Lateinamerika: Umweltkatastrophe in Chile

feuer

Waldbrände in Naturschutzgebieten ausgebrochen (Foto: Twitter)
Datum: 24. März 2015
Uhrzeit: 20:15 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Hajo Bentzien, Chile (Leser)
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Zur Zeit verbrennen große Teile des ungewöhnlichen Naturerbes im Biosphärenreservat der Araukania im Süden von Chile – besonders die nur noch hier wachsenden Jahrtausende alten Araukarien. Angesichts der jüngsten ungewöhnliche Hitze und Trockenheit in ganzen Land und besonders in der Region Araukania sind verschiedene Waldbrände in Naturschutzgebieten ausgebrochen, und zwar innerhalb der Gemeinden Curacautín, Lonquimay und Melipeuco. Gemeinden, die Teil dieses weltweit einzigartigen Biosphärenreservates mit ihren Vulkanen, Seen und jahrtausendealten Naturwäldern sind. In der Reserva Nacional „China Muerta“ brennen über 3.700 Hektar, im weltbekannten Nationapark Conguillio bereits 6 Hektar, in der Reserva Nacional Nalcas 70 Hektar, und im Sektor Chilpas im Nationalpark Tolhuaca ist ebenfalls ein Feuer ausgebrochen. Was genau abläuft, bleibt den Anwohnern weitgehend verschlossen. Teilweise herrscht hier Nachrichtensperre.

Allgemein wird der Eindruck erweckt, dass sich die regionalen und nationalen Behörden nicht genügend kümmern und vor allem internationale Hilfe ablehnen. In den sozialen Netzwerken gibt es hunderte von Kommentaren dazu, wo die Bevölkerung ihre Besorgnis ausdrückt, ihre Hilfe anbietet, Vorschläge unterbreitet, wo man Hilfsmittel bekommen könnte. Aber merkwürdigerweise wird das von den Behörden alles abgelehnt. So sieht es jedenfalls für die Beobachter aus. Beispielsweise ist die regionale Regierung wohl irgendwie nicht in der Lage, die Region zum Katastrophengebiet zu erklären und dementsprechende Maßnahmen einzuleiten. Nicht nur die Anwohner wundern sich sehr über dieses Verhalten – abgesehen von der großen Sorge um die Zerstörung der einzigartigen Natur.

In Temuco, der Regionalhauptstadt der Araukania, fand heute eine Pressekonferenz statt, wo einige Betroffene – Bürgermeister einer Gemeinde, Tourismusvertreter und direkt betroffene Anwohner – sehr deutlich ihren Ärger, ihre Angst und auch ihr völliges Unverständnis zum Ausdruck brachten, warum die derzeitige Regierung diese Naturkatastrophe nur so halbherzig zu Kenntnis nimmt und ganz offensichtlich den Einsatz von externen Spezialisten und vernünftigem Material blockiert.

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