Venezuela: Tageszeitung „El Universal“ an spanische Investmentgruppe verkauft

epalisticia

"Epalisticia" ist eine Investmentgesellschaft in Madrid, die sich auf Bereiche wie Öl, Immobilien und Medien konzentriert (Foto: epalisticia)
Datum: 05. Juli 2014
Uhrzeit: 10:29 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die venezolanische Zeitung „El Universal“ ist an die spanische Investmentgruppe „Epalisticia“ verkauft worden. Dies berichtete am Freitag (4.) die Medien-Gewerkschaft SNTP „Sindicato Nacional de Trabajadores de la Prensa“ via Twitter. „Epalisticia“ ist eine Investmentgesellschaft in Madrid, die sich auf Bereiche wie Öl, Immobilien und Medien konzentriert. Jesús Abreu Anselmi wurde als neuer Präsident genannt. Weitere Details gab die Gewerkschaft nicht bekannt. Die rechtsliberal ausgerichtete Zeitung wurde am 1. April 1909 von dem venezolanischen Schriftsteller Andrés Mata und dem Journalist und Politiker Andrés Vigas gegründet.

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In den letzten 16 Monate wechselten bereits der Nachrichtensender Globovision und die Redaktionsgruppe Cadena Capriles ihre Besitzer. Aufgrund staatlicher Devisenkontrollen erhalten Venezuelas Zeitungen, welche nicht auf Regierungslinie berichten, kaum noch die Zuteilung notwendiger Devisen für den Import von Druckpapier.

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  1. 1
    Martin Bauer

    Der Verkauf der venezolanischen Tageszeitung El Universal an einen in Spanien registrierten „Investor“ ist unwirksam, da ein eklatanter Verstoss gegen venezolanisches Recht, welches es ausländischen natürlichen und juristischen Personen verbietet, eine venezolanische Tageszeitung zu besitzen. Da hat sich also wieder mal jemand über geltendes Recht hinweggesetzt. Wer könnte das wohl sein…?

    Als alleiniger Gesellschafter der Käuferfirma, Epalistica Sociedad Liitada, ist Tecnobreaks Inc., ebenfalls in Madrid eingetragen. Alleiniger Gesellschafter von Tecnobreaks Inc ist, man glaubt kaum, dass die in Europa möglich ist, Epalistica SL. Beide geben ein Grundkapital von 3,5 Milliarden Euro vor, beide wurden am selben Tag gegründet. In der Selbstdarstellung ist von Investitionen in den Bereichen Mineralöl & erneuerbare Energien, Medien und Gewerbegrundstücke. Als Mandaten werden als „private Insvestoren“ und Start-Up Firmen benannt. Die Direktoren, Eduardo Lopez de la Osa, Jose Antonio de la Torre und Jose Luis Basanta, sind völlig unbeschriebene Blätter, undurchsichtige Personen ohne Vergangenheit, die offiziell niemals an irgend einem Geschäftsabschluss beteiligt waren. Sämtliche Telefonnummern und E-Mail Adressen beider Firmen sind tot.

    Da fällt mir ein, hat sich schon mal jemand gefragt, wo die von venezolanischen Regierungsmitgliedern gestohlenen und unterschlagenen Milliarden hingekommen sind…? Oh, wie komme ich jetzt nur darauf? Da gibt es doch überhaupt keinen Zusammenhang!

    Der neue Direktor von El Universal, Jesús Abreu Anselmi, hat jedenfalls eindeutige Verbindungen zu einflussreichen Chavista. Und sein Bruder ist Direktor des weltberühmten La Sistema, der seinerzeit von Chávez geförderten und kontrollierten Musikfördergruppe, die u.a. Gustavo Dudamel hervorgebracht hat.

    Fazit:
    1 – El Universal gehört nun auch der PSUV-Bande.
    2 – Die in Madrid registrierte Scheinkonstruktion Epalistica SL & Tecnobreaks Inc. ist ganz offensichtlich ein Vehikel, um gestohlenes und unterschlagenes venezolanisches Volksvermögen zu waschen und in legale Unternehmungen zu investieren. Beweise dafür habe ich nicht, aber allein die geschilderte Konstllation ergibt einen ausreichenden „Anfangsverdacht“ für jeden anständigen Staatsanwalt, die Firmen genauestens unter die Lupe zu nehmen. Nur könnte dieser dabei leicht so enden, wie kürzlich ein deutscher Geschäftsmann im Hotel Eurobuilding.

    • 1.1
      der Reisende

      @Martin Bauer solche Leute braucht das Land super Kommentar weiter so . Bravo !!!!
      Auch ich bin der gleichen Meinung.Dieser Bericht ist leider für viele Venezolanos viel zu hoch,den die verstehen den ganzen Vorgang nicht.

  2. 2
    Wolfgang

    Interessant! Gut recherchiert, Martin.

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