Ausstehende Staatsschulden in Venezuela: „Alitalia“ reduziert Flugverbindungen

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Weitere Airline hat Hinhaltetaktik satt (Foto: Alitalia)
Datum: 02. Mai 2014
Uhrzeit: 10:44 Uhr
Leserecho: 6 Kommentare
Autor: Redaktion
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In Venezuela stagnieren die Verhandlungen für die Zahlung der Milliardenschulden an ausländische Fluggesellschaften. Die Wirtschaft des südamerikanischen Landes steht am Abgrund und verfügt nicht einmal mehr über ausreichende Devisen. Das Scheitern des “Sozialismus des 21. Jahrhunderts” wird immer offensichtlicher, inzwischen hat das linsgerichtete Regime Schulden im zweistelligen Milliardenbereich angehäuft. Die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung (IATA) hat am Dienstag (29.) erneut zur zügigen Zahlung einer Schuldensumme von knapp 3,8 Milliarden US-Dollar aufgefordert und den noch regierenden Ex-Busfahrer Maduro an seine Versprechungen erinnert.

Als Folge der Verzögerung bei Reduktion der Staatsschulden haben verschiedene Fluggesellschaften bereits ihre Flugfrequenzen und Sitzplatzkapazitäten reduziert. Die größte italienische Fluggesellschaft „Alitalia“ gab am Mittwoch (1.) eine radikale Reduzierung ihrer Flugverbindungen in das vom Pleitegeier bedrohte Land bekannt.

Die Airline bietet bisher fünf Flüge pro Woche zwischen Caracas und Rom an und hat sich nach Berichten lokaler Medien nun dazu entschieden, ab dem 17. Mai nur noch zwei Flüge bis zum Ende des laufenden Monats anzubieten. Sollte das Regime seine Schulden bis dahin nicht beglichen haben, wird eine weitere Reduzierung in Erwägung gezogen.

In diesem Jahr haben die internationalen Fluglinien ihre Tätigkeiten in Venezuela bereits um 38% reduziert.

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  1. 1
    Gast.

    Wurde mal Zeit das in dem Hick Hack ein bisschen Schwung zu bringen.
    Ich hoffe das die anderen Linien folgen.

  2. 2
    der Sachse

    Das ist zwar belastend auch fuer mich, aber nicht fuer immer. Diese „Regierung“ bekommt sicher ueberhaupt nicht, welche Konsequenzen das haben wird, die haben ja ihre eigenen Flieger oder finden andere Bananenfrachtflieger.

  3. 3
    der Sachse

    die raffen es gar nicht, meinte ich.

  4. 4
    Herbert Merkelbach

    Allen Ernstes, wovon und womit soll die amtierende Regierung, die über Barmittel von ca. US$ 600 verfügt US$ 3,7 Milliarden bezahlen? Die Goldbestände sind tabu, bei der Bezahlung der importierten Nahrungsmittel sind sie im Rückstand. Man ist in Bezug auf Import in verschiedenen Industriezweigen bei den Gläubigern an die Kreditlimits gestoßen. Wie heißt es: einem nackten Mann kann man nicht in die Taschen greifen.

  5. 5
    Der Bettler

    Herr Merkelbach,genau so sehe ich das auch.Ich würde soweit gehen,daß dieses Land zahlungsunfähig ist.Die Goldbestände haben sie ja sonst wo hin verpfändet,also es ist nichts mehr da,außer eine unfähige illelegale Regierung,der Chef ein Kolumbianer,was will man noch mehr in diesen herrlichen Land. Die Aussage, daß die Fluggesellschaften bezahlt werden,ist genau so gelogen, wie alles was dieser Dreckhaufen von sich gibt.Also hier bleiben oder Schlauchboot beantragen.Hervorragende Aussichten oder nicht?

    • 5.1
      Herbert Merkelbach

      Im Riesenschlauchboot über den Atlantik, welch eine Gaudi oder paddelnd nach Miami zu Disneyland. Spaß beiseite, es gibt noch ein anderes Problem, das den meisten Menschen nicht so bewußt ist. Pdvsa hat eine Menge Anleihe im Markt; die Zinszahlungen müssen regelmässig bedient werden. Kürzlich hat die Ölfirma die Zinsen für die Anleihen 2014, 2015, 2016 (Fälligkeiten der Anleihen) bedient. Die Pdvsa ist hoch verschuldet. Die Öleinnahmen gehen zurück. AmericaEconomia schrieb vor ein paar Tagen, dass die Pdsva Kürzungen in der Belieferung der „regulären“ Kunden vorgenommen habe, d. h. USA, Alba, China. Die frei werdenden Mengen werden wahrscheinlich anderweitig verkauft, damit wieder Geld in die Kasse kommt. Selbst Chávez hatte mit all seiner Rhetorik stets darauf geachtet, dass diese Zahlungen pünktlich vorgenommen wurden. Die Anleihen lauten über US$, ausgegeben in den USA, Hauptabnehmer US-Banken. Chavez wollte das ändern und Gerichtsstand Venezuela vorschreiben. Das war ein Schuß in den Ofen.
      Man stelle sich vor, die Pdvsa kann die Zinsen nicht mehr bedienen. Die Gläubiger verstehen keinen Spaß in dieser Hinsicht. Dann könnten selbst Pfändungen auf hoher See vorkommen (beste Beispiel Argentinien mit der Beschlagnahme eines Seglers der Marine in Ghana). Über 90% der US$ Einnahmen Venezuelas kommen über die Pdvsa. Ich bin kein Hellseher aber ein Szenario, dass das Keystone-XL Projekt fertiggestellt wird und aus Kanada täglich ca. 1 Mio „barrel“ Öl in die USA transportiert werden, bedeutete der Wegfall der Importe aus Venezuela. Unabhängig von den politischen Zwisten zwischen den USA und Venezuela, dieser Transportweg wäre preiswerter als ein Versand per Tanker auf See. Die Pdvsa hat ein weiteres sehr ernst zu nehmendes Problem: Erdöl ist nicht gleich Erdöl und das venezolanische muss mit leichterem Öl, auch aus eigener Quelle gemischt werden, damit es z. B. in den Raffinerien an der US Golfküste verarbeitet werden kann. Sträflich hat die Pdsva unter Ramirez die Wartung, den Ausbau dieser Quellen in VE vernachlässigt. Es könnte sein, dass Venezuela in Zukunft – leichtes – Erdöl einführen muss, da man nicht genug eigenes leichtes produziert. Welch ein Gedanke!!
      Meine Quellen: Bloomberg, AmericaEconomia, las armas de Coronel

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