Machtkampf in Venezuela: Fünf Tote bei Feuergefecht – Update

mord-venezuela

In den letzten 16 Jahren hat sich die Kriminalität in Venezuela fast versechsfacht (Foto: Twitter)
Datum: 08. Oktober 2014
Uhrzeit: 06:29 Uhr
Leserecho: 17 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Bei einem Feuergefecht zwischen der Polizei und mutmaßlichen Mitgliedern einer kriminellen Bande sind am Dienstag (7.) in der Innenstadt der venezolanischen Hauptstadt Caracas fünf Menschen getötet worden. Mindestens acht Personen wurden festgenommen. Die Behörden bestritten, dass die Getöteten Mitglieder von Pro-Regierungs-Gruppen waren. Weitere Einzelheiten will die Staatsanwaltschaft in den kommenden Stunden bekannt geben.

In den letzten 16 Jahren hat sich die Kriminalität im linksregierten südamerikanischen Land Venezuela fast versechsfacht und beweist das Versagen des Regimes. Der Jahresbericht der venezolanischen Nichtregierungsorganisation “Observatory of Violence” (OVV) belegt einen Anstieg der gewaltsamen Todesfälle in Venezuela im vergangenen Jahr. Nach Statistiken der staatlich nicht kontrollierten/manipulierten Organisation starben 24.763 Menschen eines gewaltsamen Todes, 79 Todesfälle pro 100.000 Einwohner. Bei über 90 Prozent der Morde wird kein Verdächtigter verhaftet, wobei die Straffreiheit bei Verstößen gegen die Menschenrechte noch höher ist. Als besonders gewalttätig gilt die Hauptstadt Caracas. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres wurden 3.691 Personen Opfer von Gewalttaten.

Ein Großteil der Verbrechen werden niemals aufgeklärt. Fällt allerdings eine in der Öffentlichkeit stehende Person einem Mord zum Opfer, bekommt die ausartende Gewalt ein Gesicht und das Regime präsentiert innerhalb von Stunden einen angeblichen Täter, der meist dem “fachistischen Lager” zugeordnet wird. Diese durchschaubare Taktik ist systembedingt und findet selbst bei der Bevölkerung kaum Beachtung.

venezuela

mord

Update 9. Oktober

Staatlich nicht kontrollierte/manipulierte Medien berichten von einem Machtkampf, der offenbar zwischen den bewaffneten Chávez-Kollektiven und Sicherheitskräften stattfindet. Das venezolanische Regime hat jede Verbindung abgestritten, in den sozialen Netzwerken wurden allerdings Bilder des bei der Schießerei getöteten José Odremán veröffentlicht, auf denen der ehemalige Hauptfeldwebel der“ Dirigía el Frente 5 de Marzo“ mit dem vor einer Woche ermordeten Abgeordneten der venezolanischen Regierungspartei “Partido Socialista Unido de Venezuela” (PSUV), Robert Serra, abgelichtet ist. Ein Foto mit dem verstorbenen Hugo Chávez soll ebenfalls seine Verbindung zur Regierung beweisen.

Am Donnerstag (9.) bestätigte Oppositionsführer Henrique Capriles Radonski, dass die bewaffneten und vom Regime finanzierten “Colectivos“ eine „Abrechnung“ in den eigenen Reihen durchführen. „Diese von der Regierung bewaffneten paramilitärischen Gruppen lassen sich nicht entwaffnen und bekämpfen sich gegenseitig. Darunter muss nun das Volk leiden“, so Capriles.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.
  1. 1
    Inge Alba

    So, haben wir uns also doch getäuscht, Maduro will die frech gewordenen colectivos ausschalten. „Feuergefecht zwischen kriminellen Banden“ , dachte , dass das colectivo „Escudo de la Revolución“ eine Chavez Erfindung ist und von ihm gefördert wurde, wen wollen die jetzt wieder verar…..? Ist da auch wieder Uribe der Drahtzieher? Na, eine adäquate Ausrede wird denen auch wieder einfallen. Vielleicht war es diesmal auch Maria Corina? Oder der Vogel hat ihm gezwitschert, dass man diesmal den ungeliebten „Neuen“ der MUD verantwortlich machen könne?
    Ich mag keine novelas, man ist da immer so an die tele gebunden, gleicher Tag, gleiche Uhrzeit, langsam geht mir Vzla. und Maduro auch auf den Wecker, gleiche Anschuldigungen, gleiche Morde, gleicher Wahnwitz, immer das selbe.

  2. 2
    Amiguita

    Jetzt darf sich Maduro warm anziehen: @Colectivo5M rufen alle Colectivos im Land zur Mobilmachung auf.

    LLAMAMOS A TODOS LOS COLECTIVOS DEL PAÍS A MOVILIZARSE HOY ASÍ COMO LO ORDENO NUESTRO LIDER JOSE ODREMAN
    Todos los colectivos nos movilizaremos hoy desde el Min. de Int. y Justicia hasta Miraflores en rechazo a la muerte de nuestros hermanos.

  3. 3
    Martin Bauer

    Das Beste was passieren könnte ist, dass die Collectivos und die Regierung sich gegenseitig umbringen. Das Schlechteste wäre, dass die Regierung überlebt, aber seine inzwischen unkontrollierbaren Todesschwadrone verliert. Darauf wird es hinaus laufen, und das ist auch schon ein beachtlicher Gewinn für die Bürger des Landes.

    • 3.1
      fideldödeldumm

      Ich vermute eher, dass Mad Uro und Konsorten das Gesäss auf Grundeis geht und Zugeständnisse an die Collectivos gemacht werden.

      • 3.1.1
        Martin Bauer

        Schon richtig. Es besteht sehr wohl die Möglichkeit der Versöhnung. Teile der Colectivos biedern sich inzwischen gerade Maduro gegenüber an. Auf jedenfall ist das Ganze mal wieder ein für alle Beteiligten peinliches Schauspiel. Und je weniger davon um Schluss noch am leben sind, um so besser!

  4. 4
    Mauel Libra

    In diesem Sinne:

    http://www.spd.de/aktuelles/124156/20141008_montagsdemo_leipzig_1989.html

    • 4.1
      Martin Bauer

      Nun hat gerade die SPD absolut nichts zur Wiedervereinigung beigetragen. Ihre Rolle war zum Schluss zumindest nicht mehr kontraproduktiv, wie in dan Jahren zuvor ab 1969. Auch die CDU war letztendlich nur ausführendes Organ der wahren Mächtigen. Vor allem Helmut Kohl schmückt sich da gerne mit fremden Federn. Ohne die Einigung zwischen Reagan und Gorbatschow hätte es niemals eine einzie Montagsdemonstration gegeben, und die Mauer stünde heute noch.

      • 4.1.1
        Marco Calde

        lol – sie haben nur keine Ahnung. Wer hat denn bitte schön die Grundlage für eine „neue“ Ostpolitik gelegt? Gerade Egon Bahr gehört zu den herausragendsten Persönlichkeiten der dt. Geschichte.

      • 4.1.2
        Martin Bauer

        Ahnung habe ich schon, nur eine andere Art der Interpretation. Ich war immer ein strikter Gegner der von der SPD eingeleiteten Ostpolitik. Mit Kommunisten verhandelt man nicht und macht erst recht keine Geschäfte. Und was ich persönlich von Egon Bahr halte, möchte ich hier lieber nicht öffentlich wiedergeben.

      • 4.1.3
        alexandro

        Mein lieber Herr Bauer Die SPD hat nach Ihrer unfehlbaren Meinung absolut nichts mit der Wiedervereinigung zu tun. Vieleicht oder auch nicht haben Sie schon einmal vom NATO- Doppelbeschluss etwas gehört, oder wahren Sie zu der Zeit noch zu feucht hinter den Ohren. Zu der Zeit hatten wir im Westen, Helmut Schmitt als Bundeskanzler. Dieser Beschluss hatte seine Wirkung auf die Sowjetische Führung nicht verfehlt um sich nicht tot zu rüsten war Gorbatschow zum Einlenken gezwungen.Das gehört zwar nicht hierher, es geht um Venezuela und nicht um Ihr verqueres Geschichtsbild

      • 4.1.4
        Martin Bauer

        Hierzu möchte ich nicht detailliert eingehen, weil dies tatächlich zu weit von Thema wegführen würden. Nur so viel: Helmut Schmidt wurde seinerzeit von den Bilderberger-Konferenz zum Weisungsempfang einbestellt, damit er nicht querschiesst. Mit den Starrköpfen Brandt und Wehner war ja nicht zu reden. Dem hat er ja auch ganz brav entsprochen und wird seitdem als „Staatsmann“ anerkannt. Entscheidungen zu dem Them zu treffen, wurde ihm nicht zugestanden. – Ich bin wirklich versucht, noch weiter auszuholen, denn viele wesentliche Dinge landen halt niemals in der Presse. Aber lassen wir das besser!

  5. 5
    Der Bettler

    …was auch viele der ehemaligen DDR-Bewohnern noch gerne haben wollen,und das nach 25 Jahren.

  6. 6
    VE-GE

    Sorry Leute aber das mit der Ex-DDR usw. gehoert hier nicht her. Immer wieder muss ich das hier lesen! Das geht mir so was auf den keks.

  7. 7
    Der Bettler

    @ VE-GE wichtig ist mal vor allem daß sich diese Bande gegenseitig an die Unterwäsche gehen.Je mehr sich da umbringen,desto vorteilhafter für das Land.Anfang war der Oberguro der Tupamaris mit seiner Alten,dann eine Kollosion mit der Polizei,wer ist der Gute oder der Böse ? 3 Tage Staatstrauer
    werden den Columbianer nichts mehr nützen.In diesem Land ist alles außer Kontrolle geraten,darum
    falls wir bis nächstes Jahr nicht verhungert sind,abwarten!!!

    • 7.1
      VE-GE

      Da gebe ich Ihnen Recht !…..Abwarten….hoffe nicht mehr allzu lange.

  8. 8
    Leonard Vargas

    Man möge mir verzeihen. Aber Maduro sollte an der Macht bleiben. Noch nie hat ein Politiker so wie er bewiesen, was Linke für Vollpfosten sind. Dieser Mensch ist die Quintessenz der Blödheit!!!!!!!!!!!!

    • 8.1
      Martin Bauer

      Ja, einverstanden! Aber muss es gerade in Venezuela sein…? „Lieber Heil’ger Florian, verschon mein Haus, zünd andre an!“

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!