Pressezensur in Venezuela: Druckindustrie steht vor dem Zusammenbruch

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Edgar Fiol, Vorstandsvorsitzender der venezolanischen Druckindustrie "Asociación de Industriales Gráficos de Venezuela" (Foto: AIAG)
Datum: 02. September 2014
Uhrzeit: 07:51 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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Seit Nicolás Maduro nach dem Tod von Hugo Chávez die Regierung führt, haben es die Medien in Venezuela schwer. Regierungkritische Zeitungen bekommen kein Papier und können somit nicht in Druck gehen. Andere Medienhäuser werden von Verbündeten der Regierung aufgekauft. Präsident Maduro braucht die Zeitungen inzwischen gar nicht mehr zu verbieten, sie bekommen einfach keine Devisen. Das linksgerichtete Regime ist bei ausländischen Lieferanten hoffnungslos verschuldet, Lieferungen und Leistungen erfolgen nur noch gegen Vorauskasse.

Laut Edgar Fiol, Vorstandsvorsitzender der venezolanischen Druckindustrie „Asociación de Industriales Gráficos de Venezuela“, steht der Stillstand des Sektors wegen einer „erratischen Managementpolitik und der „willkürlicher Zuteilung von Devisen“ durch das Regime kurz bevor. Nach seinen Worten erlebt die Branche „einen Rückgang in der Herstellung von 65%“. Dies ist hauptsächlich das Ergebnis „eines Mangels bei den Eingängen von Rohstoffen“.

„Der gravierende Mangel an Eingängen wie Papier und Kartonagen aller Art, Platten, Farben, Klebstoffe, Maschinen und Ersatzteilen beeinflusst unter anderem die Herstellung von Schachteln, Verpackungen, Etiketten, Lehrbücher, Notizbücher und Formularen aller Art sehr stark. Zudem hat die willkürliche Zuteilung von Devisen dazu geführt, dass über viele Branchen das Damoklesschwert schwebt“, so Fiol in einem Interview.

Nach 37 Jahren hatte die venezolanische Tageszeitung „Correo de Caroní“ am Sonntag (31.) bekannt gegeben, ihre Auflage aus Mangel an Papier nur noch stark eingeschränkt publizieren zu können. Wie auf der Titelseite des Blattes zu lesen war, fiel die Entscheidung aufgrund der Kontrolle durch die venezolanische Regierung bei der Einfuhr von Papier. Das Unternehmen, das die Zeitung seit über 15 Jahren mit dem notwendigen Papier für den Druck versorgt, hat die Lieferung aufgrund ausbleibender Zahlungen eingestellt.

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  1. 1
    Inge Alba

    Ja, also so dumm sind sie auch wieder nicht wie man sieht, da werden Betriebe totgeschuldet, auch ein neues Verfahren, sollte man sich merken. Klar, diesen verhassten Blättern wird ganz einfach ihre Grundlage entzogen. Nun sollten sich diese Blätter überlegen, ob sie nicht auf Internet umschalten und zwar komplett. Und sie sollten sich überlegen, ob sie nicht mal massiv, wirklich massiv sich den Studenten anschliessen, sprich die gesamte Belegschaft 3 x die Woche zu Demos abkommandieren, vorne weg der / die Eigentümer. Per Internet an die Öffentlichkeit gehen, nicht nur in Vzla. auf dem ganzen Kontinent, die verpennten Amis und Europäer aufwecken, wäre doch auch mal ein Ziel, mit ihren Nachrichten die sie sonst in ihren Blättern publizieren. Nachrichten wie kein OP Besteck und Mittel mehr vorhanden, betteln bei der UNO, am Sitz der EU in Brüssel einen Aufruf starten um zu sammeln.

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