Krise in Venezuela: Nahrungsmittelinflation erreicht unglaubliche 79,2%

pulverfass

Lage in Venezuela gleicht einem Pulverfass (Foto: Archiv)
Datum: 25. April 2014
Uhrzeit: 08:55 Uhr
Leserecho: 16 Kommentare
Autor: Redaktion
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Im südamerikanischen Land Venezuela hat sich die Inflation im vergangenen Monat auf 4,1% beschleunigt (Februar 2,4). Dies gab am Donnerstag (24.) die Zentralbank Venezuelas mit rund zweiwöchiger Verzögerung bekannt. Das Ergebnis des nationalen Verbraucherpreisindexes belegt, dass die Preise für Speisen und alkoholfreie Getränke in den letzten 12 Monaten um 79,2% anstiegen. Der Indikator für Knappheit und Verfügbarkeit von Waren wurde nicht erwähnt.

Die Website der Bank zeigt die prozentuale Veränderung des Verbraucherpreisindex, stellt den eigentlichen Index seit Dezember allerdings nicht mehr zur Verfügung . Venezolanische Ökologen weisen in ihren eigenen Berechnungen darauf hin, dass die annualisierte Inflation bei unglaublichen 59,4% liegt (Akkumuliert bei 10,1% -seit Januar). Aktuelle Trends zeigen, dass sich die Inflation im April weiter beschleunigen wird.

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Wall Street-Analysten, Ökonomen und lokale Führer der Opposition haben die vom linksgerichteten Regime beeinflusste Informationspolitik der Zentralbank schon längst in Frage gestellt und darauf hingewiesen, dass die Verringerung der verfügbaren Informationen und Verzögerungen bei der Bekanntgabe der Indikatoren ihre eigene Sprache spreche.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    der Reisende

    Inflation nicht genügend zum Essen Menschenrechtsverletzungen und vieles mehr !!!!!! und was macht die Bevölkerung dagegen ( ausgenommen die Studenten ) NICHTSSSSSSSSSSSSS
    Einigen Menschen hier kann man den Ar………h aufreißen und die bedanken sich noch dafür.

  2. 2
    Herbert Merkelbach

    In einem Artikel (Januar 2014) von Steve Hanks, Ökonom an der John Hopkins Universität in den USA siedelt dieser die jährliche Inflationsrate, die – implied annual inflation rate – bei ÜBER 350% an. Diesen Wert muss man sich erst einmal reinziehen.
    Diesem Menschen schenke ich mehr Glauben als den Inflationskaschierern in der BCV, zumal, dieser Volkswirtschaftler versteht sein Handwerk.

  3. 3
    Martin Bauer

    Meine alte Hausbank in Deutschland sagte mir bereits im Jahr 2005 zu Venezuela: „Dort ist etwas ganz besonders Böses entstanden, eine Mischung aus Kommunisten, Drogenhändlern und korrupten Militärs. Davon kann man nur völlig die Finger weg lassen.“

  4. 4
    Alba

    Hatte die alte Hausbank doch völlig Recht, ja, dort ist etwas sehr böses entstanden und jetzt versucht man dies mit „Arbeitskreisen“ wieder zu richten?? Da kann man nur noch lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Opposition-wach langsam auf- schicke diese „Hinhalter“ zum Teufel, die wollen nur Zeit gewinnen um noch ausländische Verstärkung zu bekommen, warum kommt denn der Chinese nun nach CCS.???? Die wollen auch nicht ihr günstigen Öl discounter verlieren. Passt auf, in Kürze werdet ihr auch noch chinesen Militärs auf der Strasse sehen.

    • 4.1
      Herbert Merkelbach

      Es pfeifen die Spatzen von allen Dächern in dieser Welt: die amtierende venezolanische Regierung hat nur ca. US$ 600 Millionen als liquide Währungsreserve. Dieser Betrag ist unzureichend um alle ausstehenden ausländischen Forderungen zu begleichen. Die Differenz in den Reserven bis US$ ca. 20,4 Milliarden ist der Goldvorrat bei der BCV. Muß dieser verkauft werden, macht Venezuela einen Verlust. Auf der anderen Seite kann das Gold nicht verkauft werden, da es als Sicherheit für den chinesischen, besser für die chinesischen Kredite dient. Verdammt dumme Situation für die amtierende Regierung in Caracas.
      Vielleicht wollte sich der Chinese bei seinem Besuch davon überzeugen, dass das Gold noch in physischer Form vorhanden ist!

      • 4.1.1
        Martin Bauer

        Das Gold ist ganz sicher noch in physischer Form vorhanden. Die Frage ist nur, wo es lagert und in wessen Besitz. Der Conviasa A342 trieb sich vor rund 2 Jahren viel in Zürich rum, trotz Conviasa Flugverbot in Europa. Aber was ein- und ausgeladen wurde, erschien in keiner Pressemeldung. Nicht mal, dass es diese regelwidrigen Flüge überhaupt gegeben hat.

  5. 5
    Barbara

    Der Staatsbankrott ist da nur will es keiner im Miraflores wahrhaben. Die Auslandschulden werden zur Zeit auf rund 1200 Milliarden USD beziffert. Das ist rund 3x so viel wie beim Crash in Griechenland. Da hilft auch keine Goldreserve mehr. Aber leider gibt es immer noch Leute, wie ein europäischer ex-Botschafter, welche lauthals verkünden, dass es dem venezolanischen Volk mit dem „Chavez-System“ viel besser geht. Da bleibt mit die Spuke im Hals stecken.

    • 5.1
      Martin Bauer

      „Die Auslandschulden werden zur Zeit auf rund 1200 Milliarden USD beziffert.“
      Ich bezweifle nicht, dass die Auslandsschulden sehr hoch sind. Aber einen solchen Betrag könnte ich mir nicht erklären. Gibt es dafür eine Quelle?

      • 5.1.1
        Herbert Merkelbach

        Das CIA world factbook benennt die venezolanischen Auslandsschulden mit US$ 74,87 Milliarden (2013 estimated – also geschätzt). Wahrscheinlich dürfte die Zahl höher liegen, da die Chavisten nicht die Wahrheit unterdrücken.
        Eventuell könnte die Zahl 1200 Milliarden um eine Null weniger in einer richtigen Größenordnung liegen. Man sollte auch vorsichtig sein, wenn US-amerikanische Angaben in Trillions und Billions angegeben werden: 1 billion = 1 Milliarde; 1 trillion = 1 Billion.

      • 5.1.2
        Martin Bauer

        So ähnlich würde ich das auch einschätzen.

  6. 6
    Barbara

    Sorry fürs warten, aber ich wollte die Angaben nochmals bei meinen Kollegen verifizieren und erhielt folgende Auskünfte: Der IWF hat vor ein paar Wochen eine Hochrechnung der „Schulden“ ab 2010 bis Ende 2014 hochgerechnet und kam auf rund 1000 Milliarden USD. Worauf Finanzanalysten von drei europäischen Grossbanken eigene Berechnungen angestellt und diese 1200 Milliarden errechnet haben. Darin sind die Schulden seit 2010 inkl. Zins und Zinseszins sowie langfristige und laufende Verpflichtungen (Verträge, Kredite, Beschaffungen etc,), allerdings abgegrenzt und mit einem Zins für verspätete Zahlung versehen. Sicher sind Hochrechnungen immer unsicher, aber aus dem Telefongespräch kann davon ausgegangen werden, dass die Herren sehr genau recherchiert haben und vermutlich über Informationen verfügen, welche nicht unbedingt öffentlich sind, aber den Andeutungen konnte ich dies entnehmen.

    • 6.1
      Martin Bauer

      Besten Dank, Barbara! Dem kann man ja nun nichts mehr entgegensetzen. Da der Chávez Clan allein der PSVSA bereits weit über eine Billion (1000 Milliarden) an Einnahmen entzogen hat (auch nach Hochrechnungen), sowie kaum einschätzbare Beträge aus anderen Quellen, so dürfte sich das insgesamt dem venezolanischen Volk von der PSUV-Bande gestohlenen Vermögen auf etwa 2,5 Billiarden Dollar belaufen. Damit lässt sich natürlich Wohlwollen und Unterstützung in der ganzen Welt kaufen, auch in den solidesten Demokratien, denn irgendwo hat so gut wie jeder seinen Preis.

      Wen wundert’s da noch, dass die Linke da so scheissfreundlich zu Maduro ist…?

      Und was hilft dagegen? Nur systematisches Entfernen der Täter von der Erdoberfläche.

      • 6.1.1
        Martin Bauer

        KORREKTUR: 2,5 Billionen Dollar

  7. 7
    Herbert Merkelbach

    2,5 Billionen US$ entspricht dem BIP der Russischen Föderation mit 140 Millionen Einwohnern. Welch ein Betrag. Dass, was der Chavez-Clan bewerkstelligt hat, ist m. M. nach Hochverrat. Die Strafe hierfür ist wohl jedem bekannt!!

    • 7.1
      Martin Bauer

      Chávez hat eine lange Liste von Straftaten begangen, die auf Hochverrat hinauslaufen. Das fing spätestens 1992 mit seinem Putschversuch an.

  8. 8
    Barbara

    Haben eben nachstehend einen interessanten Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung gefunden:
    http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/in-venezuela-gibt-es-keinen-fruehling-1.18284798

    @Redaktion: Wäre sicher für alle Leser von Interesse, besteht die Möglichkeit diesen aufzuschalten?

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