Krise in Venezuela: „Herr Maduro, nehmen Sie die Augenbinde ab“

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Datum: 11. April 2014
Uhrzeit: 15:31 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 6 Kommentare
Autor: Vinicius Love, Caracas (Leser)
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Das Schlichtungsgespräch zwischen Regierung und Opposition in Venezuela hat am Donnerstag (10.) nicht den erhofften Durchbruch gebracht. Zwar hatte es in den vergangenen Wochen und Monaten mehrfach Gesprächsangebote der Opposition gegeben, nun jedoch hatte sich zum ersten Mal das linksgerichtete Regime der Macht der Straße gebeugt und zum Gespräch bereit erklärt. „Ich glaube nicht, dass das Land auf eine wirtschaftliche Explosion zusteuert“, war einer der Kernsätze von Maduro. Der Ex-Busfahrer bewies damit einmal mehr, dass er völlig jenseits der Realität wandelt.

Der Protest der Opposition, Studenten und der Bevölkerung richtet sich gegen die unzureichende Versorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs, einer der höchsten Kriminalitätsraten weltweit, horrender Inflation und Maduros zunehmend diktatorischen Regierungsstil. Das erdölreichste Land der Welt wird seit dem 12. Februar von heftigen Auseinandersetzungen erschüttert. Bei Zusammenstößen zwischen Regierungsanhängern, Oppositionellen und Sicherheitskräften kamen bisher 41 Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt oder festgenommen.

Romer Rubio, Stadtrat und Koordinator der Oppositionspartei „Primero Justicia“ (Maracaibo) empfahl Maduro, seine Augenbinde abzunehmen. „Nehmen Sie die Augenbinde ab und hören Sie auf, den Menschen etwas von Faschismus und Hugo Chávez zu erzählen. Der Miraflores ist nicht Venezuela – in unserem Land werden täglich unzählige Menschen ermordet und die Regale der Supermärkte sind leer“. Bereits vor wenigen Tagen hatte Alessandra Mussolini, Enkelin des faschistischen Diktators Benito Mussolini, darauf hingewiesen, dass Maduro keine Ahnung davon habe, was Faschismus überhaupt bedeute und deshalb den Mund halten solle.

Was die Menschen in Venezuela vom „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ und dem „chavistische Revolutionsmodell“ halten, kann man in den staatlich nicht manipulierten Nachrichten verfolgen. Mindestens 41 Tote, tausende Verletzte und unzählige Festnahmen. Aber die Menschen dort sind nicht etwa unzufrieden, sondern- glaubt man den linken Traumtänzern, allesamt nur Faschisten. So, wie auch in der Ukraine, denn wer sich gegen den Sozialismus stellt, kann aus dem roten und verblendeten Verständnis heraus nur ein Faschist sein. Einzige Ausnahme: die DDR- Bürger, die mit ihren Montagsdemos den SED- Staat zu Fall brachten. Die kann man natürlich nicht als Faschisten bezeichnen, weil sie ja dummerweise nicht nur Wähler sind, sondern teilweise auch noch eigene Parteimitglieder eines bemitleidenswerten Häufchen Elend.

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  1. 1
    peter

    ich weiss nicht was busfahrerkollege maduro für eine Bildung hat, aber ich als Busfahrer in Sachsen lernte schon als Kind was Faschismus ist.
    inzwischen habe ich dazu gelernt. Stalin, mao und hitler unterschieden sich kaum.
    Mussolini war vorher ein glühender Sozialist bevor er ein Faschist wurde. und herr maduro, sie sind nicht weit davon entfernt. aber denken sie daran, das funktioniert heute etwas anders, sie werden mit sicherheit zur Verantwortung gezogen. es gibt keinen fleck auf dieser welt wo sie sich verpissen können. sie werden gefunden und dann werden ihre Straftaten aufgelistet, danach ihre Verurteilung.
    passen sie auf das sie die tür ihres verrosteten linienbusses gut schliessen, da draussen an der Haltestelle VENEZUELA werden sie schon erwartet, vom stolzen Volk Venezuelas.
    ihre Lizenz zum führen eines Autobusses ist bald erloschen!
    vielleicht erhalten sie im Strafvollzug die genehmigung zum lenken eines Tretautos, wer weiss?

    • 1.1
      Alexander

      Anscheinend haben aber viele Sachsen etwas anderes als Sie gelernt oder wie erklären Sie sich die massiven rechten Tendenzen in Sachsen? Vom Sachsensumpf garnicht angefangen?

  2. 2
    Weltenbummler

    Ich glaube, daß dieser Vollpfosten in keinem anderen Land jemals einen Führerschein erlangt hätte, da sein IQ von -100 vielleicht dazu reicht seinen Namen fehlerfrei auszusprechen. Ich mochte den linken Chavez nicht, aber er hat es verstanden Teile der Bevölkerung für sich zu begeistern. Eben weil er eine Persönlichkeit war . Maduro hingegen ist so ein xxxxxxxxxx und hat ebenso völlig xxxxxxxxxxxx Berater. Ich sehe auch keien Unterschied zwischen Stalin, Hitler und Maduro.

    Es wird Zeit dieses ganze rote xxxxxxxxx endlich zu entfernen…

  3. 3
    Martin Bauer

    Guter Artikel, Vincius! Nur in einem Punkt bin ich anderer Meinung, und dieser sollte im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung in Venezuela realistisch betrachtet werden: Bei allem Respekt vor den Teilnehmern der Montagsdemostrationen, zu Fall gebracht haben die gar nichts, so wie Helmut Kohl auch nicht „der Vater der Wiedervereinigung“ ist. Beide haben einen Prozess begleitend unterstützt, der von Reagan und Gorbatschow beschlossen und in Gang gesetzt wurde. Andernfalls hätte es schon die erste Montagsdemonstration nicht gegeben, und die Mauer stünde heute noch.

  4. 4
    Alba

    Wie auch immer, Kommunismus = Faschismus, wenn es um die Auswirkungen geht, die machen alles kaputt, eine gesunde Volkswirtschaft, die Freiheit, die Freiheit das sagen zu dürfen wonach einem ist, und vor Gericht mein Recht zu erstreiten. Bei diesen ismen ist das verboten und wird unterdrückt, wieviel Millionen hat Hitler umgebracht? mindest. 6 Mio, wieviel Stalin, mindest. 3 Mio.
    Keiner hat das Recht auch nur 1 Menschen umzubringen,sorry, das ist nun mal so, jeder der sich dazu aufschwingt ist selbst ein Mörder. Da habe ich mich mal mit einem Jungnazi gezofft, dem ging es doch tatsächlich um die Menge, wie verblödet kann man denn nur sein, um dies in´s Gewicht fallen zu lassen? Haben wir nun eine Demokratie auf der Basis des Christentums oder was?
    Deshalb, Chavez & Co., so leid es mir tut, vor den Internationalen Gerichtshof, und sollen die dieses Pack aburteilen, keine Lynchjustiz ist angebracht, auch wenn man manchmal so redet, man sollte es niemals ernsthaft in Erwägung ziehen.

    • 4.1
      Martin Bauer

      Wenn ich eine Stechmücke platt klatsche, übe ich damit weder Gerechtigkeit noch Rache, auch nicht Abschreckung oder Strafe. Vielmehr ist es der einzige Weg, nachhaltig sicherzustellen, dass sie nicht nicht (mehr) sticht. So, und nicht anders, sehe ich das mit den Protagonisten PSUV Bande und der von ihnen gedungenen Mörder.

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