Venezuela: Ehemaliger Direktor des militärischen Geheimdienstes auf Aruba festgenommen – Update

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USA beschuldigen Carvajal der Verwicklung in den internationalen Drogenhandel (Foto: Handout/Internet)
Datum: 24. Juli 2014
Uhrzeit: 10:39 Uhr
Leserecho: 15 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die Behörden der Karibikinsel Aruba haben am Mittwoch (23.) den ehemaligen Direktor des militärischen Geheimdienstes von Venezuela festgenommen. General Hugo Carvajal wurde bei der Landung auf dem Internationalen Flughafen von Aruba verhaftet und soll am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) den US-Behörden übergeben werden. Die USA beschuldigen Carvajal der Verwicklung in den internationalen Drogenhandel und der Unterstützung kolumbianischer Guerillas.

Mindestens ein Drittel allen Kokains aus Kolumbien wird über Venezuela nach Europa und in die USA geschmuggelt, so schätzen internationale Fachleute. Die kolumbianische Terrortruppe FARC, die seit den 50er-Jahren im Namen von Karl Marx kämpft – und sich mit Einkünften aus dem Kokainhandel finanziert – wurden vom verstorbenen venezolanische Präsidenten Hugo Chávez stets als „Kämpfer“ verniedlicht. Der „bolivarische Führer“ beauftragte den ehemaligen Innenminister Ramón Rodríguez Chacín und General Hugo Carvajal, den Chef des militärischen Geheimdienstes, mit der Pflege der FARC-Kontakte.

Als der Venezolaner Walid Makled, „König der Paten“ und einer der größten Drogenschmuggler der Welt von Kolumbien nach Venezuela ausgeliefert wurde, beschuldigte er Militärs und Geheimdienstchefs, ebenfalls im Drogengeschäft involviert zu sein: „Wenn ich in Haft gehe, müssen auch der Direktor des (militärischen Geheimdienstes) DIM, General Hugo Carvajal, der Chef der (ehemaligen politischen Polizei) DISIP, General Rangel Silva, Armeechef Luis Motta und General Néstor Reveról, Leiter der (Anti-Drogenbehörde) ONA, inhaftiert werden“, so Makled bei seiner Festnahme.

Update 25. Juli

Caracas hat wie erwartet empört auf die „illegale und willkürliche“ Festnahme Carvajals reagiert. Dieser wurde bereits im Jahr 2008 auf die „schwarze Liste“ des US-Finanzministeriums gesetzt und gilt als Inbegriff der Korruption im sozialistischen Regierungsklüngel – die Panik des linksgerichteten Regimes erscheint verständlich. Venezuela betonte, dass der Festgenommene im Besitz eines Diplomatenpasses sei und entsprechende Immunität genieße. „Die venezolanische Regierung kann ernennen wen sie will. Herr Carvajal genießt allerdings keinen diplomatischen Status auf Aruba. Diplomatische Immunität ist immer mit einer Funktion verknüpft, die er in unserem Land nicht hat. Unsere Regierung hat Herrn Carvajal nicht akkreditiert“, erklärte Ann Angela, Sprecherin der Oberstaatsanwaltschaft.

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  1. 1
    Inge Alba

    In dem Drogenhandel da sind doch alle involviert die etwas zu sagen haben, ob zivil oder militärisch, das ist neben den Ölquellen die lukrativste Einnahmequelle die Venezuela besitzt. Und schon old mac hugo hat immer verdächtig geschnupft wenn er seine Stunden andauernde Reden von sich gegeben hat, wer da nicht Böses gedacht hat, der ist ein Naivling, oder dunkelrot.

  2. 2
    Der Bettler

    Die schnupfen doch alle,um ihre Gemeinheiten und Niedertracht besser ertragen zu können.

  3. 3
    Herbert Merkelbach

    Mit der Verhaftung und Auslieferung an die USA scheint es, dass die Regierungsclique in Caracas kalte Füsse bekommt, besser, dass bei diesen Gestalten das große Zittern beginnt, sollte er in den USA „auspacken“.
    Genügend Informationen kann er wohl den US Behörden liefern, vielleicht bekommt er statt 25 Jahre US-Gefängnis für eine Kooperation nur 15 Jahre Haft.
    Für mich ist es unbegreiflich, wieso die venezolanische Regierung einem Flug in die Niederlande zwecks Zustimmung der niederländischen Behörden als Konsul auf Aruba dieses Generales genehmigt haben. Es war doch bekannt, dass dieser Typ bereits im Jahre 2008 auf der „black list“ der DEA stand.
    Mit ihm sind den USA wirklich ein dicker Fisch ins Netz gegangen.

  4. 4
    Marcos Venster

    Und jetzt der rest! Hoffentlich fallen sie alle.

  5. 5
    hombre

    Zeit das die USA aufwacht…Putinkredit für Kirchner, Schuldenerlass für Castro und weitere Milliardenkredite an Vzla…

  6. 6
    der Sachse

    Hoffentlich wird das ein Dominoeffekt!!!!!!!

  7. 7
    hugo

    wo kommt euro hoffnung her ?

    seit ca. 10-12 jahren sagt mir ein bekannter (jetzt gehts nicht mehr)

    es geht immer noch,…tiefer

    amerika ist nur noch auf dem papier stark. obahma ist nur eine großer papier tiger ohne macht

    • 7.1
      Herbert Merkelbach

      Ob man ein Freund der USA ist oder nicht, auch ein US-amerikanischer Präsident kann nicht Walten und Schalten wie er möchte. Das haben die Gründungsväter der USA mit dieser Verfassung klarstellen wollen.
      Gesetze in den USA müssen durch den Kongress, auch die, die vom Präsidenten eingebracht werden.
      Wenn man noch die jeweiligen politischen Konstellationen im Kongress in Erwägung zieht, dann können auch Sanktionen manchmal sehr lange dauern.

      So einfach ist es nicht, ein Ölembargo gegen Venezuela durch die US-Regierung zu erlassen. Eine Menge Faktoren spielen hier mit.

      Herr Maduro hat es in der Hinsicht einfacher: er stoppt einfach die Flugverbindungen zu den ABC-Ländern/Inseln der Karibik.

  8. 8
    Annaconda

    Scheinbar ist der vor kurzem ermordete Deutsche Geschaeftsmann mit der gleichen Privatmaschine wie Carvajal geflogen.Diese ist Besitz eines venezolanischen Geschaeftsmann in Houston,welcher engste Verbindungen zu Pdvsa und Minister Ramirez hat.Scheinbar kollaborierte dieser Sr.Ramirez mit der DEA bei der Festsetzung der von Carvajal um mildernde Umstaende zu erreichen,denn auch er steht unter Ermittlung wegen Geldwaesche etc.Ein Puzzleteil des Narcostaats von Venezuela.Wenn Maduro diesen Verbrecher so vehement verteidigt und nun auch das Flugverbot nach Aruba verhaengt,zeigt doch nur seine Komplizenschaft.Die stecken fast alle unter einer Decke und es ist nur zu hoffen,das die internationale Justiz konsequent bleibt und einen Dominoeffekt ausloest um Venezuela von dieser Bande von Korrupten zu befreien.

    • 8.1
      Herbert Merkelbach

      Sollte diesem General in den USA der Prozess gemacht werden und all die Untaten der Clique in Caracas zu Tage kommen, es könnte einem politischen Vulkanausbruch gleichkommen.

      • 8.1.1
        der Reisende

        @Herbert Merkelbach da wird es zu keinem Prozess kommen die Amis haben genauso wenig Arsch in der Hose wie sehr viele Venezolanos. Den auch ein Ami lässt sich mit schmutzigen Dollars kaufen.

    • 8.2
      Herbert Merkelbach

      Die letzten Berichte in den Medien haben ergeben, dass Ramirez in NY ein Treffen mit verschiedenen Vertretern der US-amerikanischen Wirtschaft kurzfristig abgesagt hat. All diese Leute waren schon in NY.
      Anscheinend ist er von Anwälten über die Verhaftung von Carvajal telefonisch informiert worden, so dass er fluchtartig den Ort verlassen hat. Wäre das eine Gaudi geworden, hätten die US-Amerikaner ihn in NY verhaftet.
      Sollte Carvajal in den USA verurteilt werden, droht ihm eine lebenslange Gefängnisstrafe. Tolle Aussichten.

  9. 9
    Maria Conselho

    Herr Merkelbach, ich lebe hier auf Aruba und kann Ihnen versichern, dass hier niemand freiwillig nach Venezuela fliegt. Die roten Bonzen machen auf unserer Insel Urlaub, die Deppen in Venezuela schneiden sich ins eigene Fleisch!

  10. 10
    Barbara

    Naja, mal sehen wie sich die Geschichte entwickelt. Jedenfalls Hut ab für Aruba. Wir können nur hoffen, dass dieser nette Zeitgenosse auch ausgeliefert und angeklagt wird. Allerdings wird dies dauern, denn auch in den USA mahlen die Mühlen langsam. Aber vielleicht werden seine Freunde in Caracas so nervös und machen noch mehr Fehler……..

    • 10.1
      Herbert Merkelbach

      …….werden seine Freunde in Caracas so nervös….
      Die sind schon nervös und obendrein steht denen der Angstschweiß auf der Stirn. Man muss sich doch bloß die verbalen Ausbrüche von Maduro und Cabello ansehen.
      Vorausgesetzt Carvajal packt in den USA aus, wie wird sich die US Regierung gegenüber dem Narco-Regime in Caracas verhalten?
      Ich kann mir nicht vorstellen, dass die USA in Venezuela einmarschieren wie in Panama. Irgendetwas wird sich die US Administration schon einfallen lassen, denn, im Falle von Drogen, die in die USA eingeschleust werden, in dieser Beziehung verstehen die US Amerikaner keinen Spaß.

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