Panama: Ngäbe-Buglé halten Barro Blanco-Staudamm auf

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Die Ngäbe-Buglé sind um die Natur, ihre Kultur und ihr Überleben besorgt (Foto: Campaña Tabasará Libre)
Datum: 04. März 2015
Uhrzeit: 17:33 Uhr
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Autor: Redaktion
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Seit Jahren wehren sich die indigenen Ngäbe-Buglé in Panama gegen den Barro Blanco-Staudamm. Nach Berichten der Nichtregierungsorganisation „Rettet den Regenwald“ hat die Umweltbehörde ANAM nun die Baustelle für das Wasserkraftwerk bis auf weiteres stillgelegt. Auch die staatseigene deutsche KFW-Bank ist betroffen. Deren Tochter DEG finanziert Barro Blanco mit mehreren Millionen Euro.

Die Regierung des zentralamerikanischen Landes hat die Einstellung der Bauarbeiten am umstrittenen Barro Blanco-Staudamm angeordnet. Das gab die Kanzlerin und Vizepräsidentin des Landes, Isabel Saint Malo, auf der Pressekonferenz einer Regierungskommission am 9. Februar 2015 bekannt. Der Grund: Das Staudammprojekt verstoße nach Angaben der Umweltbehörde ANAM gegen das geltende Recht. Bei den Bauarbeiten in der Provinz Chiriqui sollen die Umweltverträglichkeitsstudien nicht eingehalten worden sein. Zudem würden wichtige archäologische Reste von dem Stausee überflutet werden.

Eine Inspektion von Regierungsfunktionären konstatierte, dass die Firmen Generadora del Istmo S.A. (Genisa) und Hidráulica San José S.A. im Gelände fast beliebig die Vegetation roden sowie große Mengen an Erdreich und Gestein bewegten, Erosion und das Einschwemmen von Sedimenten in den Fluss verursachten sowie gefährliche Stoffe nicht ordnungsgemäß behandelten.

Die indigenen Ngäbe-Buglé, die im Projektgebiet leben, wehren sich schon seit Jahren gegen das Vorhaben. Teile ihres Landes entlang des Tabasará-Flusses würden im Stauwasser versinken, zusammen mit einer Siedlung und Schule. Eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen hatte bereits 2013 kritisiert, dass die Indigenen nicht ausreichend über das Projekt informiert und konsultiert worden waren. Das Leben und die Kultur der Ngäbe-Buglé ist eng mit dem Fluss und der Natur verbunden.

Der Arbeitsstopp stellt erneut die Entwicklungspolitik der deutschen Regierung bloß. Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) finanziert das Projekt trotz internationaler Kritik mit mehreren Millionen Euro über ihre Tochterbank DEG. Zu den geschätzten Baukosten von 78 Millionen US-Dollar steuern die DEG, die ebenfalls staatliche niederländische Entwicklungsbank FMO sowie die Zentralamerikanische Bank für Ökonomische Integration (BCIE) insgesamt 25 Millionen US-Dollar bei.

Rettet den Regenwald, Urgewald und andere internationale Organisationen haben zusammen mit Umweltschützern und Menschenrechtlern aus Panama wiederholt die Einstellung des Projekts und dessen Finanzierung durch die Banken gefordert.

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