20 Jahre nach den Unruhen in Havanna: Kuba-Exodus geht weiter

Datum: 04. August 2014
Uhrzeit: 09:59 Uhr
Leserecho: 10 Kommentare
Autor: Redaktion
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Am 5. August 1994 versammelten sich in der kubanischen Hauptstadt Havanna tausende Menschen, um nach dem Zerfall des Ostblocks gegen die schwierigen Lebensumstände auf der Karibikinsel zu protestieren. Die auch als der „Maleconazo“ oder „Habanazo“ bekannten Unruhen waren der erste größere Volksaufstand auf Kuba seit dem Sieg der Revolution im Jahre 1959. Infolge dieses Ereignisses gelang bis zu 37.000 Kubanern die Flucht vor dem kommunistischen Regime. Auch nach der „Crisis de los Balseros“ (Flößer-Krise) und trotz verschiedenen Reformen geht der Exodus weiter, nach offiziellen Angaben sind in den letzten 20 Jahren 600.000 Kubaner legal migriert.

Miami im US-Bundesstaat Florida bleibt das bevorzugte Ziel. Etwa eine halbe Million Kubaner leben in der zweitgrößten Stadt Floridas, die Mehrheit der Einwohner Miamis spricht Spanisch als Muttersprache. Trotz Wirtschaftskrise in Spanien zieht es immer mehr der Auswanderer auf die Iberische Halbinsel im Südwesten Europas, die Einwanderungsbehörden Lateinamerikas berichten ebenfalls von einem wachsenden Zustrom kubanischer Migranten.

Nach der Lockerung der Ausreisebestimmungen Anfang 2013 dürfen Kubaner aus ihrer Heimat fast ohne Beschränkungen ausreisen. Die Migrationsreform von Staatspräsident Raúl Castro trat am 14. Januar 2013 in Kraft und sieht vor, dass jeder Kubaner mit gültigem Pass frei aus- und wieder einreisen kann, ohne langwieriges bürokratisches Verfahren. In der Realität bestehen allerdings weiterhin hohe Hürden für Reisewillige. Da Geld für Ausreiseformalitäten und Flugtickets, sowie weitere Reisekosten nicht einfach aufzubringen sind (monatlicher Mindestlohn um die 15 Euro), flüchten immer noch viele Menschen per Floss von der Insel.

Die Haltung der US-Regierung zu den kubanischen Flüchtlingen ist komplex. Die Wet feet, dry feet policy (Nasse-Füße-Trockene-Füße-Politik) genannte Politik erlaubt denjenigen Kubanern, die es auf US-amerikanischen Boden schaffen (dry feet – trockene Füße), in den USA zu bleiben, und diejenigen, die vor den Küsten der USA abgefangen werden (wet feet – nasse Füße), müssen nach Kuba zurückkehren.

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  1. 1
    VE-GE

    Das verstehe ich nicht ! Ich dachte in Kuba geht es den Meschen gut……sozialismus pur und alle wollen weg….mmhh

  2. 2
    Der Bettler

    Verstehe ich schon; wo Pseudosozialismus (Kommunismus) herrscht,wollen alle abhauen,sofern sie es können.Ich kenne kein Land,wo die Menschen gerne in so einem Land leben. VE-GE habe ihre
    Spritze verstanden.

    • 2.1
      VE-GE

      Na dann bin ich aber froh…….

  3. 3
    Fideldödeldumm

    Und wenn demnächst im Bruderland die Lichter ausgehen, dann werden es noch viel mehr werden, die sich ein Floß bauen. Bäume werden dann echt Mangelware auf Cuba werden.

  4. 4
    Jens

    Es ist gar nicht so einfach die ganzen cubanischen Nutten nach Deutschland zu bekommen, da müßte es auch mal ein Dankeschön von Raul Castro geben. Ich habe mir schon längst den Leninorden verdient !

    • 4.1
      aleman

      Aha und was soll man jetzt daraus schlussfolgern? Etwa, das Du hier in D ein paar „Mädels“ unter Deine Fittiche hast?

  5. 5
    Jens

    Guck mal liebe nicht so viel ARD und ZDF und die anderen Gutmenschensender

  6. 6
    Raul

    wer es weiss wie es in Cuba ist kann dies auch nachvollziehen.
    Jens , was haben die Menschen die ein besseres leben wollen mit deiner aussage zu tuen , ich denke mal das du hier keine Frau abbekommst und zu der Fraktion Sextourismus gehörst.

    • 6.1
      Jens

      Ganz sicher weis ich wie es in Cuba ist. Du aber offensichtlich nicht. Vor allem sind Dir offensichtlich nicht die Einreisebestimmungen in die EU bekannt.

      Deine Unterstellungen kannst Du für Dich behalten. Ich bin bestens versorgt.

  7. 7
    Inge Alba

    Was hat dies alles mit den Cubanos zu tun, Nutten weibl., wie männl. gibt es in jedem Land und haben alle möglichen Nationalitäten. Wenn man den TV Sendern die scheinbar weniger Gutmensch sind glauben darf, kommen die Damen vorzugsweise aus den Ostblockländern, davon 85% nicht freiwillig, mal RTL und diese ganzen Privatsender einschalten, auch ARD und ZDF bringen solche Reportagen. Was soll dies jetzt speziell mit Kuba zu tun haben? Menschen fliehen aus allen Ländern in denen sie politisch verfolgt sind oder wirtschaftlich am Abgrund stehen, dies ist eine ganz normale menschliche Reaktion, und man selbst kann nur froh sein, wenn man in einem Land leben darf in dem diese Bedingungen nicht vorhanden oder nur abgeschwächt vorhanden sind.
    Habe erst vor Kurzem mit einem cubano gesprochen, der hatte Glück, durfte raus, lebt nun mit Frau und Kindern in Spanien, der war für 4 Jahre Zwangsarbeit in Venezuela, der lachte nur und sagte, die wissen nicht was noch alles auf sie zukommt, im Vergleich Venezuela – Kuba, ist vzla. das Paradies auf Erden. (Zwangsarbeit oder auch Sklavenarbeit in cuba ist, man bekommt vom Staat die Ausbildung und dann muss man für einen Bruchteil eines Gehaltes in ein zugewiesenes Land gehen und dort arbeiten, man darf sich nichts zu Schulden kommen lassen, sonst Arbeitslager in cuba), den Grossteil des Verdienstes behält der Staat (cubanischer Staat), oder der cubanische Staat verrechnet es mit den Erdöllieferungen, z.B. aus Vzla. Zu Schulden kommen lassen ist hauptsächlich Äusserungen gegen das Regime, gegen die Führer, laut diesem Mann, sind die Gefangnisse mit Menschen voll die in einem dummen Moment mal etwas weniger Gutes über die Regierung gesagt haben. OK., da kommt noch einiges auf Vzla. zu.

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