Indios klagen brasilianische Regierung wegen Menschenrechtsverletzungen bei UNO an

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Schon bei der UNO-Umweltkonferenz Rio+20 forderten die indigenen Völker Brasiliens Frieden und Gerechtigkeit (Foto: Luiz Ferreira / IAP Photo)
Datum: 22. Mai 2014
Uhrzeit: 06:21 Uhr
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Die Anführer mehrerer indigener Völker Brasiliens haben bei der UNO schwere Vorwürfe gegen die brasilianische Regierung vorgebracht. Diese wird beschuldigt, die Menschenrechte, die Rechte der Indios sowie deren Landrechte verletzt zu haben.

Vorgebracht wurden die Beschuldigungen von Lindomar Terena, einem Vertreter der Vereinigung der Indiovölker Brasiliens (Apib) beim UNO-Forum über indigene Fragen in New York. Die Apib vertritt die Indios von über 300 Ethnien.

Seit der Demokratisierung Brasiliens seien noch nie so viele Indios umgebracht worden, habe es noch nie so viele Versuche gegeben, die Rechte der Indios zu beschneiden, klagte Terena an. Als einen Grund für die zunehmende Gewalt nannte er eine Initiative, die derzeit im brasilianischen Nationalkongress diskutiert wird. Mit ihr soll das Gesetz zur Ausweisung von Indiogebieten geändert werden.

Darüber hinaus habe die Regierung die Prozesse zur Landausweisung vorübergehend eingestellt, was zu einer Verschärfung der Konflikte zwischen Indios und Großgrundbesitzern geführt habe. Allein im Bundesstaat Mato Grosso do Sul, der Heimat der Terenas, sind nach seinen Angaben in den vergangenen zehn Jahren 20 Indios bei den Landkonflikten umgebracht worden. Als Negativbeispiele führte Terena auch den Bau der beiden großen Wasserkraftanlagen Belo Monte und Tapajos im Amazonasgebiet an, von dem auch Indios betroffen sind.

Gefordert wird von den Indios nun die umgehende Entsendung von Beobachtern, um die Auseinandersetzungen bei den Landkonflikten zu begleiten, sowie ein Symposium mit UNO-Vertretern über die Kriminalisierung der Indios.

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