies die Opposition auf vier Punkte hin, welche einen Dialog „erleichtern“ würden: Die Demonstranten, die während der jüngsten Proteste festgenommenen wurden, müssen freigelassen werden. Gründung einer Wahrheitskommission. Entwaffnung/Demobilisierung der paramilitärische Gruppen und die Benennung eines unabhängigen Vermittlers (Vorschlag Vatikan-Beteiligung). Zusätzlich forderte die MUD, dass das Treffen live im Radio und Fernsehen übertragen werde.

Update 8. April

Nach Angaben der Opposition findet am Dienstagnachmittag (Ortszeit) ein erstes „Sondierungsgespräch“ mit Vertretern der UNASUR statt. Dabei sollen die Bedingungen für einen öffentlichen Dialog mit Präsident Maduro diskutiert werden. Dieser soll laut Präsident Maduro am Donnerstag stattfinden.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Wolfgang

    Na wenn das endlich PAZ bringt und die Strassenblockaden verschwinden … und die Chaoten am besten gleich mit.

  2. 2
    VE-GE

    Glaubst du das ?

  3. 3
    Wolfgang

    Ehrlich gesagt, nein. Aber irgend etwas MUSS passieren, Maduro wird sich nicht in Luft aufloesen und selbst wenn, wer kommt dann? Cabello ? Lieber nicht. Oder doch Capriles? Lopez? Im Zweifel kommt das Militaer. Dann haben diese Demo-Chaoten aber nichts mehr zu lachen, soviel steht fest. Wir aber auch nicht.

  4. 4
    Martin Bauer

    Aless, was man Maduro sagen könnte, ist,: Verpiss dich! Jeder weitere Dialog wäre vergeudete Zeit. Lieber Jahre des Widerstandes gegen diese Verbrecher, als Jahre des stillen Leidens!

  5. 5
    thor

    das sehe ich genauso, mit den Chavista Clan wird es keine Frieden geben, die rücken das Land jeden Tag mehr an den Abgrund….

  6. 6
    Inge Alba

    Jetzt spielt er auf Zeit, muss noch ein paar Milliarden zum Fidel transferieren bevor er abhaut, der hat doch Angst vor einem Militärputsch, was zunehmend wahrscheinlicher wird.Ausserdem sehe ich keinen nutzbringenden Dialog, solange der L.Lopez noch einsitzt und auch die Bürgermeister, deren Freilassung gehört mit zu den Grundlagen einer möglichen Dialogbereitschaft. Der Maduro macht manchmal blöde Aussprüche, aber seine Berater sind keine Dummköpfe, die haben ihm eingebleut, schlag Zeit heraus, dann geben die Ruhe und wir machen in der Zwischenzeit das Exil klar. Wie will man von ihm verlangen die Paramilitärs zu entmachten, ist ja ein Witz, die sind höchstpersönlich vom Comandante bewaffnet worden, die geben ihre Knarren nicht ab, das ist ein schöner Traum. Nein, so einfach wird der Frieden nicht nach Vzla. zurück kommen, tut mir leid, da ist leider die letzten Jahrzehnte zu viel versaut worden und die letzten 15 Jahre hat man dann auch noch angefangen dem „Volk“ Hass zu predigen. Die Kluft ist tief und manchmal ist da eine harte Militärhand für einige Zeit das Beste, leider finden die dann auch wieder Geschmack am Regieren, dann bekommt man die hinterher nicht mehr in ihre Kasernen, ja, ist eine verfahrene Situation . Es bestehen doch sehr viele Paralelen zu der Ukraine, leider.

  7. 7
    Martin Bauer

    „…deren Freilassung gehört mit zu den Grundlagen einer möglichen Dialogbereitschaft.“
    Nee! Nichts, was Maduro jetzt noch sagen oder tun könnte, würde einen Dialog mit ihm rechtfertigen. Es stellt sich nicht die Frage, ob er vernichtet wird, sondern nur, wann.

    • 7.1
      der Sachse

      Madburro und Genossen sehen das anders. Sie glauben immer noch an den „sozialistischen Weg“ von Venezuela (oder Cubazuela). Vielleicht kommt noch die Wunderwaffe Madburros und beseitigt die Opposition und ihre Anhaenger = Militaerdiktatur. Dann heisst es aber „Gute Nacht Marie!“.

  8. 8
    hannes

    Der Aufstand der Oligarchen in Venezuela kann nicht durch Verhandlungen gelöst werden. Hier wollen Faschisten die Gewalt über den Staat und damit über Öl und Kapital. Gesteuert wird das alles von den USA.
    Für die Bevölkerung kann man nur hoffen dass Maduro sich rasch durchsetzt und den Kampf gegen Armut und Hunger wie schon zuvor Hugo Chavez weiterführen kann.
    Die Reichen werden nicht teilen. Nur der Sozialismus ist die Garantie für Wohlstand und Fortschritt und der Etablierung eienr Mittelschicht in disem Land.

    • 8.1
      Martin Bauer

      Ah! Endlich mal ein ganz neuer Gesichtspunkt! Meine Familie, Freunde, 25 Millionen Venezolaner und ich, sind alle faschistische Oligarchen, wollen Kapital und Öl… Dass ich darauf nicht selber gekommen bin…!

    • 8.2
      Herbert Merkelbach

      Waren 70 Jahre Kommunismus in der Sowjetunion und dessen Satellitenstaaten nicht genug von diesem ökonomischem Schwachsinn? Kommunismus heißt: Verarmung der Massen, Verbrechen an der Menschlichkeit, Verfolgung aller Demokraten.
      Eine kommunistische Wirtschaftspolitik ist zum Scheitern verurteilt. Nur eine auf Marktwirtschaft ausgerichtete Volkswirtschaft funktioniert.
      Venezuela wird in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von ca. 1% erzielen, wenn überhaupt und für das nächste Jahr (2015) rechnet der IFM, dass das BIP um 1%, vielleicht auch noch mehr, zurückgehen wird.
      Das sind alles „Erfolge“ einer sozialistischen/kommunistischen Wirtschaftspolitik.
      Die einzigen wirtschaftlichen Erfolgsträger sind die kommunistischen „Bonzen“, die sich die Taschen füllen. In Venezuela sind es die Chavisten, die das Volk ausplündern. Ich möchte diese Typen am Galgen sehen oder unter dem Fallbeil. UND danach wird die Presse wie folgt berichten: „Das Wirtschaftswachstum in Venezuela beträgt in diesem Jahr 7%; seit Beendigung des Chavismus sind mehr als 1000 neue Firmen gegründet worden.“
      Zur Zeit unter den Chavisten liesst man doch tagtäglich, welche Firmen wegen Devisenmangels ihre Produktion einstellen mussten.
      Senor HANNES: für Ihren Kommentar habe ich nur Mitleid übrig. Dummheit gepaart mit Unwissen in Wirtschaftsfragen ergeben dann eine solche Zuschrift wie die Ihrige.

      • 8.2.1
        Martin Bauer

        Das ist ideologische Verblendung, sonst nichts. Wieder mal das Verhalten von Ameisen: Wer nicht bedingungslos dem Willen des Oberbonzen entspricht, dem wird der Kopf abgebissen. Kommunisten und fanatische Moslems können sich da die Hände reichen.

    • 8.3
      der Sachse

      Frage an Sie: kennen Sie Venezuela, leben Sie in diesem Land mit seinem „sozialistischen Errungenschaften“? Auch wenn Sie hier leben wuerden (in Venezuela), dann haben Sie entweder eine riesige riesige Schlafmaske auf oder koennen diese Zustaende hier nicht begreifen. Schon ein BWL-Student im ersten Studienjahr, weiss wie die die Wirtschaft eines Landes aufgestellt sein sollte . damit sie funktioniert und kennt das Wechselspiel von Angebot und Nachfrage und die Marktfunktion. Noch weiter will ich nicht ausholen, das verstehen Sie ja sowieso nicht. Ich kenne das Wirtschaftssystem in der ehemaligen DDR sehr gut, da wurden diese drei Komponenten (Angebot, Nachfrage, Markt) ueberhaupt nicht beachtet. Sehen Sie, seit 1989 existiert diese DDR nicht mehr, oder haben SIe das verschlafen?

  9. 9
    Martin Bauer

    1:30h morgens: Das Treffen ist in seiner Schlussphase. Maduro kann einfach den Rand nicht halten und labert sich in seinem endlosen Schlusswort um Kopf und Kragen. Es war eine Show, bei der die Wahrheit über die Lüge triumphierte, im ganzen Land in voller Länge auf allen Fernseh. und Radiokanälen ausgestrahlt. Maduro und seine Truppe haben sich in stundelangem Lügen-Palaver auf das Lächerlichste demaskiert, wobei das ungeheuerlichste Eigentor war, dass einer ein Mörder in Hemdsärmeln, ein Tupamaro, mit am Tisch sass und zu Beginn seiner Rede Nicolas und Jaua für den Friedensnobelpreis vorschlug.
    Capriles hat Tacheles geredet, hart, ehrlich, überzeugend, und hat mit gut gewählten Worten klargestellt, dass „Nicolas“ unrechtmässig an der Macht ist. Maduro hatte dem nichts entgegenzusetzen. Auch Henry Falcón, Gouverneur von Zulia, und Henry Ramos, von der Acción Democratica, hielten brilliante Reden, deren Argumente niemand entkräften konnte.
    Jedem muss klar sein, dass der Graben morgen keinen Meter schmaler sein wird. An eine Änderung der Kurses beider Seiten ist nicht zu denken, wie erwartet. Aber die Regierung hat eine schwere publizistische Niederlage erlitten, während die Opposition an Glaubwürdigkeit gewonnen hat.

  10. 10
    Wolfgang

    @derSachse… Das stimmt alles, was Du ueber die DDR gesagt hast… Die hatten nur kein Öl! Wenn man aber die Förderung derart runterfährt bzw runterfahren muss, weil Ersatzteile fehlen bzw weil bei der glorreichen PdVSA eben keine 1A Experten arbeiten… dann funktioniert das schöne Leben halt nicht mehr. Venezuela hängt am Tropf der PdVSA. Wenn ich Maduro wäre, ich würde alles daran setzen, den Erdölsektor wieder auf Vordermann zu bringen. Das ist die Kuh, die die Milch gibt. Listo!

    • 10.1
      Martin Bauer

      Bereits in 2011 schrieb ich für LP zwei Artikel zu dem Thema, die nach vor aktuell sind. Nur müsste der eine Titel längst heissen: Der Tausend Milliarden Dollar Raub.
      http://latina-press.com/news/98728-wer-schwaecht-venezuela-wirklich
      http://latina-press.com/news/103464-hundert-milliarden-dollar-raub-in-venezuela

    • 10.2
      Der Sachse

      Die PDVSA auf Vordermann bringen, wie soll das aussehen?! Er wird sie weiterhin als eierlegende Wollmilchsau missbrauchen und weiterhin die konten seiner „Freunde“ fuellen. Die Frage stellt sich, warum keine Devisen fuer Ersatzteile vorhanden sind, warum arbeiten keine 1A Experten bei der PDVSA. Diese hohe Inflationsrate in Venezuela, die phantastische hohe Korruption, die immensen hohen Importe, fehlende nationale Produktion…….., die Liste kann ich beliebig fortsetzen, haben eben Folgen, auch fuer die PDVSA. Spielt keine Rolle, ob ein Land Erdoel hat oder nicht, wenn halt die drei Grundpfeiler – Angebot, Nachfrage, Markt nicht beachtet werden, dann fuehrt das objektiv zum Scheitern einer Wirtschaft, auch hier in Venezuela, ob das MadBurro oder Sie wahrhaben wollen oder nicht. Auch in der Wirtschaft, Okoenomie wirken objektive Gesetze.

      • 10.2.1
        Herbert Merkelbach

        Die Pdvsa hat eine schwerwiegende Probleme: 1. die hohe Verschuldung 2. der hohe Grad der Vernachlässigung der Produktionsanlagen 3. Korruption innerhalb der Organisation, besonders die Führungsriege 4. Fehlende Investitionen.
        Jetzt kommt noch hinzu, dass der ständige Abfluss von Geldern an die BCV die Notlage noch verschlimmert. Einem Artikel des – las armas de coronel – ist zu entnehmen, dass sich die Pdvsa eines Tages genötigt sähe, Erdöl, und zwar leichtes, einzuführen. Welch ein Gedanke. Leider ist das venezolanische Erdöl in seiner ursprünglichen Form nicht in den Raffinerien zu verarbeiten und muss mit – süßem – Erdöl verschnitten werden. Venezuela besitzt Lagerstätten mit – süßem, leichtem Erdöl aber in dieser Beziehung hat die Pdvsa unter der Leitung von Ramirez die Zeit verschlafen, einfach, man hat nicht in diese Lagerstätten investiert. UND JETZT hat man kein Geld.
        Probleme über Probleme und dann soll eine venezolanische Volkswirtschaft, die eine Rentenwirtschaft darstellt, einigermaßen funktionieren? Der Kollaps ist doch vorprogrammiert, allen Beteuerungen und propagandistischen Äußerungen eines Herrn Ramirez oder sonstigen chavistischen Funktionären zum Trotz.
        Zynismus beiseite aber was in Venezuela abgeht ist – Sozialismus in seiner reinsten Form, besser kann er gar nicht dargestellt werden.

      • 10.2.2
        Martin Bauer

        Eine Sanierung der PDVSA, wenn sie denn in aller Konsequenz ernst und ehrlich gemeint wäre, könnte kinderleicht vonstatten gehen. Jede grössere Bank würde mit grösstem Vergnügen dabei behilflich sein, falls überhaupt nötig. Warum? Weil das Potential der Ressourcen und die Nachrege am Markt überwältigend gross sind. Einzige Vorraussetzung sind stabile und verlässliche wrtschaftliche und politische Rahmenbedingung. Aber die venezolanische Regierungs-Clique ist so kurzsichtig geldgeil, dass sie zukünftige Mehreinnahmen einen Dreck interessiert, wenn diese von diszipliniertem Verhalten in der Gegenwart abhängt. Denen ist der Spatz in der Hand wichtiger als die Taube auf dem Dach, denn sie wissen, bis so weit nach oben werden sie es nie schaffen, und wer weiss, ob sie morgen noch was zu melden haben?

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