Erfolg für Brasiliens Suruwaha-Volk: Erneute Rüge für „Freakshow-TV“

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In dieser Szene aus „Amazon’s Ancient Tribe“ erklärt der Moderator, dass ein Suruwaha-Mädchen seine Hand nicht schütteln möchte, weil sie ihn töten will. Tatsächlich trug er soviel Sonnencreme, dass die Suruwaha glaubten, er habe eine Hautkrankheit (Foto: Screenshot Channel 7)
Datum: 15. Januar 2015
Uhrzeit: 16:05 Uhr
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Autor: Redaktion
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Ein australischer TV-Sender, dessen Beitrag über ein Amazonas-Volk wegen seiner rassistischen und fälschlichen Darstellung als „Freakshow-TV“ bekannt wurde, hat ein Berufungsverfahren zur Rehabilitierung verloren. Australiens Bundesgericht lehnte die Berufung von Channel 7 ab. Der Sender hatte versucht ein Urteil zu kippen, das seinen Beitrag „Amazon’s Ancient Tribe“ mit den australischen „Abenteurern“ Paul Raffaele und Tim Noonan als rassistisch verurteilt hatte. Dies ist das zweite Berufungsverfahren, das Channel 7 verloren hat.

Survival International, die globale Bewegung für die Rechte indigener Völker, hatte 2011 vor der Rundfunkbehörde ACMA Beschwerde gegen den Beitrag eingelegt. Die Entscheidung wird als ein wichtiger Erfolg für Brasiliens Suruwaha-Volk bezeichnet, das die Sendung dafür verurteilt hatte, sie als Mörder unschuldiger Kinder darzustellen. Zwei separate Berufungsgremien haben inzwischen entschieden, dass dies eine gravierende Falschdarstellung war.

Ein Suruwaha-Mann hatte 2011 nach der Sendung gegenüber Survival International erklärt: „Sie lügen über uns. (…) Sie sagten: ‚Die Suruwaha töten ihre Kinder.’ Die Suruwaha töten keine Kinder mehr.” Die Sendung bat auch offen um Spenden für eine evangelikale Missionarsmission, die im brasilianischen Kongress für ein Gesetz wirbt, das es erlauben würde indigene Kinder von ihren Eltern zu trennen – ein Vorhaben, das an Australiens „Stolen Generation“ erinnert. Das Gesetz richtet sich spezifisch an brasilianische Indigene und verbreitet den Mythos, dass indigene Völker gewaltbereiter seien als andere Gesellschaften.

Der Beitrag von Channel 7 ist kein Einzelfall. Ein aktueller Bericht von Brasiliens führender TV-Station Globo TV behauptet fälschlicherweise, dass 13 indigene Völker in Brasilien Kindstötung praktizieren, obwohl diese Praxis extrem selten ist und zunehmend ausstirbt. Bedauerlicherweise haben solche irreführenden Darstellungen indigener Völker einen großen Einfluss darauf, wie indigene Völker von Entscheidungsträgern gesehen und behandelt werden.

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