Ära des Post-Konflikts: Kolumbien wünscht sich eine Art „Marshall-Plan“

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Präsident Santos reist nach Paris, Berlin, Brüssel, Madrid, Lissabon und London (Foto: Presidente)
Datum: 04. Oktober 2014
Uhrzeit: 09:39 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
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Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos wird zu Beginn des Monats November in sechs europäische Hauptstädte reisen und die verschiedenen politischen Führer dieser Staaten um Unterstützung bei der Schaffung eines durch die Europäische Union (EU) verwalteten Fonds bitten. Diesen bezeichnete das Staatsoberhaupt als eine Art „Marshall-Plan“, der nach Beendigung des Konflikts mit der linksgerichteteten Terrororganisation FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) als Wirtschaftswiederaufbauprogramm dienen soll.

Während einer Pressekonferenz gab Außenministerin María Ángela Holguín am Freitag (3.) in Bogotá bekannt, dass Santos nach Paris, Berlin, Brüssel, Madrid, Lissabon und London reisen wird. „Ich treffe mich in der ersten Novemberwoche in diesen Hauptstädten mit sechs europäischen Staatschefs und hoffe sie davon zu überzeugen, mir bei der Schaffung eines Fonds durch die Europäische Kommission zu helfen. Mit dieser Art Marshall-Plan könnten die Auswirkungen der Ära des Post-Konflikts abgefedert werden“, so das Staatsoberhaupt.

„Wir müssen die europäischen Führer dazu bringen uns bei der Strukturierung bestimmter Projekte, die nach den Bedürfnissen der jeweiligen Region ausgerichtet werden, zu helfen. Dieser Frieden wird sehr territorial sein“, bekräftigte Santos. Er betonte auch, dass der internationale Privatsektor am meisten an der Zeit nach Beendigung des Konfliktes interessiert sei. Er lobte Norwegen und bezeichnete die Regierung des Staates in Nordeuropa als „Garant“ im aktuellen Friedensprozess mit den Terroristen.

Der Marshallplan war ein großes Wirtschaftswiederaufbauprogramm der USA, das nach dem Zweiten Weltkrieg dem an den Folgen des Krieges leidenden Westeuropa zugutekam. Es bestand aus Krediten, Rohstoffen, Lebensmitteln und Waren. Das 12,4-Milliarden-Dollar-Programm wurde am 3. April 1948 vom Kongress der Vereinigten Staaten verabschiedet und am selben Tag von US-Präsident Harry S. Truman in Kraft gesetzt. Im gesamten Zeitraum (1948–1952) leisteten die USA bedürftigen Staaten der Organisation for European Economic Co-operation (OEEC) Hilfen im Wert von insgesamt 13,1 Milliarden Dollar (entspricht im Jahr 2013 rund 127,1 Milliarden Dollar).

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  1. 1
    Martin Bauer

    Grundsätzlich eine gute Idee, aber nach meiner Erfahrung der falsche Weg. Selten kam etwas Gutes dabei heraus, wenn Regierungen unter einander Gelder verschoben haben, ausser für jene Beamte, die an den Geldtöpfen sassen und für ihre Amigos. Die Schaffung von sicherem Investitionsklima, einem abgestuften System aus Freihandelszonen einerseits und Steuervorteilen andererseits, verbunden mit langfristigen Verpflichtungen für private Investoren, Teile ihrer Erträge in den Aufbau von Infrastruktur, Ausbildungsförderung und sozialer Einrichtungen fliessen zu lassen, würde schneller greifen und nachhaltiger wirken. Unternehmer und Politiker Lateinamerikas müssen begreifen, dass in einem Umfeld mit hoher Bildung und hohen Einkommen, sie die besseren Produkte schaffen und die kaufkräftigeren Kunden haben können, also letztendlich mehr Geld verdienen, als durch Ausbeutung gezielt dumm gehaltener Massen mit hoher Arbeitslosigkeit. Letzteres bereitet lediglich den Boden für die roten Verbrecher, wie wir sie in Kuba und Venezuela bewundern dürfen.

  2. 2
    Infrastruktur und Bildung, ohne Korruption

    Wa Martin Bauer beschreibt, kann man ruhig übernehmen. Ein in etwa gearteter Marshalplan setzt aber Vertrauen voraus, nicht nur die Rückzahlung oder anderweitige Verwendung. Das Vertrauen besteht in der vorgesehenen Mittelverwendung. Das ist in Kolumbien überhaupt nicht gegebene. Gegeben ist dort lediglich die Korruption, ohne die geseht da gar nix. Aber eine Art Mashalplan geht nicht von Korruptionen aus, im Gegenteil, er soll ja Hilfe sein für die gesamte Bevölkerung, das ganze Land.
    Primär sollte ein solcher Plan ausgerichtet sein auf Infrastruktur und Bildung. Aber schon daran haben korrupte Politiker überhaupt gar kein Interesse, denn es geht nur um ihr eigenen Interesse, das Volk mus arm und dumm gehalten werden. Falls ein solcher Plan Erfolg haben sollte, muss von der Spitze bis zur Mittelverwendung eine strenge Kontrolle vorhanden sein.
    Genau das finden wir nicht in Kolumbien (in den anderen Latino-Staaten ebensowenig). Wenn europäische Politiker so verblendet sind, wie ihnen das die Latino-Strolch-Politiker vorzeigen werden, dann mal her mit dem Milliarden, die gar nicht so schnell versinken werden, wie sie überwiesen werden können.
    Nochmals: Schärfste Kontrollen mit Schwerpunkt Bildung und Infrastruktur, dann wird es (vielleicht) was. Aber: Lateinamerika ist in der jetzigen Form kein Investitionklima. .

  3. 3
    Infrastruktur und Bildung, ohne Korruption

    Was Martin Bauer beschreibt, kann man „getrost nach Hause tragen“. Ein in etwa gearteter Marschalplan setzt aber Vertrauen voraus, nicht nur in die Rückzahlung. Das Vertrauen besteht in der vorgesehenen Mittelverwendung.

    Das ist in Kolumbien überhaupt nicht gegeben. Gegeben ist dort lediglich die Korruption, ohne die geschieht da gar nix. Würde ein solcher funktionieren, könnte ich mir das nur in Costa Rica oder Panama vorstellen, aber das steht nicht zur Debatte.

    Aber eine Art Mashalplan geht nicht von Korruptionen aus, im Gegenteil, er soll ja Hilfe sein für die gesamte Bevölkerung, das ganze Land. Daran aber denk ein Korrupter am wenigsten.

    Primär sollte ein solcher Plan ausgerichtet sein auf Infrastruktur und Bildung. Das sind auf Zeit die Säulen eines sich für die breite Masse aufzubauenden System für einen materiell besseren Wohlstand. Aber schon daran haben korrupte Politiker überhaupt gar kein Interesse, denn es geht nur um ihr eigenenAbsahnen, das Volk muss arm und dumm gehalten werden.

    Falls ein solcher Plan Erfolg haben sollte, muss von der Spitze bis zur Mittelverwendung eine strenge Kontrolle vorhanden sein, etwas oberlehrerhaft heisst das, Kontrollen bis in die Fussspitzen durch Einsatz von Kontrolleuren aus EU-Ländern und zwar vor Ort.

    Solche Strukturen oder Voraussetzungen, finden wir nicht in Kolumbien (in den anderen Latino-Staaten grundsätzlich auch nicht). Wenn europäische Politiker so verblendet sind, wie ihnen das die Latino-Strolch-Politiker vorzeigen werden, dann mal her mit dem Milliarden, die gar nicht so schnell versenkt werden können, wie sie überwiesen werden.

    Europäische Politiker haben keinen blassen Schimmer Ahnung von dem, was in Lateinamerika abgeht. Das ist kein Vorwurf, es ist nur eine sachliche Darstellung.

    Nochmals: Schärfste Kontrollen mit Schwerpunkt Bildung und Infrastruktur, dann wird es (vielleicht) etwas. Aber: Lateinamerika ist in der jetzigen Form generell kein Investitionsklima.

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