Genitalverstümmelung in Kolumbien: Beschneidung von Embera-Mädchen

Datum: 06. Februar 2015
Uhrzeit: 10:16 Uhr
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Autor: Redaktion
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Genitalverstümmelung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung. Seelische und gesundheitliche Schäden sind die Folgen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden jährlich rund drei Millionen Mädchen und Frauen an ihren Genitalien beschnitten und sind bedauernswerte Opfer dieser grausamen Praxis. Weibliche Genitalverstümmelung, international als „Female Genital Mutilation (FGM)“ bezeichnet, ist ein Sammelbegriff für verschiedene Formen der Beschneidung der äußeren weiblichen Genitalien. Sie wird vorwiegend in 29 Ländern Afrikas, in wenigen arabischen und asiatischen Staaten und offenbar auch in Kolumbien praktiziert.

Jedes Jahr wird am 6. Februar mit einem internationalen Aktionstag gegen die weibliche Genitalverstümmelung auf diese menschenverachtende Praxis aufmerksam gemacht. Laut Lucy Wartenberg, stellvertretende Leiterin des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) in Kolumbien, gibt es Hinweise darauf, dass diese Praktiken in Kolumbien durchgeführt werden.

Bereits in den Jahren 2007 und 2012 lenkte der Tod mehrerer junger Mädchen an den Folgen weiblicher Genitalverstümmelung die Aufmerksamkeit auf die Embera-Chami. Die indigene Volksgruppe praktiziert die Beschneidung bereits seit der Zeit der Kolonialherrschaft. Damals kam es aufgrund des Sklavenhandels zu einem intensiven Austausch mit afrikanischen Communities. 2009 hatte der indigene Rat der Ethnie ein auf lediglich zwei Jahre beschränktes Dekret erlassen, demzufolge die Beschneidung verboten wurde und deren Zuwiderhandlung unter Strafe gestellt wurde. Während dieser Zeit wurden keine Fälle von Genitalverstümmelungen bekannt. Bereits kurz nach Ablauf der Frist mussten mehrere kleine Embera-Mädchen wegen den Folgen ihrer Beschneidung medizinisch behandelt werden.

„Kolumbien ist das einzige Land in Lateinamerika, wo es Informationen – wenn auch offiziell nicht bestätigt – über Verstümmelung der Genitalien gibt. Die Embera sehen diese Praxis als Teil ihrer Kultur an. Das ganze wird als private Angelegenheit bezeichnet – ein Schleier des Schweigens liegt über diesen Schicksalen“, so Wartenberg.

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