Venezuela: Lehrer aus Deutschland erhält Kopfschuss

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Tobias Strohm arbeitet seit September 2013 am Colegio Humboldt, Caracas-Venezuela (Foto: Facebook)
Datum: 11. Januar 2015
Uhrzeit: 13:59 Uhr
Leserecho: 6 Kommentare
Autor: Redaktion
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Ein aus Deutschland stammender Schullehrer hat bei einem Entführungsversuch in Los Palos Grandes (Caracas) einen Kopfschuss erhalten und wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Nach Berichten lokaler Medien lebte Tobias Strohm seit rund fünf Monaten mit seiner Freundin in Venezuela und ist Lehrer an der Humboldt-Schule in Caracas. Über die sozialen Netzwerke wurde nach Blutspendern gesucht, weitere Details zur Tat sind zur Zeit nicht bekannt.

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In den letzten 16 Jahren hat sich die Kriminalität in Venezuela fast versechsfacht und beweist das Versagen des Regimes. Die Mordrate im südamerikanischen Staat gilt als eine der höchsten der Welt, die Gewalt im Land ist außer Kontrolle. In Bello Monte steht das Leichenschauhaus von Caracas. Hier werden täglich die Toten einer Stadt eingeliefert, die als eine der gewalttätigsten der Welt gilt. Nach Angaben verschiedener Nichtregierungsorganisationen war der Monat Dezember der gewalttätigste des ganzen Jahres. Demnach wurden in den letzten 30 Tagen 468 gewaltsame Todesfälle registriert.

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  1. 1
    Herbert Merkelbach

    Es tut mir leid aber diesen Lehrer verstehe ich nicht. Bevor ich in ein Land gehe, dann informiere ich mich ausführlich. Es ist keine Schande einmal einen Blick auf die „web-site“ des Auswärtigen Amtes zu werfen.
    Oder ist dieser Lehrer gezwungen worden nach Venezuela zu gehen?

    • 1.1
      fideldödeldumm

      Die Lehrer werden zumeist über die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen mit Kenntnis des Auswärtigen Amtes ins Ausland gesendet. Die Lehrer bewerben sich dorthin.

      • 1.1.1
        Herbert Merkelbach

        Dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Venezuela, ein Land mit der höchsten Kriminalität in L.A. Dann muss dieser Person die Gefahr bewusst gewesen sein.

      • 1.1.2
        Fideldödeldumm

        Die deutschen Auslandsschullehrer wohnen ja in Stadtteilen, wo es schon etwas ruhiger zugeht und man nicht unbedingt damit rechnen muss, beim Einkaufen erschossen zu werden. Ich weiß allerdings jetzt auch nicht, wie hoch dort akutell die Polizeipräsenz dort ist und welche Qualität sie hat.
        Für die Pädagogen selber ist es natürlich eine interessante Erfahrung im Ausland, speziell in einem 3. Welt Land oder in einem Schwellenland, tätig zu sein, und es erweitert den Horizont. Dabei meine ich jetzt nicht die Erfahrung eines Kopfschusses und hoffe, dass dem Mann geholfen werden konnte und er auf dem Wege der Besserung ist.
        Beruflich bringt es Vorteile, und gerade bei verbeamteten Lehrern lohnt es sich auch finanziell. In der Regel ist die Tätigkeit bis 3 Jahre befristet, maximal 6 Jahre, ausgenommen sind hiervon die Leiter wie Herr Wagner, die maximal 10 Jahre dort bleiben können.
        Für das Land Deutschland sind die Auslandsschulen sehr wichtig, u.a. auch wegen dem großen Imagegewinn.

  2. 2
    Winfried Wagner

    Als ehemaliger Leiter der vom Auswärtigen Amt anerkannten Deutschen Schule in Caracas (2003-2013) möchte ich darauf hinweisen, dass es für die Schule sehr schwierig ist, Lehrkräfte aus Deutschland zu verpflichten. Bei dieser Verpflichtung unterstützt die dem Auswärtigen Amt unterstellte Zentralstelle für die Auslandsschulen in Köln die Schule. Eine angemessene Versorgung mit deutschen Lehrern ist notwendig, damit die venezolanischen und deutschen Schülerinnen und Schüler auf das Deutsche Sprachdiplom und das Abitur angemessen vorbereitet werden können.
    Dies gelingt der Schule in einem schwierigen Umfeld. Danach können die Schülerinnen und Schüler in Deutschland studieren, wo sie sehr erfolgreich sind.
    Das Auswärtige Amt warnt auf seiner Website vor den Gefahren in Venezuela und auch der Schulleiter spricht beim Bewerbungsgespräch die Risiken an. Wer trotz dieses Risikos die Reize des Landes genießen und an einer komplexen bilingualen Schule unterrichten will, der tut dies freiwillig .
    Jeder weiß aber, dass ein derartiger Überfall trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nie ganz auszuschließen ist.

  3. 3
    Inge Alba

    Sind wir doch mal ehrlich, diese Schule, Colegio Humbold, sollte bis auf Weiteres geschlossen werden, man kann und sollte solche Diktaturen nicht auch noch mit deutschen Schulen unterstützen. Ja, ich weiss, die BRD hat bisher noch nicht begriffen, dass Vzla. eine Diktatur ist. Auch die dtsch. Firmen sollten aufgefordert werden ihren Betrieb (sofern noch vorhanden) einzuschränken und sich mit vzla. Personal über Wasser zu halten. Ja, ich bin dagegen, dass Diktaturen auf irgend eine Art und Weise unterstüzt werden, und eine dtsch. Schule ist so eine Unterstützung. Je mehr diese Regierung unter Druck gerät, um so schneller ist mit einer Beseitigung dieser zu rechnen. Vzla. muss sich aus eigener Kraft von diesem Regime befreien, aber Unterstüztung, auch wenn es sich nur um eine Schule handelt, egal aus welchem westl. Land, verlängert das Überleben dieser abartigen Kreaturen und das ist am Enmde gegen die eigenen Interessen und die der Menschen in diesem Land.

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