Uruguays revolutionärer Weg bei der Rinderhaltung

Datum: 28. November 2014
Uhrzeit: 15:01 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Die Wirtschaft Uruguays stützt sich maßgeblich auf die Landwirtschaft, insbesondere die Viehzucht. Das Weideland im kleinsten spanischsprachigen Staat in Südamerika bietet ideale Voraussetzungen für die Produktion von organischem Rindfleisch, Rinder wachsen unter extensiver Bewirtschaftung heran und ernähren sich ausschließlich von Gras in Freilandhaltung. Das im Norden an Brasilien grenzende Land wird oft als „große Farm“ bezeichnet, die hygienischen Standards sind erstklassig und Impfungen gegen Maul-und Klauenseuche sind gesetzlich vorgeschrieben. Die Rindfleischproduktion/Verarbeitung beinhaltet die komplette Rückverfolgbarkeit der Endprodukte. Die „República Oriental del Uruguay“ ist ein Land der High-Tech-Cowboys, wo der Laptop genauso wichtig ist wie das Pferd.

Die weiten Grasfluren der Pampa sind der Lebensraum riesiger Herden, die die Grundlage für den wirtschaftlichen Reichtum des Landes stellen. Uruguay hat 12 Millionen Rinder, aber nur knapp über drei Millionen Einwohner. Heute ist Uruguay das einzige Land in der Welt mit einem völlig computergesteuerten System der Rückverfolgbarkeit – die Verbraucher im In- und Ausland wissen genau, wo ihr Rindfleisch herkommt und wie das Tier aufgewachsen ist. In Uruguay zu wissen, wo das Fleisch herstammt, ist ein Rechtsanspruch.

Bereits kurz nach Geburt erhalten die Kälber zwei Kunststoff-Clips an den Waden – eine in jedem Ohr. Die lesbaren Chips enthalten alle Arten von Informationen über das Tier, sein Alter und seine Herkunft sind gespeichert und können bereits seit dem ersten Tag der Geburt komplett rückverfolgt werden. Die Regierung hat in dieses System über 70 Millionen US-Dollar investiert und dazu beigetragen, den Ruf des Landes als weltweit führenden Anbieter und Hersteller von Qualitätsrindfleisch zu festigen.

Die High-End-Politik ist ein Glücksspiel für diese kleine südamerikanische Nation, deren Agrarexporte durch seine riesigen Nachbarn Argentinien und Brasilien in den Schatten gestellt werden. Während die Landwirtschaft in diesen Ländern zunehmend intensiver wird, ist Uruguay in die andere Richtung gegangen. Die aktuelle Situation und die Nachfrage auf dem Markt gibt den Cowboys jedoch wenig Anlass zur Sorge ihre traditionelle Lebensweise aufgeben zu müssen. Die Rindfleischexporte beliefen sich im lateinamerikanischen „Musterländle“ im vergangenen Jahr auf über 1,5 Milliarden US-Dollar.

Anzeige
wandere aus, solange es noch geht

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2016 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!