Venezuela: 100 Polizisten in Caracas ermordet – Update

mord-venezuela

In den letzten 16 Jahren hat sich die Kriminalität in Venezuela fast versechsfacht (Foto: Twitter)
Datum: 04. Oktober 2014
Uhrzeit: 14:28 Uhr
Leserecho: 5 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Am Freitagabend (3.) Ortszeit ist in der venezolanischen Hauptstadt Caracas erneut ein Beamter der Bolivarischen Nationalpolizei getötet worden. Der 26-jährige Gilbert Orlando Reyes Diaz ist bereits der 99. Polizist, der in diesem Jahr im Großraum Caracas ermordet wurde. Nach Angaben von Augenzeugen hatte sich Diaz um 23:00 Uhr am Ende der Avenida El Lago de Los Magallanes de Catia ein halbes Hähnchen in einem Grill-Restaurant gekauft. Als er die Straße betrat, wurde er von vier Kriminellen umzingelt und erschossen. Die Täter flüchteten unerkannt.

In den letzten 16 Jahren hat sich die Kriminalität im linksregierten südamerikanischen Land Venezuela fast versechsfacht und beweist das Versagen des Regimes. Der Jahresbericht der venezolanischen Nichtregierungsorganisation “Observatory of Violence” (OVV) belegt einen Anstieg der gewaltsamen Todesfälle in Venezuela im vergangenen Jahr. Nach Statistiken der staatlich nicht kontrollierten/manipulierten Organisation starben 24.763 Menschen eines gewaltsamen Todes, 79 Todesfälle pro 100.000 Einwohner. Bei über 90 Prozent der Morde wird kein Verdächtigter verhaftet, wobei die Straffreiheit bei Verstößen gegen die Menschenrechte noch höher ist. Als besonders gewalttätig gilt die Hauptstadt Caracas. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres wurden 3.691 Personen Opfer von Gewalttaten.

Ein Großteil der Verbrechen werden im linksregierten Land niemals aufgeklärt. Fällt allerdings eine in der Öffentlichkeit stehende Person einem Mord zum Opfer, bekommt die ausartende Gewalt ein Gesicht und das Regime präsentiert innerhalb von Stunden einen angeblichen Täter, der meist dem “fachistischen Lager” zugeordnet wird. Diese durchschaubare Taktik ist systembedingt und findet selbst bei der Bevölkerung kaum Beachtung.

polizei

Update 6. Oktober

Am Sonntag (5.) wurde der 100. Polizist in diesem Jahr im Großraum Caracas ermordet. Nach Angaben einer Polizeireporterin wurde Antonio Suárez Carrasquero von zwei Männern auf einem Motorrad abgefangen und erschossen. Nach der Tat flüchteten die Kriminellen unerkannt.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.
  1. 1
    Martin Bauer

    Ohne den konkreten Fall oder die Person des ermordeten Beamten ansprechen zu wollen, von denen ich nichts weiss: Es ist erstaunlich, dass nicht sehr viel mehr Polizisten und National Gardisten ermordet werden. Nicht wenige von ihnen terrorisieren das Volk in mannigfaltigen Varianten, von simpler Erpressung über bewaffneten Raub, bis hin zu Auftragsmord und Entführung. Generell sind sie in den Augen des Volkes nur eine andere Form des organisierten Verbrechens. Die anständigen unter ihnen haben auf Dauer kaum eine Chance, sich dem Druck der Kollegen zu entziehen.

    So war ich denn wirklich sprachlos, als ich vor 6 Monaten zwei unbewaffnete National Gardisten in der Schalterhalle einer Bank traf, die noch 15 Minuten vorher, in der selben Strasse, nur 300m entfernt, Tränengas und Pertigones auf die Menschen geschossen hatten. Und niemand hat die beiden auch nur schräg angeschaut. Das ist etwas, wo bei mir der Verstand aussetzt, wo ich das Verhalten der Masse der Venezolaner einfach nicht mehr nachvollziehen kann. Man hätte die beiden zumindest anspucken, verprügeln und zum Teufel jagen sollen.

    Aber so langsam wandelt sich die Haltung der Menschen. So wurden vor ein paar Wochen in Tachira zwei Polizisten auf der Strasse mit Benzin übergossen und lebendig verbrannt. Nicht, dass ich dies gutheisse. Doch wer heute noch in Venezuela eine Unifirm trägt, ausser der Feuerwehr, muss sich fragen lassen, ob er in den Spiegel schauen kann, ohne sich zu übergeben und braucht sich über heftigere Reaktionen nicht zu wundern. Wer diese Regierung repräsentiert, läuft Gefahr, gelyncht zu werden. Verständlicherweise!

    • 1.1
      der Reisende

      Und darum gibt es eine neue Order “ HÄNGT SIE HÖHER „

  2. 2
    VE-GE

    Da stimme ich Ihnen zu ! Man hat mich vor sehr langer Zeit bereits gewarnt: **Werde kein Freund eines Polizisten**. Damals habe ich das nicht so richtig verstanden aber ein paar Jahre spaeter schon, bis heute. Sicherlich kenne ich einige da man oft von ihnen angehalten wird wegen Fahrzeugkontrolle usw. aber mehr auch nicht.

  3. die polizei macht oft mit den malandros gemeinsame sache und kassiert auch mit, das korrupte pack.
    oft hat die polizei selber in haeuser eingebrochen, das ist allgemein bekannt.

  4. 4
    Der Bettler

    Also braucht man auch nicht traurig sein,wenn es von diesen Lumpenpack ein paar erwischt,oder?
    Ein Menschenleben ist was es ist , aber in Vene hat es keinen Wert.

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!