Mögliche Ursache für mysteriöses Massentiersterben in Paraguay entdeckt – Update

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Kadaver wurden nicht von Geiern verzehrt (Foto: Wochenblatt)
Datum: 24. August 2014
Uhrzeit: 10:08 Uhr
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Vor einigen Wochen starben 2 Mädchen aus bislang nicht geklärten Grunden in der Kolonie Huber Duré im Bezirk Curuguaty und 33 Personen mussten medizinisch versorgt werden. Nun fanden Anwohner 43 Kühe, 30 Schweine, 319 Hühner und einen Hund tot auf. Ungewöhnlich ist, das die Kadaver nicht von Geiern verzehrt werden, die sich normalerweise von diesen ernähren würden.

Der Staatsanwalt für Umweltdelikte Benjamin Maricerich wird die Untersuchung der Vorfälle aufnehmen. Die Ermittlungen im Juli im Falle der 3 Jahre und 6 Monate alten Schwestern wurden eingestellt, nachdem der Gerichtsmediziner einen normalen Fall von Bronchopneumopathie („Raucherlunge“) feststellte. Es wurden in der Vergangenheit auch keine Anhaltspunkte für einen Zusammenhang von Pestizid-Einsatz und Erkrankungen bei Mensch und Tier gefunden.

Zahlreiche Familien in der Zone berichten aktuell wie schon früher von Magenschmerzen, Kopfschmerzen, Erbrechen, Fieber und Übelkeit. Ähnliche Symptome zeigten sich auch kürzlich bei 150 Personen in einer Siedlung bei General Resquín, im Bundesland San Pedro.

Update 25. August

Mehrere Wochen nachdem Tiere und Menschen erkrankt und gestorben sind meint nun ein Arzt eine mögliche Antwort für den Grund gefunden zu haben. Dieser stellt seine Behauptung parallel zur staatlichen Tiergesundheitsbehörde Senacsa auf. Dr. med. Derlis Agüero ist seit drei Monaten im Gesundheitsposten der Siedlung Huber Duré eingesetzt. Viele Erkrankte konsultierten ihn wegen Magen-Darm Beschwerden, was der Mediziner auf kontaminiertes Wasser aus dem örtlichen Bach zurückführt.

Laut dem Arzt hatte der Ort in der Provinz Canindeyú bis vor Tagen noch keine zentrale Trinkwasserversorgung, so dass die Bewohner sich nur aus eigenen Brunnen und Bächen bedienen konnten. Laut dem Sprecher der 170 Familien in Huber Duré tranken alle während der letzten drei Monate Wasser aus einem Bach namens Lago Azul, der unter anderem durch eine Zone fließt, in der Sojafelder mit Pestiziden besprüht werden. Bis die Behörden die Einschätzung des Mediziners nicht teilen und offiziell als Grund angeben, bleibt seine Vermutung nur ein Verdacht.

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Publiziert in News-Partnerschaft ► Das Wochenblatt aus ParaguayWochenblatt Paraguay
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