Krise in Venezuela: Präsident Maduro verschiebt Ankündigung der Wirtschaftsoffensive – Update

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Krise und Proteste in Venezuela: Kein Land in Sicht (Foto: Archiv)
Datum: 22. April 2014
Uhrzeit: 13:49 Uhr
Leserecho: 12 Kommentare
Autor: Redaktion
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Venezuelas Präsident Maduro will in den nächsten Stunden eine Reihe von Maßnahmen zur Bekämpfung der Inflation bekannt geben. Obwohl das Staatsoberhaupt keine Details nannte, bezweifeln Analysten und Unternehmer bereits im Vorfeld, dass es sich um tiefgreifende Reformen handelt und die Probleme wie Inflation und Mangel gelöst werden können. Die „neue Wirtschaftsoffensive“ soll – zumindest auf dem Papier – die schwierige Situation im erdölreichsten Land der Welt lösen. Bei den seit über neun Wochen anhaltenden Protesten gegen das linksgerichtete Regime kamen bisher mehr als 42 Menschen ums Leben. „Wir müssen mehr und besser produzieren. Wir müssen Mechanismen schaffen, die die Produktion im Land ankurbeln“, so Maduro während einer Pressekonferenz.

Eine verheerende Kombination aus Marktwirtschaft ohne Markt und Planwirtschaft ohne Plan: Ein Jahr nach seinem Tod wird immer deutlicher, wie desaströs Hugo Chávez’ wirtschaftliches Erbe ist. Venezuela hat das Jahr 2013 mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,6% beendet und lag damit deutlich unter dem Rekord- und gleichzeitig Wahljahr 2012 von 5,6%. Die annualisierte Inflation beträgt inzwischen knapp 60%, offizielle Daten hält das Regime zurück. Einige Unternehmer haben in den letzten Tagen darauf hingewiesen, dass die Aktivitäten und die Produktion in einigen Schlüsselsektoren im ersten Quartal kräftig gesunken ist.

Bisher erwiesen sich alle „Wirtschaftsoffensiven“ als untauglich. Das seit Anfang des Jahres in Kraft getretene Gesetz der „fairen Preise“ konnte die weiterhin leeren Regale in den Supermärkten nicht füllen. Inspektionen und Sanktionen durch die Behörden sollten das Horten verhindern und den Schmuggel bekämpfen. Alle Maßnahmen konnten die steigende Inflation nicht stoppen und verschärften auf der anderen Seite die Probleme der Knappheit bei grundlegenden Gütern.

Die nationale Handelskammer Fedecameras äußerte sich am Montag (21.) besorgt über die neue Ankündigungen aus dem Miraflores und erinnerte in einer Erklärung, dass „die letzten sektoralen Durchsetzungsmaßnahmen, die in verschiedenen Teilen des Landes durchgeführt wurden, zu vermehrten Schließungen von Einrichtungen und Entlassungen der Angestellten geführt haben“.

„Die Schritte, die die Regierung plant, sind nicht genug, um uns aus der gegenwärtigen Krise zu ziehen. Solange keine tiefgreifenden Reformen (Ende der Verstaatlichungen) durchgeführt werden, kommt es nur zu einer vorübergehenden Linderung. Nach kurzer Zeit ist alles wieder wie gehabt und wir stehen unter dem gleichen Druck wie heute. Probleme wie eine hohe Inflation kann man nicht lösen und gleichzeitig ein hemmungsloses Wachstum der Staatsausgaben und der Geldmenge beibehalten“, betont Heckel García, Direktor des lokalen Finanzunternehmens „Econométrica“.

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Update 23. April

Präsident Maduro hat die Bekanntgabe der Maßnahmen anlässlich der „neuen Wirtschaftsoffensive“ verschoben. „Am Mittwoch werden wir die Schlüsselelemente zum Entriegeln der bürokratischen Mechanismen bekanntgeben“, so Maduro während seiner Radiosendung „En contacto con Maduro“. Die tragenden Säulen und Hauptziele der Offensive sind nach seinen Worten: „Produktion, Lieferung/Versorgung und faire Preise“.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Martin Bauer

    Eine Regierungsclique, deren eiserne Doktrin zum Inhalt hat, jeden einzelnen Dollar, den irgend jemand im Land erwirtschaftet hat, als ihr persönliches Privateigentum anzusehen und Volk, Firmen sowie Nationalbank lediglich wertloses Monopoli-Geld zugesteht, wird auch weiterhin nur Pläne machen, die ihrem persönlichen Wohlergehen dienen.

    Nun, wenigstens der Applaus der Genossen der deutschen Linke wird ihnen sicher sein. Die sehen die Welt nämlich genauso.

  2. 2
    VE-GE

    Ist doch nur wieder sinnloses Gewaesch um Zeit zu schinden mehr ist das doch nicht!

  3. 3
    thor

    man kann sich nur noch schämen unter dieser „Regierung“ leben zu müssen…

  4. 4
    Jason

    “neue Wirtschaftsoffensive”!
    Vielleicht macht er ja ne Kneipe auf – ist ja auch eine “Wirtschaftsoffensive”!
    Sorry für den dummen Kommentar, aber mir fällt langsam nichts besseres mehr ein!

  5. Es tut mir immer wieder leid, mit anzusehen, wie immer noch einseitige Propaganda für oder gegen eine Regierung in die Welt hinaus gebrüllt wird, und stets mit dem Anspruch: „Wer am lautesten brüllt, hat am Meisten Recht.“. Diese Parolen sind offenbar von Personen, die entweder selbst US-Amerikaner sind und via „PSYOPS“ eine schlechte Stimmung gegen eine Regierung schaffen wollen oder aber solche, die ohne wirklich Ahnung zu haben, Meinungen abgeben, von denen sie glauben, dass sie gut ankommen ohne großartig Wert auf Wahrheit zu legen. Nur eines ist sicher: Zuviel ist immer schlecht – will sagen, dass ein Turbokapitalismus wie in den USA genau so schädlich ist, wie ein fanatischer Kommunismus in der ehemaligen Sowietunion. Warum die USA ständig Stinkbomben nach Venezuela werfen ist klar: die Venezulaner lassen sich ihr Erdöl nicht für ein paar Glasperlen wegnehmen, und das passt Uncle Sam nicht. Über unsere eigenen Politiker in Deutschland gibt es leider nichts zu sagen – die müssen erst mal fragen was sie sagen dürfen.

    • 5.1
      alexandro

      Das Enizige was Sie mit Ihrem Geseiere erreichen, ist aufzuzeigen wie wenig Ahnung Sie von den Verhältnisen und Zuständen in Venezuela haben. Zeigen Sie doch eine Stinkbombe aus USA auf die in Venezuela gelandet ist. Wenn Uncle Sam das vorhätte was Sie unterstellen bräuchte er nur kein Öl aus dieser Region mehr kaufen, sowie die Benzinlieferungen einstellen. Wenn dann noch die Auslandskonten Ihrer sozialistischen Freunde gesperrt werden, währe der rote Spuck hier bald zu Ende. Übrig bleibt ein, wie die Geschichte lehrt; ausgeplündertes Land das von den Kapitalistischen Ländern mit viel Geld und Arbeit wieder aufgebaut werden muss

    • 5.2
      Martin Bauer

      Den stereotypen, völlig unreflektierten USA-Quatsch glaubt man Ihnen bestenfalls auf Hetz- und Lügenblättern wie amerika21. Wir hier in Venezuela haben unsere eigenen Probleme, an denen eine massive Intervention aus Kuba die Hauptschuld trägt, sowie auch einige Aktivisten der extremen Linken aus Deutschland mischen hier mit. Wer seit vielen Jahren täglich unmittelbar dem willkürlichen Terror des PSUV-Klans ausgesetzt ist, entwickelt unweigerlich einen tiefen Hass gegen seine Peinig und deren applaudierendes Publikum. Andernfalls wäre er nicht richtig in der Birne.

  6. 6
    Jens

    Die Frage zwischen einem angeblichen Turbokapitalismus und dem Kommunismus stellt sich gar nicht. Chavez und damit Maduro sind mit ihrer Wirtschaftspolitik gescheitet, sie haben Vermögenswerte umgeschichtet und verteilt ohne echte Wirtschaftsreformen vorzunehmen. Das ist der Unterschied zwischen Venezuela und „erfolgreichen“ Kommunisten wie z.B. China oder Vietnam.

    Venezuela sitzt in der Systemfalle in der sie Chavez hineinmanövriert hat. Sinkt das BIP von VZ weiter, gibts bald nichts mehr zu verteilen. Dann können Sie abschätzen, was in Lateinamerika und Cuba passiert.

  7. 7
    der Sachse

    Das Geseiere von MVV wollte ich gar nicht kommentieren. MVV hat keine Ahnung von der Realitaet in der wir in Venezuela leben (muessen) – Inflation ueber 60%, die einfachsten Artikel des Lebens sind nur schwer zu bekommen, unvorstellbare Kriminalitaet, unvorstellbare Korruption, Preisexplusionen ohne Ende. Die Aufzaehlung ist unvollstaendig. Das Land hat zwar enormes Potential, diese unfaehige, inkompetente Regierung hat Alles nur verramscht und sich in die eigene Taschen geschoben, die reinste Mafia. Wie ein Kaengeruh grosse Spruenge machen und nix im Beutel. Eine oekonomische Strategie fuer hier ist nicht zu erkennen. Endlich sitzten sie Alle (die MadBurros und Co.) in der eigenen Systemfalle, in die sie sich selber gebracht haben. Hier hilft nur ein Kurswechsel in Richtung Demokratie und weg von dieser Diktatur, Totalitaet. Das ist jedoch ein langer und schwieriger Weg, den Venezuela gehen sollte.

  8. 8
    marvin Scott

    Produktion, Lieferung/Versorgung und faire Preise kontrollieren und dies bei Zehntausenden von Produkten und Dienstleistungen? Alle Achtung vor so viel Fleiss! Aber wenn man Sozialist ist, tut man alles für die Ideologie. Dazu noch dem Diktator huldigen und solidarisch zum Essen fassen anstehen.

    Dabei bräuchte es gar nicht so viele Leute zum Erfolg, nur einen Herrn und eine Dame: Den Herr Markt und die Frau Aussicht auf Rendite. Ein paar Dollars wären auch noch hilfreich und der Kasten käme ins Rollen. Doch der Dicke Tator ist dagegen, weil er es nicht begreift, wie’s geht. Und die, die wüssten wie’s geht, trauen sich nicht, dies dem Vollpfosten vorzuschlagen.

  9. 9
    Herbert Merkelbach

    Ich kann es nicht begreifen, was dieser Vorsitzende einer plutokratisch-nepotistischen Verbrecherbande in Sachen Ökonomie von sich geben will, zumal er in Sachen Volkswirtschaft nicht den Funken Wissen hat.
    Sein BCV Scherge sollte endlich die Inflationsrate für März bekannt geben. Wieder eine Missachtung der eigenen Vorschriften durch die Chavisten. Es scheint, als ob die Manipulation der Daten an Grenzen stößt.
    Eine griechische Tragödie ist im Vergleich zu der Realität in Venezuela gar nichts.

  10. 10
    hugo

    last doch endlich die schuld zu weisungen an andere länder. weder die usa,kuba,russen oder chinesen sind schuld an dem was in venezuela geschied. es sind die eigenen landsleute die verantwortlich sind.
    hoch krimminel, dumm, faul und immer noch von sich selbst überzeugt so begegen mir viele menschen hier. sie lassen sich auf keine gespräche ein und sind völlig uneinsichtig.
    mir tun alle die toten leid die bis heute ihr leben lassen mußten. sie sind sinnlos gestorben, und bleiben nur ihren angehöringen in erinnerung.

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