Lateinamerika: Deutschland und Brasilien legen Grundstein für neuen Messturm im Amazonas

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Grundsteinlegung des Amazonian Tall Tower Observatory (ATTO) am 15.8.2014 in Brasilien (Foto: MPI für Chemie)
Datum: 15. August 2014
Uhrzeit: 15:07 Uhr
Ressorts: Lateinamerika
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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ATTO – so heißt der 325 Meter hohe Messturm im brasilianischen Regenwald. Er ist ausgestattet mit Messgeräten für diverse Treibhausgase, Aerosole und Wetterdaten. Sie werden helfen, den Klimawandel besser zu verstehen. Denn der Regenwald im Amazonasgebiet ist eines der sensibelsten Ökosysteme. Als größtes zusammenhängendes Waldareal der Welt ist er ein wichtiger CO2-Speicher. Zudem hat das riesige Gebiet durch seine Verdunstung einen enormen Einfluss auf den weltweiten Wasserkreislauf. Auf deutscher Seite wird das Projekt ATTO vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz und auf brasilianischer Seite vom Institut für Amazonasforschung (INPA) geleitet. Es ist Teil eines gemeinsam mit Brasilien finanzierten Forschungsprojekts, das vom Bundesforschungsministerium von 2010 bis 2015 mit 4,5 Millionen Euro gefördert wird.

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ATTO steht für „Amazonian Tall Tower Observatory“. Gefördert wird der Messturm vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem brasilianischen Wissenschaftsministerium. „Deutschland und Brasilien leisten damit einen wichtigen Beitrag, um den Klimawandel und dessen Auswirkungen auf die Atmosphäre besser zu verstehen. Zugleich erforschen wir Möglichkeiten, den Regenwald besser zu schützen“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. „Diese deutsch-brasilianische Kooperation ist ein ausgezeichnetes Beispiel für die internationale Vernetzung in der Grundlagenforschung.“

Schon jetzt stehen eine kleine Forschungsstation und zwei 80 Meter hohe Messtürme in diesem unberührten Waldgebiet nordöstlich von Manaus. Künftig sollen vier der kleineren Türme den 325 Meter hohen Turm flankieren. „Die Höhe des Messturms wird es erlauben, den Transport von Luftmassen und deren Veränderung durch den Wald über eine Strecke von vielen hundert Kilometern zu untersuchen“, sagt Prof. Dr. Jürgen Kesselmeier vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz. Die Daten des Turms werden mit bodengebundenen Forschungserkenntnissen ergänzt. So sind interdisziplinäre Projekte, etwa zu Vegetation, Böden und Biodiversität geplant.

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