Venezuela: Leopoldo López wird psychischer Folter unterzogen

lopez

López dürfte kein gerechter Prozess erwarten (Foto: MUD)
Datum: 12. Juli 2014
Uhrzeit: 07:39 Uhr
Leserecho: 9 Kommentare
Autor: Redaktion
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Oppositionsführer Leopoldo López befindet sich seit Februar in Untersuchungshaft. Dem 42-Jährigen werden Anstiftung zur Gewalt, Brandstiftung, Sachbeschädigung sowie Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Amnesty International, Human Rights Watch und andere internationale Menschenrechtsgruppen verurteilten seine Inhaftierung als politisch motiviert.

Das López ein gerechter Prozess erwartet, scheint unwahrscheinlich. Im Korruptionsindex von “Transparency International” steht Venezuela auf Platz 165 – von 175, was das Ausmaß des Problems andeutet. Eine durch und durch korrupte Justiz urteilt stets zu Gunsten des Regimes, Milliarden von Dollar verschwinden einfach oder gehen in Form von Ämtern an Günstlinge des chávistischen Apparats.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erklärte: „Die Regierung von Venezuela hat offen die Taktik eines autoritären Regimes angewandt und wirft Gegner ins Gefängnis, macht die Medien mundtot und schüchtert die Zivilgesellschaft ein“. Amnesty International gab in einer Erklärung bekannt: „Die Anschuldigungen gegen den venezolanischen Oppositionsführer Leopoldo López riechen nach einem politisch motivierten Versuch, Regimekritiker im Land zum Schweigen zu bringen“.

López ist wie die ebenfalls inhaftierten Oppositions-Bürgermeister Daniel Ceballos und Enzo Scarano im Militärgefängnis Ramo Verde untergebracht und von anderen Häftlingen isoliert. In den ersten Monaten des Gefängnisaufenthaltes besuchte ihn seine Familie jede Woche und durfte jeweils nur für ein paar Stunden bleiben und ein Mittagessen mitbringen. Laut seiner Ehefrau Lilian Tintori darf sie ihren Mann bereits seit Wochen nicht mehr besuchen. „Sie wollen ihn bis zu seinem Prozess am 23. Juli komplett isolieren und durch psychische Folter seinen Geist brechen“, so Tintori.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Gast.

    Für mich bracht es keinen Beweis das sich die Roten schlimmer als die Nazis aufführen.

    • 1.1
      Inge Alba

      Es gibt keine Steigerung von Rot oder Braun, beide sind gleich beschissen, sorry den Ausdruck, aber ich habe mir Dachau mal angesehen. Sollte übrigens jeder Pflichtmässig einmal in seinem Leben machen müssen, allen voran die roten Säckel.

      • 1.1.1
        Martin Bauer

        Vom ethischen und moralischen Gesichtspunkt bin ich da gleicher Meinung. Die Braunen aber kann man durch Ausschalten vorn einem oder weniger Protagonisten entscheidend schwächen oder weitgehend in die Bedeutungslosigkeit befördern. Die Roten dagegen sind ein weltumspannendes System. Die betreiben den Terror wissenschaftlich, mit eigens dafür eingerichteten Hochschulen. So studierten z.B. Brandt und Wehner gleichzeitig mit Ulbricht an der Hochschule für Politologie in Moskau und standen damals auch privat in recht engem Kontakt, wie Zeugen berichteten. Damit sind die Roten eine weitaus grössere Bedrohung für die Freiheit der menschen, als die Braunen es jemals werden konnten.

  2. 2
    Martin Bauer

    Es gibt keine menschenverachtendere und abscheulichere Art des organisierten Verbrechens, als das, was sich seit Generationen im Zeichen von Hammer und Sichel abspielt. Und so lange Deutschland die „Linke“ als „demokratische“ Partei akzeptiert, hat es den Faschismus nicht überwunden. Dieser wird unter roter Flagge wesentlich konsequenter praktiziert, als unter brauner.

  3. 3
    der Reisende

    Leopoldo Lopez hat sich die ganze Sache viel einfacher vorgestellt als er sich im Februar der roten Bande freiwillig stellte.Er hatte mit Sicherheit gedacht das sein ach so tolles kämpferisches Volk ziemlich schnell ihn aus dem Knast holt.Da hat er sich wohl sehr getäuscht.Die Menschen hier haben auch keine Zeit um zu protestieren denn sie sind die ganze Woche damit beschäftigt an einem der vielen Supermärkte anzustehen um die nötigsten Grundnahrungsmittel zu ergattern.Den nach den vielen Stunden an einem Tag bei ca. 36 Grad im Schatten in der Schlange stehen sind bei sehr vielen die Gehirne sehr ausgetrocknet um überhaupt an protestieren zu denken.
    La MUD die ist gleich für nichts zu gebrauchen von dieser Seite wird Leopoldo lange auf Unterstützung warten müssen genauso wenig kann er mit der Hilfe vom Volk rechnen. Das heißt im Klartext er wird sehr viele Jahre im Knast verbringen und die kämpferische Bevölkerung wird weiter bei viel Sonnenschein vor dem Supermarkt sich ihr Hirn austrocknen lassen.
    Über den Oppositionsschreck Capriles Radi…….. möchte ich mich nicht auslassen den ich möchte kein latina-press verbot bekommen.

    • 3.1
      Inge Alba

      Tut mir leid für L.Lopez & Familie, aber noch blöder hätte er nicht agieren können, so jemanden kann man in keiner Opposition gebrauchen. Ist doch hirnrissig sich auch noch freiwillig zu stellen. Hatte er kein Beispiel an Simonovis und, und?? dachte er wirklich er bekäme eine Sonderbehandlung? Hier hilft nur noch Opposition von Aussen, im Land selbst ist dies viel zu gefährlich und auch wirkungslos, solange man auf „friedliche Demos“ Wert legt. Auch die Machado sollte besser mit ihrer Familie das Weite suchen, auch sie wird man nicht mit Glacehandschuhen anfassen, auch sie wird für Jahre hinter Gittern verschwinden. Weder Lopez noch Machado haben einen Wert im Knast, dort sind sie in Kürze vergessen! Venezuela wird den Weg gehen, den alle gegangen sind, ein paar Jahrzehnte unter roter Fuchtel, bis sich die ganz da oben fett gefressen haben und unvorsichtig werden, erst dann ist ein Umsturz möglich, noch sitzen die dort zu fest im Sattel. Und so ein Umsturz muss auch mitgetragen werden von denen da ganz unten, und denen geht es im Moment noch relativ gut, sorry ist so.

  4. 4
    hugo

    als ich vor einigen monaten schrieb das alle bei irgend einem protest erschossen oder verhaftet menschen sinnlos sind ging ein aufschrei durch die kommentare.
    ich bleibe nach wie vor bei dieser fest stellung.
    das land ist nicht bereit etwas zu verändern.
    viel zu viele menschen sind in diesem verbrecher systehm eingebunden.und es werden immer mehr.
    ein volk von tätern zu schaffen das ist das ziel dieser regierung,als das verbrechen zu vergesellschaften. 60% der menschen hier sind aktiv in dieses systhem eingebunden und finanz mäßig eingebunden.
    man weis nicht mehr was recht und ordnung ist.
    und ich sehe auch niemanden der hier etwas verändern könnte.

  5. 5
    Der Bettler

    Ich sehe auch in weiter Ferne keine Hoffnung auf einen positiven Fortschritt in diesen Land. Wie ich schon des öfteren schrieb ist es einfach zu spät dazu. Wer soll in diesem ruinierten Land,ohne Gewährleistung für Leib und Leben,ohne jeglicher Infrastruktur,mit einer pro Kopf Verschuldung,die seines gleichen sucht,noch irgend etwas ändern?? Ich möchte betonen,daß das kein Gejammer meinerseits ist,sondern eine realistische Feststellung ! Meine einzige Sorge ist,daß ich nicht mehr außer Landes komme,weil absolut nichts mehr funktioniert.

    • 5.1
      Inge Alba

      Hallo Bettler, da würde ich mich aber nun schleunigst nach einer Gelegenheit umsehen, noch müsste es gehen, Familie ist bei mir noch vor ca. 3 Wo. raus gekommen. Also gib Gas, Vzla. kannst du getrost für die nächsten 20-30 Jahre vergessen, wenn sie Glück haben.

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