Lateinamerika: „Medienkrise“ erreicht Brasilien

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Internet und digitale Medien setzen die Printmedien unter Druck (Foto: oglobo)
Datum: 01. März 2015
Uhrzeit: 11:47 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
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Seit 2012 spricht man in Europa und den Vereinigten Staaten von einer Medienkrise. Die Erlöse auf dem Print-Anzeigenmarkt sinken, deswegen hatten Verlage Zeitungen ganz geschlossen oder zumindest angekündigt, Arbeitsplätze abzubauen oder umzustrukturieren. Diese Krise macht sich laut der Journalistenvereinigung „Federación Nacional de los Periodistas“ (Fenaj) nun auch immer stärker im größten Land Lateinamerikas bemerkbar, ein Restrukturierungsprozess hat in Brasilien bereits 2013 begonnen und setzt sich zu Beginn des laufenden Jahres fort.

Die Fenay vertritt 31 Gewerkschaften in diesem Sektor und berichtete am Samstag (28.) von „Massenentlassungen“ bei großen und kleinen Medien in verschiedenen Bundesstaaten. Diese Entlassungen seien keine Einzelfälle, sondern eine gemeinsame und organisierte Praxis der Unternehmen. Fenay erwähnt die Grupo Abril, ein brasilianisches Medienunternehmen und das größte Verlagshaus in Südamerika. Der Konzern hatte im Jahr 2013 einen Restrukturierungsprozess angekündigt, schloss mehrere Publikationen und feuerte mehr als hundert Journalisten.

Die Zeitung O Globo, Zeitungs-Flaggschiff des Medienkonzerns Organizações Globo und eine der größten Zeitungen des Landes, wird im Rahmen einer Restrukturierung des Unternehmens 160 Mitarbeitern in diesem Jahr kündigen. „Die Krise begann im Jahr 2008 in den USA und Europa und muss nun bei uns gelöst werden“, teilte Celso Schröder,Präsident der Fenaj, in einem Interview mit. Die regionalen Journalistenverbände sprechen von einem radikalen Wandel, Internet und digitale Medien setzen die Printmedien immer mehr unter Druck. „Wir brauchen dringen einen Paradigmenwechsel und die Zeitungsindustrie muss auf die Bedürfnisse dieser Veränderungen reagieren“, fordert Renato Zaiden, Präsident der Verbandes der Zeitungen von São Paulo.

Die Medienkrise in Brasilien macht auch vor den Internetportalen nicht Halt. Die spanische Telefonica-Tochter „Terra Networks“, ein vor allem im spanischsprachigen Raum aktives Internet- und Computerunternehmen, hat in den letzten Monaten des vergangenen Jahres 128 seiner Mitarbeiter in Porto Alegre und São Paulo entlassen. Grund soll unter anderem ein starker Rückgang bei den Werbeanzeigen sein.

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  1. 1
    Sascha Blodau

    Es ist immer öfter die Rede davon, das Jornalisten der großen Verlagshäuser dafür bezahlt werden, um die Interessen der mächtigen Konzerne in ihren Berichten zu vertreten. Wer nach der Wahrheit sucht ist bei den Printmedien in den letzten Jahren wohl immer schlechter beraten. Wem wunderts das da immer weniger Leute eine Zeitung kaufen.

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