Video: An Mukoviszidose leidendes Mädchen bittet in Chile um Sterbehilfe – Update

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Valentina Maureira bittet um Sterbehilfe (Fotos: Screenshot YouTube/Presidencia)
Datum: 26. Februar 2015
Uhrzeit: 15:04 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Redaktion
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Der Fall der 14-jährigen Valentina Maureira berührt die Herzen der Menschen im südamerikanischen Land Chile. Das Mädchen leidet an Mukoviszidose und hat Präsidentin Michelle Bachelet in einem bewegenden Video um Hilfe gebeten. Maureira bittet das Staatsoberhaupt die Ärzte zu ermächtigen, Euthanasie an ihr üben zu dürfen. „Ich möchte dringend mit der Präsidentin sprechen, denn ich bin es leid, mit dieser Krankheit zu leben. Ich bitte um Genehmigung einer Injektion, damit ich für immer schlafen kann“ , fragt das Mädchen auf einem Video, das sie am Sonntagabend (22.) Ortszeit auf Facebook gepostet hatte.

Die Mukoviszidose ist eine autosomal-rezessive vererbte Stoffwechselerkrankung. Bei Menschen mit dieser Erkrankung ist durch die Fehlfunktion von Chloridkanälen die Zusammensetzung aller Sekrete exokriner Drüsen verändert, der Wassergehalt des Bronchialsekrets sowie der Sekrete der Bauchspeicheldrüse, der Leber (Galle), inneren Geschlechtsorgane und akzessorischen Geschlechtsdrüsen sowie des Dünndarms sind zu niedrig und werden zähflüssig, wodurch es in den betroffenen Organen zu Funktionsstörungen unterschiedlicher Art kommt. Während noch vor zwei Jahrzehnten viele Patienten mit Mukoviszidose schon im Jugendalter verstarben, besteht heute aufgrund der sich stetig verbessernden Therapiemöglichkeiten eine gute Chance, das 4. Lebensjahrzehnt zu erreichen. Die Lebenserwartung liegt heute bei etwa 35 Jahren.

Valentina beklagt in dem Video, dass ihr älterer Bruder Mike im Alter von sechs Jahren an der gleichen Krankheit gestorben war. Vor einem Monat starb einer ihrer besten Freunde im Krankenhaus. Sie betont ihre Müdigkeit nach Jahren des Kampfes, ohne zufriedenstellende Ergebnisse . „Es sind schon 14 Jahre des Kampfes -Tag für Tag“. Eine Organtransplantation lehnt Valentina ab, weil es keine Gewissheit gebe, dass sie die Operation überlebe. In Chile ist Sterbehilfe nicht erlaubt. Die Pressestelle von Präsidentin Bachelet hat bestätigt, dass Valentina eine offizielle Antwort erhalten wird.

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Update 27. Februar

Chiles Präsidentin Bachelet hat Valentina am Samstag (28.) über eine Stunde in einem Krankenhaus in Santiago besucht, darauf hingewiesen, dass eine Sterbehilfe gesetzlich nicht möglich sei und der Wunsch mit einer Spritze getötet zu werden deshalb nicht in Betracht komme. Emotionale und psychologische Unterstützung und medizinische Behandlung, welche die Lebensbedingungen verbessern, wurden angeboten. Gleichzeitig wies das Ministerium für Gesundheit darauf hin, dass Valentina die medizinische Behandlung verweigern könne. Demnach erlaubt das Gesetz, dass auf Wunsch des Patienten oder dessen Vormunds die Einnahme von lebensverlängernden Medikamenten eingestellt wird.

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  1. 1
    Nette H. Brinkmann

    Auch in Chile muß gespart werden, auch an den Kosten für Krankenbehandlung. Da kann Sterbehilfe ganz erheblich Kosten sparen. Seit in dem US-Bundesstaat Oregon das Selbst-Mord-Gesetz durch ist, werden die Kosten für die Behandlung beispielsweise von AIDS und Krebs nicht mehr übernommen. Aber die Todespille wird sofort bezahlt. Sterbehilfe als Mittel der Sozialpolitik. So deutlich sagt man das selbstverständlich nicht. „Junges Mädchen“, „familiäres Drama“, „schweres Leiden“, tränenreich und medienwirksam inszeniert, so werden die Themen unter die Leute gebracht.

  2. 2
    Nette H. Brinkmann

    Sowenig wie bei B. Maynard in Oregon geht es hier um das Mädchen. Es geht um inszenierte Propaganda für die Tötung von Kranken. Auch die vor kurzem in Deutschland von der Hamburger Staatsanwaltschaft angeklagten Kusch&Spittler haben ausdrücklich erklärt, dass sie zwei Frauen getötet haben, allein aus dem Grund, ein Strafverfahren zu erreichen, das sie für ihre propagandistischen Zwecke, der Werbung für Sterbehilfe, nutzen wollen. Man sollte uns nicht für dumm verkaufen. Es gibt Demonstrationen GEGEN Sterbehilfe. Die Leute gehen auf die Straße mit Plakaten, auf denen steht: „EuthaNAZI, Nein Danke“. (mehr dazu im Internet unter diesem Stichwort).

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