Venezuela: Regime blockiert ausländische Internet-News-Seiten – Update

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Unbequeme Berichterstattung wird blockiert (Foto: Archiv)
Datum: 18. September 2014
Uhrzeit: 11:17 Uhr
Leserecho: 15 Kommentare
Autor: Redaktion
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Das linksgerichtete venezolanische Regime hat die kolumbianischen Internet-News-Seiten „NTN24“ und „NoticiasRCN“ blockiert. Bereits vor acht Monaten hatte Caracas das TV-Signal von „NTN24“ und die Internet-Domain der kolumbianischen Kette zensiert. Gleich zu Beginn der Proteste gegen Ex-Busfahrer Maduro hatte der kolumbianische Nachrichtensender die Repression der Sicherheitskräfte gegen die Bevölkerung des südamerikanischen Landes dokumentiert. Daraufhin wurde das Signal des Senders gekappt.

Bürger, denen man das selbständige Denken abgewöhnt, sind handzahm. Dazu passt die Berichterstattung des venezolanischen staatlichen TV, in denen Proteste und die katastrophale Wirtschaftslage weitgehend ausgeklammert werden. Die Regierung von Präsident Maduro überschwemmt die einfache Bevölkerung lieber mit hohlem Geschwätz, Phrasendrescherei und leeren Worthülsen. Ein Großteil der Menschen hat die staatlich angeordnete Volksverdummung allerdings durchschaut, seit Monaten gibt es täglich Proteste gegen den unfähigen Regierungsapparat.

repression

„NTN24“ Direktor Johnattan Bilancieri bestätigte am Mittwoch (17.), dass das venezolanische Regime zusätzlich zu der Website auch die Plattformen und mobile Anwendungen des Senders blockiert hat. „Diese Blockade unterscheidet sich von früheren Versuchen der Zensur. Nun gibt es keinen Zugriff mehr für alle Benutzer. Wir sehen hier ein hohes Maß an Raffinesse, da Caracas nicht nur Domains sonder auch die Server und damit alle Links des Mediums blockiert“, erklärte Bilancieri in einem Interview.

Er deutete an, dass die Zensur durch die Nutzer von sozialen Netzwerken gemeldet wurde. Nach seinen Worten habe er versucht, eine Erklärung vom Regime zu erhalten – allerdings erfolglos. Bilancieri stellte klar, dass es keine Rechtsmittel gegen die Zensur gebe. Allerdings werden Alternativen geprüft, die Blockade zu umgehen.

Update 19. September

Die kolumbianische Regierung hat Venezuela aufgefordert, die Entscheidung zur Aussetzung des Signals von „NTN24“ im Rahmen des Rechtes auf Meinungsfreiheit zu überprüfen/überdenken.

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  1. 1
    fideldödeldumm

    Zitat: „Ein Großteil der Menschen hat die staatlich angeordnete Volksverdummung allerdings durchschaut, …“

    Das ist wohl reines Wunschdenken.

    Was das Ausschalten von unangenehmen Medien betrifft, gibt es wohl jetzt Hilfe aus China.

    • 1.1
      Martin Bauer

      In aller Freundschaft und mit allem Respekt: Ich weiss nicht, in welchem Land sie leben und ob Sie jemals Kontakt zu Venezolanern hatten. Ich bin es leid zu sehen, dass hier pauschal alle Einwohner eines Landes beleidigt werden, was meine Familie und Freunde mit einschliesst.

      • 1.1.1
        Fideldödeldumm

        Mein sehr geschätzter Herr Bauer,

        Ihren Frust kann ich ja nachvollziehen, aber in diesem Beitrag kann ich beim besten Willen keine Pauschalisierung feststellen.
        Im Artikel steht, dass ein Großteil der Menschen die staatliche Volksverdummung durchschaut hat. Dem habe ich widersprochen, weil für mich ein „Großteil der Menschen“ bedeutet, dass dies über die Hälfte der Bevölkerung sein muss. Glauben Sie ernsthaft, dass über 50% der Venezolaner die Vorgänge durchschaut haben?

        Und nun zu mir: Ich lebe mit Frau und Kindern in Deutschland. Wir haben Ende 2003 Venezuela verlassen, weil ich damals die Befürchtung hatte, dass Venezuela sich in genau diese Richtung entwickeln wird, wie sie momentan leider ist. Die damaligen Proteste an denen wir teilgenommen haben, blieben leider erfolglos, jedoch war die Lage auch noch nicht so verfahren, dass die Proteste einer härteren Gangart bedurft hätten.
        Da ich in Deutschland problemlos meine Arbeit wieder aufnehmen konnte, haben wir uns entschlossen in Deutschland zu bleiben. Nun erhalten wir Informationen aus der Familie meiner venezolanischen Ehefrau. Des Weiteren verfüge ich noch über andere vertrauensvolle Kontakte, die sehr nahe am Geschehen sind. Selber waren wir im letzten Oktober vor Ort. Nach diesem Aufenthalt habe ich beschlossen, vorerst nicht nach Venezuela zurückzukehren. Dies hat auch mit dem Umgang meiner Familie mit der Situation zu tun. Die Familie gehört nach meiner Einschätzung zum gehobenen Mittelstand. Es gibt eine Lehrerin, einen Anwalt, einen pensionierten Kommissar, Finanzbeamten, Selbstständige, Arbeiter und leider auch Chavisten. Jedoch ist mir der Großteil der Familie zu unpolitisch, d.h. ich sehe keine Bereitschaft an der vorhandenen Situation etwas zu ändern. Und viele erfassen die Situation auch gar nicht, obwohl sie über eine relativ gute Bildung verfügen. Was für mich das größte Problem darstellt, ist, dass keiner erkennen will, wie sich die Sache entwickelt und wie es z.B. in 2 Jahren aussieht. Man wird selten in der Normalbevölkerung Leute finden, die so weit voraus planen. Aber hier ist die Entwicklung mal offensichtlich und da kommt mir die Galle hoch, wenn dies widerspruchslos hingenommen wird.
        Wahrscheinlich haben Sie in ihrer Familie intellektuell höher angesiedelte Personen, der weiter denken und deshalb eine andere Einstellung zu der Situation haben. Leider gibt es davon nicht allzu viele Menschen in Venezuela. Da müssen Sie mir wohl zustimmen. Somit kann ich ihre Leute gerne ausschließen, wenn ich an anderer Stelle mal pauschale negative Urteile gefällt habe.
        Ihnen alles Gute und kämpfen Sie weiter für die gute Sache!

      • 1.1.2
        Ramon

        Das ich der Grund warum ich „Latinapress“ kaum noch besuche. Ich bin venezolaner und lebe seit lange in Deutschland aber hier kriegt man kaum Informationen über Venezuela. Aber in diesem Forum werden regelmäßig die venezolaner, wie Sie sagen,pauschal beleidigt und als dumm, faul und vieles mehr dargestellt, eben die übliche deutsche Vorurteile, die aber hier gehäuft Auftreten.

      • 1.1.3
        Fideldödeldumm

        @Ramon

        Ein Grund bei dieser Sichtweise ist natürlich auch, mit welchen Leuten ich mich als Deutscher im Ausland umgebe. Wenn da wenig gebildete Menschen bei sind, habe ich einen anderen Gesamteindruck. Pauschalisieren ist immer nicht in Ordnung. Aber ich vermute, dass einige Leute, die diese Kritik pauschal aussprechen, einfach nicht verstehen können, warum dort nur ein paar Studenten auf die Straße gehen und protestieren.

        PS:
        Auch in Deutschland haben wir eine Menge Vollpfosten rumlaufen. Man braucht sich nur mal das Fernsehprogramm von bestimmten Sendern anzu-sehen, und dann kann man erkennen, dass es für viele sicher nicht das Land der Dichter und Denker ist. Aber wer sich täglich den Novelas in Südamerika aussetzt ist natürlich auch besonders gefährdet.

      • 1.1.4
        Martin Bauer

        @Fideldödeldumm
        Ich freue mich über Ihre ausführliche Antwort! Wir stehen ja grundsätzlich auf der gleichen Seite. Etwas Frust verspüren wir wohl alle…

        Meine venezolanische Familie ist weder sozial noch von der intellektuellen Ausbildung her besonders hoch angesiedelt. Ich zähle sie eher zur unteren Mittelklasse. Das sagt aber nichts über Intelligenz und gesunden Menschenverstand aus. Fast alles sind Witwen und deren Kinder. Die Männer starben jung an den hier allgegenwärtigen Gefahren. Sie haben ihre politischen Wurzeln in der Acción Democratica, seit der Anfangsphase der Demokratie im Lande, welche diese Partei unter Romulo Betancourt dem Lande gebracht hat. So sind sie ausnahmslos vehemente Gegner der linken Diktatur, wenn auch nicht alle aktiv.

        Jedoch erhebe ich meine Familie nicht zum Massstab, sondern eher die Masse der Menschen, die sich zwischen Februar und April dieses Jahres zu Hunderttausenden oder in kleinen Gruppenauf den Strassen versammelten, dem Beschuss durch Tränengas, Pertigones und auch scharfer Munition trotzten. Sie riskierten Tag für Tag ihr Leben, einige verloren es. Das waren nur zum Teil Studenten. Etwa 60-70% waren Eltern und Grosseltern, zumeist aus der Mittelklasse, aber viele kamen auch aus den Barrios zu den Grossveranstaltungen, weil sie in ihrem Wohnviertel von den Collegios ermordert worden wären, wenn sie dort demonstriert hätten. Diese Leute wurden von Nationalgarde und der Polizei gejagt wie Tiere, oft bis in ihre Wohnhäuser hinein. Verhaftete wurden geprügelt, gefoltert, gedemütigt und ihre Familien bedroht. Doch am Tag nach ihrer Freilassung, wenn sie denn heil davon kamen, oder am Tag der Beerdigung eines ermordeten Angehörigen, waren sie wieder auf der Strasse beim Protest.

        Ich beziehe mich auch auf die Masse der Menschen, denen ich nur zufällig begegne, die fast ausnahmslos das PSUV Terror-Regime und die kubanischen Besatzer zur Hölle wünschen. Ob es der Sitznachbar im Flieger aus oder nach Europa ist, oder 95% der Taxifahrer in Venezuelas Städten, ein Polizeibeamter im Gespräch unter 4 Augen…wirklich praktisch jeder will die Peiniger des Landes lieber heute tot sehen, als morgen vor Gericht. Man weiss, dass Lynchjustiz keine gute Basis für eine neue, rechtsstaatliche Ordnung wäre, dass aber die Protagonisten des Terrors der letzten 15 Jahre von der Erdoberfläche entfernt werden müssen, um nicht weiterhin Schaden anzurichten.

        Was nun die vermeintliche „kollektive Dummheit“ der Venezolaner angeht, so erkenne ich hier nicht mehr oder weniger davon, als in anderen Ländern und Kulturen. In Deutschland zeugen Einschaltquoten von üblen Machwerken wie „Lindenstrasse“ davon, die Tatsache, dass eine zutiefst anti-demokratische Partei, wie die Linke, überhaupt existiert und ihre Führer im Fernsehen auftreten, u.v.a… – In Venezuela geben sich viele noch der Illusion hin, ein einmal etabliertes, kommunistisches System durch die Kraft des Volkes stürzen zu können. Vielleicht sind sie weltfremder, als die faulen Opportunisten, die mit der PSUV-Bande heulen oder die Masse derer, die sie einfach als Schicksal akzeptieren. Doch nach dem 17. Juni 1953 hat auch das deutsche Volk den kommunistischen Terrorstaat als „gottgegeben“ hingenommen, und das auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs. Das Ende wurde durch eine Übereinkunft von Reagan und Gorbatschow eingeleitet, nicht durch die Montagsdemonstranten. Da kann man natürlich Frust kriegen.

      • 1.1.5
        Martin Bauer

        KORREKTUR: Oben sollte es heissen, „…von den Collectivos ermordert worden wären…“

  2. 2
    Inge Alba

    Da kann man sehen, dass sie nicht so grosse Hohlköpfe sind wie angenommen, die verstehen ihr Handwerk. Sie werden immer frecher und keiner ist darüber bestürzt, alles geht seinen gewohnten Gang weiter. Dachte mir schon lange, dass die etwas gegen diese ausl. Sender unternehmen müssen, wenn sie die Kontrolle behalten wollen, auch ein Maduro lernt. Ein Schritt weiter in Richtung Kuba oder Nordkorea kommen sie damit auf jeden Fall.

  3. 3
    Venezuela

    scheint wohl noch nicht so richtig zu funktionieren :D; beide hier erwähnten Seiten sind noch erreichbar

  4. 4
    Manfred

    Wieder erreichbar. Gestern ging nixen. Aber Maduro und Konsorten sind ja hohl—–aushebeln ist kein Prob!!!!!

  5. 5
    Herbert Merkelbach

    Dass man die beiden kolumbianischen Sender ausschließt ist doch für eine von der Diktatur geprägten Regierung selbstverständlich. Es gibt genügend Venezolaner, die die tägliche Propaganda der staatlichen Medien durchschauen.
    Der Clique in Caracas ist jeder Kritik zuwider. Die Wahrheit soll auf der Strecke bleiben. Man blicke zurück an den kalten Krieg, als die Sender Radio Free Europe und Radio Liberty in den Ostblock und in die Sowjet-Union hinein sendeten. Ich weiß nicht, wie viele Störsender man gegen beide Radiostationen im kommunistischen Lager aufgebaut hatte. UND ES HAT ALLES NICHTS GENUTZT.
    Der Chavismus und auch die Bande in Caracas werden vom Antlitz dieser Erde verschwinden. Ihren Untergang haben sie sich mit ihrer Wirtschaftspolitik schon eingeleitet. Vielleicht kommt deren Fall früher als manch einer denkt.

  6. 6
    Ismael Garcia

    Venezuela wird der Untergrund geweiht, VÖLKERMORD!!! die Regime von Castros und Maduro verstoßen gegen die Verfassung von Venezuela und alle Menschenrechte, ermorden die Bevölkerung durch Hunger, Mangel an Medikamente, lassen gefährliche Krankheit sich ausbreiten, die Kriminalität hat freien Lauf und 95 % von Straflosigkeit!
    Wann wird die Internationale Gesellschaft etwas machen? Müssen die Köpfe von Europäer rollen wie bei ISIS?

  7. 7
    Sensahannes

    Eine Frage hier an die Venezolanos. Woher kommen Eier und Kartoffeln?
    Aus dem Supermarkt!
    Wenn dem nicht so wäre könnt ihr hier gerne Bilder von euren Hühnern und Leghennen posten, welche in euren Gärten rumrennen.
    Von der Reihe Kartoffeln, welche ihr gesteckt habt ganz zu schweigen.
    Hier in Frage zu stellen,wer hier wohnt und überhaupt finde ich auch super.
    Nehmt es doch einfach so wie es ist! Vom Freund in der obersten Politikerebene bis hin zum Supervollpfosten..Venezuela ist eines der schönsten Länder der Erde mit sehr hohem Anteil an Einwohner, welchen so ziemlich alles Scheißegal ist. Wir deutschen brauchen uns hier auch nicht aufzuregen, da wir hier Gast sind und auch jederzeit wieder gehen können. Wir hatten Eier genug hierher zu kommen. Wir werden auch Eier genug haben wieder zu gehen. Adios Venezuela

    • 7.1
      Martin Bauer

      Erzählen Sie iIhre unreflektierten Ergüsse das doch erst mal all den Anatoliern, Ex-Yugos, Polen, Bulgaren, Turkmenistanern, Somaliern, etc. die in Deutschland Kritik an Deutschland und den Deutschen üben! Ich für meinen Teil bin in Venezuela weitgehend integriert und sorge hier für eine venezolanische Familie. Deshalb hab ich jedes Recht der Welt und auch die Pflicht, die diktatorischen Regierung zu kritisieren und ggf. auch zu bekämpfen. Wenn Sie Schulmeister sein möchten, dann lernen Sie erst mal, was oben und unten ist!

  8. 8
    Sensahannes

    Der Martin ist ja ein ganz ein zäher, Respekt

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