Pleitegeier über Venezuela: Zementkonzern Holcim erwägt rechtliche Schritte

holcim

Holcim ist einer der weltweit führenden Anbieter von Zement und Zuschlagstoffen (Foto: Holcim)
Datum: 06. Oktober 2014
Uhrzeit: 08:25 Uhr
Leserecho: 8 Kommentare
Autor: Redaktion
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Sechs Jahre nach der Verstaatlichung seiner Tochter im südamerikanischen Land Venezuela wartet der Zementkonzern Holcim weiter auf die letzte Kompensationszahlung des linksregierten Staates. Laut einer Presseerklärung des Konzerns war der am 10. September fällige Restbetrag in Höhe von 97,5 Millionen Dollar vom venezolanischen Regime nicht beglichen worden. Das erdölreichste Land der Welt ist abgewirtschaftet, ausländische Lieferanten sitzen auf Milliardenforderungen. Internationale Wirtschaftsexperten weisen bereits seit Monaten darauf hin, dass Caracas seine Schulden nicht bedienen kann und die Wirtschaft vor dem Kollaps steht.

„Holcim gibt heute bekannt, dass das Unternehmen die letzte Kompensationszahlung im Zusammenhang mit der Nationalisierung von Holcim Venezuela im Jahr 2008 bislang nicht erhalten hat. Die Corporación Socialista Del Cemento, S.A., die das ehemalige Werk von Holcim betreibt, hat den verbleibenden Kompensationsbetrag von USD 97,5 Millionen, dessen Zahlung bis 10. September 2014 erwartet wurde, nicht transferiert. Holcim ist in Kontakt mit den entsprechenden Beteiligten in Venezuela, um die Situation zu erörtern und wird, falls erforderlich, alle rechtlichen Schritte einleiten, um die fälligen Zahlungen einzufordern“, so die Presseerklärung.

Venezuelas verstorbener Präsidenten Hugo Chávez hatte Holcim Venezuela sowie die örtlichen Tochtergesellschaften der mexikanischen Cemex und der französischen Lafarge 2008 verstaatlicht. Nach der Verstaatlichung einigte sich das Unternehmen 2010 mit Venezuela auf eine Entschädigung in Tranchen von insgesamt 650 Millionen US-Dollar. Im Gegenzug wurde das Schiedsverfahren am Internationalen Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID) in Washington ausgesetzt.

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  1. 1
    hombre

    Ich würde, um das demokratische Gesicht zu wahren, einen Mahnbescheid bei Amtsgericht Coburg mit anschliesender Vollstreckung einreichen. Das geht ruck zuck steht der Gerichtsvollzieher vor der Tür… :))

  2. 2
    Martin Bauer

    Nur wer jemals internationale Geschäfte mit Zement gemacht hat, kann eine Vorstellung von der Macht des weltweiten Zement-Kartells haben. Aus gutem Grund möchte ich hier nicht aus dem Nähkästchen plaudern. Ähnlich wie die Agrar-Rohstoff-Riesen, Cargill und Kollegen, verfügen sie über mannigfaltige Möglichkeiten, selbst Regierungen kleinerer Länder in die Knie zu zwingen. Dabei denken und handeln sie strategisch, also sehr langfristig. Chávez hat, in weisser Voraussicht, sich rechtzeitig eine eigene Grossbank zugelegt. Andernfalls wäre das PSUV-Regime längst unfähig, ausserhalb Venezuelas Gelder zu bewegen oder zu deponieren.
    Solche Firmenkartelle können zwar Regierungen nicht ohne weiteres stürzen, sehr wohl aber können sie ihnen das Leben nachhaltig sehr schwer machen und ihnen viele Handlungsmöglichkeiten entziehen.

    • 2.1
      VE-GE

      Ich bin im internationalen Handel taetig und kann Ihnen nur zustimmen !

    • 2.2
      Herbert Merkelbach

      Ich frage mich, ob der Verbrecherbande in Caracas die Tragweite ihres Handels eigentlich bewusst ist? Es gibt noch einige andere ausstehende Gerichtsverfahren gegen den Staat Venezuela vor der ICSID. Die mir bekanntesten sind die anstehenden Urteile der zwei US-amerikanischen Ölproduzenten gegen den Staat Venezuela; die Urteile müssten eigentlich bereits Ende letzter Woche gefällt worden sein, ich habe allerdings nichts in der Presse gelesen. Sie könnten jedoch auch diese Woche gefällt werden.
      Vielleicht wird es eines Tages wieder zu einer Venezuela-Blockade wie 1902-1903 kommen? Die IV. Flotte der USA ist ja ständig in der Karibik und dem südlichen Teil des Atlantik unterwegs. Richtig glauben kann ich daran nicht aber wer weiß, was alles so noch geschehen wird, sollte Maduro mit seinem Geld nicht herausrücken.

  3. 3
    hombre

    Da dürfte doch Putin sein eigenes Zementkartell mitbringen für Vzla…Sollte Putin seinen Ukraine-Schwachsinn Politisch überleben, wird er sich seine Länder schon heranzüchten um damit gegen die westliche Welt zu stänkern.
    Die totale Abhängigkeit von Russland, da dürfte sogar Zement am Kreml zu unbrauchbaren Staub verpuffen!

  4. 4
    Wann legt die US-Flotte den Busfahrer lahm?

    Es spitzt sich zu. Es ist doch nur noch die Frage derZeit, wann die USA die Zugangswege des Busfahrers zu seinen Häfen verstopfen werden. Dann geht gar nix mehr, aber das Volk ist dann mal wieder der Dumme. Nun ja, das Volk hat ja gewollt, mehrheitlich, dass ein Busfahrer Präsident werden sollte, Wahlen sind nun mal Wahlen!.
    Mal sehen was noch so alles kommt..
    Der verrückte Putin könnte dann ja eine Luftbrücke einrichten, Zement inklusive. Hahaha
    Gruss Strupp

    • 4.1
      Martin Bauer

      Sie glauben doch wohl nicht das Märchen vom offiziellen Wahlergebnis…? Das Volk hat Maduro nicht gewählt, sondern die PSUV, mit mannigfaltigen, nachgewiesenen Massnahmen von Fälschung, Betrug, Einschüchterung von Wählern und Stimmenkauf. Und vor einer möglichen Köntrolle hat man sämtliche Dokumente verbrannt, ohne Genehmigung.

    • 4.2
      der Reisende

      Wir warten auf die Blockade und auf die oben erwähnte Luftbrücke aus Russland den darauf werden sich viele Schluckspechte mit Sicherheit freuen wenn Wodka direkt vom Himmel ankommt.
      Spaß beiseite ich persönlich glaube auch das wir hier dann nichts mehr zum Lachen haben.
      Denn dieses hirnloses Subjekt von Maduro wird die Macht für nichts in der Welt abgeben.
      Dem Kolumbianer sind die Menschen hier doch egal.

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