Proteste in Bolivien: 702 Soldaten in den obligatorischen Ruhestand versetzt

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Militärs fordern ein Ende der Diskriminierung in den Streitkräften (Foto: ABI)
Datum: 25. April 2014
Uhrzeit: 10:24 Uhr
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Autor: Redaktion
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Nach Protesten bolivianischer Unteroffiziere und Feldwebel des Heeres, der Luftwaffe und der Marine gegen Diskriminierung und ihre finanzielle Lage hat das Oberkommando der Streitkräfte kurzen Prozess gemacht und 702 Soldaten in den obligatorischen Ruhestand versetzt. Die Entscheidung wurde getroffen, nachdem mehr als 1.000 von ihnen singend und in Uniform durch die Straßen des Regierungssitzes La Paz gezogen waren.

Die Streitkräfte Boliviens haben in der Vergangenheit durch zahlreiche Putsche eine große Rolle in der Geschichte des südamerikanischen Landes gespielt. Der Kommandeur der Streitkräfte fürchtet nach eigenen Worten „Meuterei und Aufruhr“, die zu den Vorbereitungen eines Putsches dienen könnten. Die Proteste hatten bereits am 3. April begonnen, als 13 Unteroffizieranwärter wegen Befehlsverweigerung aus ihren Positionen entfernt wurden. Danach wuchsen die Proteste an, die Militärs forderten ein Ende der Diskriminierung in den Streitkräften.

„Wir sind nicht gegen die Regierung und fordern ein Ende dieses kapitalistischen Kolonialmodells innerhalb der Streitkräfte“, erklärte John Gil, einer der Anführer/Sprecher der Vereinigung von Unteroffizieren. Die Soldaten innerhalb der Laufbahngruppe der Unteroffiziere können zwar über mehrere Jahre an Bildungsmaßnahmen teilnehmen, allerdings nicht in die Laufbahngruppe der Offiziere aufsteigen. Die Unteroffiziere fordern vor allem mehr Vergütung, bessere Aufstiegschancen und den Zugang zu Ausbildungsstätten. Gleichzeitig protestieren sie gegen die Diskriminierung indigener Bevölkerungsgruppen, denen viele der Unteroffiziere angehören.

Laut Verteidigungsminister Ruben Saavedra wird es keinen Dialog geben, bis die protestierenden Soldaten in ihre Kasernen zurückkehren. Präsident Evo Morales hat auf die Proteste bisher nicht reagiert. Die Demonstranten kündigten unterdessen an, dass sich die Proteste in den nächsten Stunden auf andere Teile des Landes ausweiten werden.

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