Getöteter Schüler in Venezuela: Zehntausende beim „Marsch für den Frieden“

marsch

Tausende marschieren in San Cristóbal (Fotos (MUD)
Datum: 01. März 2015
Uhrzeit: 01:53 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
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Am Samstag (28.) haben in ganz Venezuela Zehntausende ihre Empörung über den Mord an dem 14-jährigen Schüler Kluibert Roa zum Ausdruck gebracht. Alleine in San Cristóbal (Bundesstaat Tachira) zogen Tausende friedlich demonstrierend an der Stelle vorbei, wo ein Polizist der Nationalegarde den Minderjährigen mit einem Kopfschuss regelrecht hingerichtet hatte. Fast zeitgleich unterzeichneten in der Hauptstadt Caracas Tausende Menschen eine „Nationale Vereinbarung für den Übergang“. Am 11. Februar hatten die Oppositionspolitker Maria Corina Machado, Antonio Ledezma und Leopoldo López bereits diese als Grundstein bezeichnete Forderung für einen dringende, friedliche und demokratische Verfassungsänderung unterschrieben – Ledezma wurde deswegen verhaftet und in das Militärgefängnis „Ramo Verde“ überführt. Die Opposition wies darauf hin, dass die Petition auch online unterzeichnet werden kann. Landesweit sollen bereits mehr als 800.000 Unterschriften für den Übergang gesammelt worden sein.

verfassung

Präsident Maduro hatte am Samstag eine globale Rebellion gegen den US-Imperialismus und dessen Einmischung in die Hoheitsgebiete fremder Staaten gefordert. Während einer Rede gab er die Reduzierung des US-Botschaftspersonals von 100 auf 17 in der diplomatischen Vertretung in Caracas bekannt. Gleichzeitig kündigte er eine Reihe diplomatischer Aktionen gegen die „Interventionspolitik“ der Regierung der Vereinigten Staaten (USA) an. Maduro betonte die Schaffung einer „Verbotsliste“ für politische Führer der USA – in Reaktion auf die Liste des US-Kongresses, der etwa 100 venezolanische Regierungsbeamte für ihre Verletzungen der Menschenrechte Visa entzieht und deren Vermögenswerte in den USA einfriert. In die Liste des „Terrorismus“ sollen unter anderem der frühere US-Präsident George W. Bush, Ex-Vizepräsident Dick Cheney, der ehemalige CIA-Chef George Tenet, die Kongressabgeordneten Bob Menendez, Marco Rubio, Mario Diaz Balart und Ileana Ros-Lehtinen aufgenommen werden.

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Gleichzeitig wurde deutlich, dass Maduro selbst bei den Parteigenossen an Zustimmung verliert. Konnte der verstorbene Präsident Hugo Chávez noch die Massen begeistern, ließen die Chavistas beim „Imperialistischen Marsch zur Unterstützung für die Bolivarische Revolution“ Maduro im Stich. Auf den Straßen der Hauptstadt Caracas fanden sich lediglich ein paar Tausend in rot gekleidete Genossen ein, obwohl die Teilnahme wie immer Pflicht war.

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  1. 1
    Loami Merendez

    Kann ich nur bestätigen. Herrschte zu Chavez-Zeiten immer ein Verkehrschaos, waren die roten Teufel heute nur ein beklagenswertes Häufchen.

  2. 2
    Martin Bauer

    Nach meiner Beobachtung konnte Chávez Massen nur bis zu den von ihn angeordneten Massakern in 2002 begeistern. Danach wurde den allermeisten übel, wenn die zynisch grinsende Visage dieses Massenmörders und Milliardendiebes im Fernsehen auftauchte.

  3. 3
    Inge Alba

    Egal, wie auch immer, Hauptsache die Menschen gehen nun los. Je mehr Einreiseverbote der Irre aus Miraflores gegen Auslänmder einführt, desto besser, die Welt benötigt diese Massnahmen um mal aufzuwachen.
    Wäre wünschenswert, wenn auch in CCS. sich ein paar mehr entschliessen könnten um dem Jungen Kuibert zu gedenken.
    Aber ich glaube, so langsam geht dem Irren die Puste, sprich Freundschaft vieler „roten Staatslenker“ flöten, man merkt es, einige sind sich am distanzieren. Mach weiter so Maduro, bald geht überhaupt nichts mehr!!

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