Pleitegeier: Goldman kauft angeblich dominikanische Schulden mit hohem Abschlag von Venezuela

pdvsa

Operation belegt offenbar ein hohes Maß an Verzweiflung der venezolanischen PDVSA (Foto: Archiv)
Datum: 03. Dezember 2014
Uhrzeit: 16:18 Uhr
Leserecho: 9 Kommentare
Autor: Redaktion
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Venezuelas Wirtschaft taumelt in den Abgrund. Dem linksregierten Land geht das Geld aus, Milliardenkredite aus China und Russland halten Präsident Maduro noch an der Macht. Bereits vor mehreren Tagen gaben Brancheninsider bekannt, dass sich Vertreter des Regimes mit Entscheidungsträgern der Investmentbank Goldman Sachs getroffen haben. Hintergrund sei ein Deal mit den Schulden der Dominikanischen Republik aus dem Petrocaribe-Abkommen. Insider berichten nun, dass ein Abkommen getroffen wurde und Goldman Schulden der Karibiknation mit hohem Abschlag von Venezuela kaufen wird. Jamaika, ein weiterer Schuldner, der ebenfalls vonGoldman beraten wird, soll eine ähnliche Vereinbarung erwägen.

Demnach hat die venezolanische Regierung Goldman Sachs Verpflichtungen in Höhe von 4,09 Milliarden US-Dollar abgetreten. Diese Summe entspricht der Menge an venezolanischem Rohöl, welches die Dominikanische Republik Caracas schuldet. Venezuela soll laut einer Publikation der spanischsprachigen Tageszeitung in den Vereinigten Staaten „El Nuevo Herald“ allerdings nur 41% des Gesamtwerts des Engagements (1,7 Milliarden Dollar) erhalten haben (Gewinn für die Bank von 59% – 2,3 Milliarden)

„Diese Operation belegt ein hohes Maß an Verzweiflung der venezolanischen staatlichen Ölgesellschaft PDVSA. Sie liquidieren die wenigen Vermögenswerte, die sie noch haben und versuchen durch den Cashflow Geld zu finden/aufzutreiben, das sie nicht haben. Dies ist ein enormes Schnäppchen für Goldman Sachs. Das einzig Negative daran ist, dass es eine auf 20 Jahre datierte Schuld gekauft hat“, schreibt die Zeitung.

Petrocaribe ist ein Abkommen von Juni 2005 für Erdöllieferungen zum Vorzugspreis von Venezuela an Antigua und Barbuda, Bahamas, Belize, Kuba, Dominica, Granada, Guatemala, Guyana, Haiti, Honduras, Jamaika, Nicaragua, Dominikanische Republik, St. Kitts und Nevis, St. Vincent und die Grenadinen, St. Lucia und Suriname. Das Abkommen erlaubt Käufe zum Marktpreis, aber nur 40 % müssen bei einem Ölpreis von über 100 US-Dollar innerhalb einer Frist von 90 Tagen gezahlt werden. Der Rest kann über 25 Jahre zum Zinssatz von 1 % geschuldet werden. Bei einem Ölpreis unter 100 US-Dollar müssen 60% innerhalb der 90 Tagefrist gezahlt werden und bei einem Ölpreis über 200 US-Dollar nur 30 %. Die Karibikstaaten können zu diesen Konditionen bis zu 185.000 Barrel am Tag erwerben und das gelieferte Öl auch mit Waren oder Dienstleistungen (Tauschhandel) bezahlen. Seit dem Jahr 2005 hat die Dominikanische Republik venezolanisches Rohöl im Wert von 8,2 Milliarden US-Dollar erhalten.

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  1. 1
    VE-GE

    Hilfe den Sie wissen nicht was sie da tun !

  2. 2
    Inge Alba

    Nun ja, verzweifeltes agieren, Goldman & Sachs, armes Venezuela.

  3. 3
    fideldödeldumm

    Alles wird nur mit noch mehr Verlust für dieses Land zu Geld gemacht. Wenn das rote Pack weg ist, wird dieses sowas von pleite sein, dass Burkina Faso ein Industriestaat dagegen ist.

  4. 4
    Herbert Merkelbach

    Es wird noch schlimmer kommen. Conoco-Phillips hat bereits ein Verfahren in Texas gegen den venezolanischen Staat im Falle des Verkaufes der Citgo in den USA beantragt. CP möchte nicht, dass sich Caracas mit den Geldern aus dem Verkauf aus dem Staub macht und CP nach der Enteignung durch HCF keine Möglichkeit mehr sieht zu einer Kompensation zu kommen, wenn der evtl. Käufer der Citgo die Gelder nach Venezuela überweist.
    Typische Merkmale einer Verbrecherbande, nämlich die in Caracas, erst der Welt erklären, man wird die Citgo verkaufen, dann ein Dementi und Verlautbarung, man wird nicht verkaufen, die Verkaufsabsicht trotzdem weiter führen. Angeblich soll der letzte Termin für die Offertenabgabe Ende Dezember 2014 sein.

  5. 5
    Wolfgang

    So ungewöhnlich sind derartige Geschäfte nicht. Es ist durchaus üblich , zB im „structured settlement“ Bereich Forderungen mit hohen Restlaufzeiten mit entsprechenden Abschlägen zu verkaufen, wobei der normale Abschlag bei 20 Jahren RLZ bei rd 50% liegen kann. Das es in diesem Fall weniger ist, kann an einem Boniätsabschlag auf die DomRep liegen. Alles in allem sind diese Geschäfte jedoch marktüblich.

    • 5.1
      Herbert Merkelbach

      Machen wir uns doch nicht vor. Die Clique in Caracas benötigt händeringend Geld, und zwar US Dollars, da Sr. Maduro das Wasser bis zum Hals steht.
      Wenn es die Öleinnahmen nicht bringen, dann müssen andere „assets“ her. „Das es in diesem Fall weniger ist, kann an einem Bonitätsabschlag… Mit diesem Wortlaut bin ich überhaupt nicht einverstanden. S&P listet die DR mit BB auf, besser als Ekuador, dass nur ein B+ aufweist und dazu auch noch ein Land mit Öleinnahmen und Mitglied der Opec ist.
      Wo soll dann der sog. Bonitätsabschlag herkommen? Welche Faktoren wären das?

      • 5.1.1
        Jens

        Schauen Sie sich einfach den Eco Daten der DomRep an. Das ist nicht dolle. Die DomRep hängt mit einem Bein am IWF und mit dem anderen am Petrocaribe. Selbst für das Öl was sie bezahlen müssten, reicht das zugesagte Geld oder Warenlieferungen nicht aus. Das lässt sich Goldmann Sachs teuer bezahlen.

  6. 6
    Manuel Ritter

    Marktüblich: allerdings nur 41% des Gesamtwerts des Engagements (1,7 Milliarden Dollar)

    Claro, und ich mache mit dem Papst eine Boutique in Wuppertal auf

    • 6.1
      fideldödeldumm

      Es ist ja sogar ein super Schnäppchen für Venezuela, wenn man diesen Vorzugsabgabepreis an die DDR berücksichtigt. Und wenn man noch die Produktionskosten sieht, war es am Ende fast eine Schenkung.

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