Nicaragua: Regierung erhöht Mindestlohn auf 176,4 US-Dollar

Datum: 01. März 2015
Uhrzeit: 12:22 Uhr
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Autor: Redaktion
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Die Regierung von Nicaragua hat den Mindestlohn im zentralamerikanischen Land für die nächsten 12 Monate auf 4.729 Córdobas (176,4 US-Dollar) festgesetzt. Die ist eine Steigerung von 10,98% gegenüber dem Jahr 2014. Nach Angaben des nicaraguanischen Ministeriums für Arbeit findet der Anstieg in zwei Phasen statt: 5,49% ab dem 1. März und ebenfalls 5,49% ab dem 1. September. Vom Anstieg werden demnach rund 251.000 nicaraguanische Arbeiter profitieren, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor. Die Regierung von Präsident Daniel Ortega projizierte für 2014 ein Wachstum zwischen 4% und 4,5% des Bruttoinlandsprodukts (BIP), offizielle Ergebnisse gab Managua noch nicht bekannt. Nach offiziellen Angaben schloss das Vorjahr mit einer Inflation von rund 6,43%.

Im Human Development Index der Vereinten Nationen belegte Nicaragua 2014 Platz 132. 42,5 % der Bevölkerung leben in Armut (2 Dollar oder weniger pro Tag), die Analphabetenrate liegt bei über 15-Jährigen bei 22%. Nicaragua ist noch immer von der Entwicklungszusammenarbeit der internationalen Gemeinschaft sowie den Überweisungen der im Ausland lebenden Nicaraguanern an ihre Familien abhängig. Schätzungsweise ein Drittel des nationalen Haushalts steuern ausländische Geber jährlich bei, wobei die Tendenz (sowohl auf bilateraler als auch auf multilateraler Ebene) rückläufig ist. Insgesamt hat die internationale Entwicklungszusammenarbeit 2013 zum Vergleichszeitraum 2012 um 46,3 Millionen auf 565,4 Millionen US-Dollar abgenommen. Aufgefangen wird diese Entwicklung zumindest teilweise durch Hilfen aus Venezuela, das insbesondere im Rahmen von „Petrocaribe“ verbilligtes Erdöl zur Verfügung stellt, dass Nicaragua jährlich 500 – 600 Millionen US-Dollar einbringt.

Insgesamt befindet sich die Wirtschaftsleistung Nicaraguas heute noch immer unter dem Niveau, das sie vor der Revolution von 1979 erreicht hatte. Hauptursachen dieses Niedergangs waren der Bürgerkrieg und die verfehlte Wirtschaftspolitik der 1980er Jahre, Naturkatastrophen, Korruption sowie die Schwankungen der Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt. Die Auslandsverschuldung konnte in den letzten Jahren nicht abgebaut werden und lag 2013 bei 84,3% des BIP.

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