Brasilien: Fortschritt im Kampf gegen Dengue – Detektor weist Virus in zwanzig Minuten nach

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Das neue Verfahren ist billiger als herkömmliche Methoden (Foto: cubadebate)
Datum: 09. April 2014
Uhrzeit: 10:07 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
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Dengue-Fieber ist die medizinisch bedeutendste durch Stechmücken übertragene Virusinfektion und kommt in mehr als 100 tropischen und subtropischen Regionen außerhalb Europas vor. Die klinische Diagnosestellung ist wegen der Vielzahl der möglichen Erreger für Infektionskrankheiten mit ähnlichen Anfangssymptomen schwierig. Bei Verdacht auf eine Infektion kann das Dengue-Virus mittels reverser Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion nachgewiesen werden, bei der das Erbgut des Virus vervielfältigt und damit direkt nachgewiesen wird. Der direkte Erregernachweis kann auch über eine Virusisolierung mittels Anzucht in der Zellkultur erfolgen, wobei dieses Verfahren ein bis vier Wochen dauern kann. Brasilianische Wissenschaftler haben nun ein System entwickelt, mit dem das Virus in nur 20 Minuten nachgewiesen werden kann. Zudem ist das neue Verfahren billiger als herkömmliche Methoden und wird deshalb als erheblicher Fortschritt bezeichnet.

Im größten Land Lateinamerikas wurden in den Monaten Januar und Februar 87.000 Fälle von Dengue registriert. Trotz der deutlichen Reduzierung der Infektionen in den ersten beiden Monaten des Jahres (lt. Gesundheitsministerium 80% weniger als im gleichen Zeitraum des Jahres 2013) steht die Krankheit noch immer im Focus der Gesundheitsbehörden. Nach offiziellen Statistiken treten etwa 90% der jährlichen Fälle von Dengue-Fieber zwischen Dezember und März, zeitgleich mit der Regenzeit, auf.

„Wir wollten einen schnellen Detektor, genau, billig und zugänglich in allen Gesundheitsbereichen. Eines der Hauptkriterien war eine Reduzierung des Preises gegenüber den aktuellen Tests“, erklärte Francisco Guimaraes, Professor an der Universität São Paulo (USP). Mit dem neuen System wird das Patientenblut mit Hilfe eines Biosensors, der sich noch in der Entwicklung befindet, überprüft. Innerhalb von 20 Minuten liegt das Ergebnis vor. Mit den momentan vorhandenen Geräten erfolgt der direkte Erregernachweis über eine Virusisolierung mittels Anzucht in der Zellkultur – das Verfahren dauert durchschnittlich drei Wochen.

Ein weiterer, nicht unerheblicher Fortschritt, ist die Verringerung des Preises. Dieser liegt zwischen 100 Reais (ca. 45 US-Dollar) und 200 Reais. Dies erlaubt den Gesundheitszentren in abgelegenen und armen Gebieten des Landes auf das System zuzugreifen. Die Innovation des neu entwickelten Biosensors liegt auch in der Art der Antikörper, die nun zur Bestimmung des Virus im Patientenblut verwendet werden.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden, bei der auf Säugetiere basierende Antikörper verwendet werden, hat das brasilianische Forschungsteam ein Protein in den
Eiern von Hühnern gefunden. „Das Eigelb produziert einen Antikörper mit einer viel höheren Konzentration als die eines Säugetieres. Antikörper sind in der Regel ein sehr teures Material. Da eine Henne viele Eier legt, wird die Produktion nun erheblich billiger und einfacher“, bestätigt die mit den Forschungen beauftragte Alessandra Figueiredo.

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  1. 1
    jose

    Das ist ein erheblicher Fortschritt für die Diagnostik…..
    Hoffentlich resultieren daraus auch möglichst bald therapeutische Fortschritte!

  2. 2
    Martin Bauer

    Mal sehen, wie viel an Devisen die venezolanische Regierung dafür bereit stellt…!

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