Neuer Trend in Kolumbien: Grüne Dächer und Fassaden sollen Lebensqualität verbessern

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt mindestens 15 Quadratmeter Grünfläche pro Einwohner (Fotos: Groncol)
Datum: 10. April 2014
Uhrzeit: 13:13 Uhr
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Das Begrünen von Dächern, Wänden, Veranden und Terrassen ist der neueste Trend im lateinamerikanischen Land Kolumbien. Dachbegrünungen als Siedlungsbiotop, das insbesondere lokalklimatisch und in Bezug auf die Regenwasser-Bewirtschaftung eine Rolle spielt, sind ein möglicher Bestandteil ökologischen Bauens und ein Weg, um die Lebensqualität in den Städten zu verbessern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt mindestens 15 Quadratmeter Grünfläche pro Einwohner in den Städten. In Bogotá, einer Stadt von über acht Millionen Menschen, stehen statistisch gesehen jeder Person nur fünf Quadratmeter zur Verfügung.

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Eines der Unternehmen, das sich der Problematik angenommen hat, ist „Groncol“. Vor fünf Jahren in der kolumbianischen Hauptstadt gegründet verzeichnet die Firma jährliche Wachstumsraten von 70 Prozent. „Groncol“ will nach eigenen Worten „die Art revolutionieren, wie wir in Städten leben“ und produziert Nutzflächen, die von sozialen und ökologischen Nutzen sind. Zusätzlich reduzieren die angestrebten Lösungen Lärm und Verschmutzung und ermöglichen zudem nicht unerhebliche Energieeinsparungen.

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Die Stadtklimatische Wirkung von Gründächern ist unbestritten. In Stadtgebieten liegt die Lufttemperatur höher als im nicht bebauten Umland. Die Ursachen sind vielfältig und liegen vor allem in der hohen Wärmekapazität der Bausubstanz, die außerdem den Luftaustausch herabsetzt und in der verringerten Verdunstung. Hinzu kommt die Wärmefreisetzung aus Verkehr, Industrie, Gewerbe und privaten Bereichen sowie die höhere atmosphärische Gegenstrahlung durch den erhöhten Aerosolgehalt in der Stadtluft. Die Bebauung und die versiegelten Straßen- und Wegefläche geben die tagsüber gespeicherte Wärme in der Nacht an die Umgebung ab, so dass sich die Temperaturunterschiede am stärksten in den Abend- und Nachtstunden ausprägen, bei Strahlungswetterlagen um bis zu 10 Grad Celsius.

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Durch Verdunstung des gespeicherten Regenwassers kann sich das Raumklima der direkt darunterliegenden Räume im Sommer abkühlen. Dadurch kann gegebenenfalls auf eine Klimaanlage verzichtet werden. Da ein begrüntes Dach mehr als die Hälfte des jährlichen Niederschlags wieder verdunstet, werden Siedlungsentwässerung und Kläranlagen entlastet. Zudem kann ein neuer Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten – beispielsweise Vögel und Schmetterlinge – geschaffen werden.

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Seit ihrem Gründungsjahr hat „Groncol“ in Bogotá rund 60.000 Quadratmeter Grünfläche geschaffen. Die zusätzliche Vegetation auf Dächern, Räumen und Fassaden absorbiert den Kohlendioxidausstoss (CO2) von mehr als 2.100 Personen. Aktuelle Projekte umfassen den Bau der größten Gründecke von Bogotá – rund 4.500 Quadratmeter.

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