Venezuela: Indigene alarmiert über bewaffnete Milizen

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Hoti-Indigene im Amazonasgebiet von Venezuela. Die Hoti und andere indigene Völker fordern Schutz vor Banden, die in ihre Gebiete eindringen (Foto: Jacques Jangoux/Survival)
Datum: 22. Dezember 2014
Uhrzeit: 10:17 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Redaktion
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Indigene im südamerikanischen Land Venezuela sorgen sich über das Eindringen illegaler Bergarbeiter und bewaffneter Gangs in ihr Gebiet, von denen einige erklärt haben Mitglieder der kolumbianischen Guerilla-Armee FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) zu sein. Mehrere indigene Völker aus dem Regenwald im Süden Venezuelas fordern die dringende Ausweisung der Eindringlinge, von denen sie bedroht und eingeschüchtert werden und die ihren Wald zerstören. Survival International, die globale Bewegung für die Rechte indigener Völker, ruft Präsident Maduro dazu auf, schnelle Schritte einzuleiten, um das Land der Indigenen zu schützen und ihre Ausrottung zu verhindern. Weiterhin müssen ihr Gebiete kartiert und als indigene Territorien anerkannt werden, wie es die Verfassung vorschreibt.

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Die Eñepa und Hoti, die im venezolanischen Amazonasgebiet Hunderte Kilometer von der Grenze zu Kolumbien entfernt leben, erklärten laut der Umweltorganisation Survival: „Als wir die Guerillas zum ersten Mal auf unserem Land sahen (…) fühlten wir uns überfallen, besorgt und zu ängstlich, um in die Berge zu gehen und unserem Leben nachzugehen. Dieses angestammte Land ist unsere Heimat, unser Leben und unsere Kultur. Wir lieben es, wir haben uns immer darum gekümmert und wir sind bereit, es mit unserem Leben zu verteidigen.“

Die Organisation Indigener Frauen des Staates Amazonas warnt: „Diese Taten untergraben unser Recht auf ein Leben ohne Gewalt und sollen unsere Stimmen zum Schweigen bringen.“

Schon seit mehreren Jahren sind bewaffnete Banden in indigenen Gebieten nahe der kolumbischen Grenze zu finden. Die Piaroa, Mako, Baré und andere indigene Völker fordern von der Regierung schon länger, diese auszuweisen, doch bisher wurden keine effektiven Schritte unternommen. Inzwischen hat sich die Bedrohung auch in andere Regionen ausgeweitet, wovon auch indigene Völker wie die Eñepa und Hoti betroffen sind.

Vergangenen Monat veröffentlichte die Koalition Indigener Organisationen im Venezolanischen Amazonas (COIAM) eine Erklärung zum 15. Jahrestag der aktuellen Verfassung, die indigene Landrechte garantiert. Darin kristiert COIAM das Versagen der Regierung beim Schutz indigener Gebiete, die so entscheidend für das Überleben indigener Völker sind, und fordert sofortige Maßnahmen zum Schutz ihres Landes und Lebens.

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  1. 1
    Inge Alba

    Und wenn dann erst einmal die Chinesen mit der Ausbeutung der Bodenschätze anfangen? Haben die nicht schon das Land hierzu gekauft und bezahlt? Der Maduro soll die Karten auf den Tisch legen und sagen, zeigen was er schon alles veräussert hat, Land das weder ihm noch den Venezolanern gehört, Land, das den Eingeborenen gehört. Bisher, bis vor 10-15 Jahren hatte Venezuela eine sehr fortschritliche und lobenswerte Handhabung gegenüber den Indigenos mit Schutzreservaten und man musste Sondergenehmigungen haben um in jene Gebiete zu gelangen, war so oder so nicht für jeden x beliebigen zugänglich, und dies war gut so. Diese Gebiete waren zum grossen Teil abgeschottet und man respektierte den Lebensraum der Indigenos.

  2. 2
    fideldödeldumm

    Chavez hat es nicht auf die Reihe bekommen bzw. es hat ihn nicht interessiert, und dann wird es dieser Polit-Clown Maduro erst recht nicht auf die Reihe kriegen, zumal er eh schon die ganzen Bodenschätze verscherbelt hat.

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