Brasilien: Indigene fordern Anerkennung ihres angestammten Territoriums

munduruko

Die Munduruku fordern die Anerkennung ihres angestammten Gebietes (Foto: Maíra Irigaray/Amazon Watch)
Datum: 06. Dezember 2014
Uhrzeit: 17:34 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Redaktion
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Das indigene Volk der Munduruku fordert die Anerkennung ihres angestammten Territoriums im nordbrasilianischen Amazonasgebiet und hat laut der Umweltorganisation „Survival“ erklärt, die Zerstörung des Gebietes verhindern zu wollen. Demnach protestieren die Indigenen gegen mehrere Staudämme, die auf dem Tapajós-Fluss und einigen seiner Nebenflüsse gebaut werden sollen. Ebenfalls gegen illegalen Bergbau und Abholzung auf ihrem Land und gegen das Scheitern der Regierung, den Wald zu schützen. Für das Volk der Munduruku, welches circa 12.000 Personen umfasst, bedeutet das Eindringen in ihr Land und die geplanten Staudämme die Zerstörung des Regenwaldes, welcher sie mit allem Nötigen versorgt. Erst kürzlich erklärten sie nach Angaben der Umweltorganisation, dass dies ist eine erneute Gewalthandlung gegen ihre Rechte, ihren Wald und der Zukunft als Volk sei.

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Im vergangenen Monat begannen die Munduruku damit, ihr Territorium für ihren exklusiven Nutzen zu demarkieren – eine Aufgabe, der die Regierung bisher trotz ihrer rechtlichen Pflicht nicht nachgekommen ist. Nach der brasilianischen Verfassung hätten alle indigenen Territorien bis 1993 an die Indigenen zurückgegeben werden sollen. Die Munduruku erklärten: „Wir kämpfen schon seit vielen Jahren für diese Demarkierung, aber jedes Mal, wenn wir nach Brasília gehen, erfindet FUNAI [Behörde für indigene Angelegenheiten] Lügen und Versprechungen … Wir wissen, dass FUNAI dies tut, um Zeit für den Bau der Tapajós-Staudämme zu gewinnen, und wir haben es satt zu warten.‟

Das Versäumnis der Regierung, die Indigenen zu dem Staudammvorhaben zu konsultieren, verstößt gegen brasilianisches und internationales Recht. Vergangene Woche besetzte eine Delegation der Munduruku Büros der FUNAI aus Protest gegen das Wasserkraft-Projekt und das Versäumnis der Autoritäten, Teile ihres Landes, bekannt unter dem Namen Sawré Muybu, rechtlich anzuerkennen.

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  1. 1
    Harald Ort

    Survival International wurde im Jahr 1969 in London gegründet. Auslöser war ein Artikel von Norman Lewis in der britischen Sonntagszeitung Sunday Times über die Massaker, Landenteignungen und Völkermorde an indigenen Gruppen im brasilianischen Amazonasgebiet.

    Heute hat Survival International nach eigenen Angaben Unterstützer in 82 Ländern weltweit. Survival International bearbeitet zurzeit etwa 90 Fälle in 35 verschiedenen Staaten.

    Das Hauptbüro von Survival International befindet sich in London. Das im Jahr 2004 eingerichtete Büro in Deutschland befindet sich im Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin.

    Survival International leistet keine Entwicklungshilfe im klassischen Sinne, sondern unterstützt indigene Völker durch Aufklärung, Lobbyarbeit und Kampagnen im Kampf um ihre Landrechte, ihre selbstbestimmte Zukunft und ihr Leben. Außerdem bietet Survival International den indigenen Völkern eine Plattform, auf der sie ihre Anliegen direkt an die Außenwelt tragen können.

    Sie arbeitet nur an Fällen, die von den betroffenen indigenen Völkern selbst an sie herangetragen werden. Fälle werden nicht auf eigene Initiative gesucht.

  2. 2
    Harald Ort

    Um genaueres zu diesem Thema zu erfahren und das Thema zu vertiefen, empfehle ich die folgende Abschlussarbeit (tesis de antropologìa) zu lesen:

    http://repositorio.flacsoandes.edu.ec/bitstream/10469/5395/2/TFLACSO-2012IMCDT.pdf

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