Irsinnspolitik in Venezuela: Fisch ebenso knapp wie Toilettenpapier

fische

Datum: 29. März 2015
Uhrzeit: 20:05 Uhr
Ressorts: Leserberichte
Leserecho: 8 Kommentare
Autor: Vinicius Love, Caracas (Leser)
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Anhaltend tiefe Ölpreise lassen die Wirtschaft Venezuelas immer tiefer in die Krise abrutschen. Ein Ausweg aus der Misere ist trotz inzwischen Quarteilweiser Milliardenhilfen aus China nicht in Sicht. Nachdem der hohe Ölpreis lange Jahre die verheerende Wirtschaftspolitik von Maduros Vorgänger Hugo Chávez vertuscht hatte, zeichnet sich der gescheiterte „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ durch leere Regale in allen Supermärkten des Landes aus. Inzwischen ist Fisch ebenso knapp wie Toilettenpapier und viele andere Güter, wie Milch, Duschgel oder Waschmittel.

Venezuelas regierender Ex-Busfahrer spricht von Wirtschaftskrieg – um damit das Versagen seiner Irsinnspolitik zu vertuschen. Wie die Realität im Land abseits linker/kommunistischer Propaganda-Gazetten aus dem Ausland ausschaut, erklärte der Verband der Hersteller und Vertreiber von Meeresfischen am Sonntag (29.) eindrücklich.

Laut Juan Marrero, Präsident des Verbandes, haben hohe Preise und Knappheit dazu geführt, dass in Caracas und innerhalb des Landes mehr als 50 große Fischhändler ihre Läden und Märkte geschlossen haben. Die Fische und Meeresfrüchte in den Gewässern rund um das südamerikanische Land sind allerdings nicht ausgestorben. Laut Marrero wurden sie von der „roten Flut“ verschluckt. Im Klartext: da die einheimische Währung nicht einmal das Papier wert ist, auf das sie gedruckt wird, verkaufen die Fischer ihren Fang bereits auf hoher See an ausländische Händler – und dies zu harten US-Dollars.

„Obwohl wir das Meer vor der Haustüre haben, ist Fisch zu essen in Venezuela inzwischen ein Luxus, den sich wenige leisten können“, so Marrero. Laut der Hausfrau Ana Carpio herrscht inzwischen landesweit ein Mangel an Fisch. „Ich war gestern auf der Isla de Magarita und auch dort ist es das gleiche. Kein Fisch auf den Märkten und höchstens in Restaurants, wo man teuer bezahlen muss. Die Armen können nicht einmal eine Pastete aus Katzenhai essen. Während der Karwoche muss der Großteil der Venezolaner auf Fisch verzichten und Maismehl und Carato de Arroz (Reisgetränk) essen“.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Hombre

    man sieht selbst sowas kann einen Venezolaner nicht aus der Ruhe bringen…

    ein Volk wie aus einem „linken Lehrbuch“ unbegreiflich!

  2. 2
    Venezuela

    „Während der Karwoche muss der Großteil der Venezolaner auf Fisch verzichten und Maismehl und Carato de Arroz (Reisgetränk) essen”.“
    auch hier könnte es eng werden

    • 2.1
      Martina

      Ja, aber was würde Maduro dazu sagen? Natürlich alles das, nur weil man eine Revolution gegen ihn anzetteln will. Oder einfacher ausgedrückt könnte er auch sagen. „Man sieht, wie regulativ der Sozialismus ist, er läßt nicht zu, dass es Übergewichtige gibt.“ Vielleicht habe ich ihn auch zu intelligent dargestellt.
      Prima begründet.

  3. 3
    Es wird immer enger (Martina)

    Was sind das für Zustände? Ich glaube, auch in anderen Latino-Ländern würden die Bewohner so etwas hinnehmen, unglaublich, wie geduldig Latinos sind. Wenn Sie in Panama anstehen, wird einfach nicht bedient, es wird weiter gequatscht. Und das erstaunliche: Niemand regt sich auf. Oft genug warten die Leute geduldig an der Fleischtheke, teilweise werden sie gar nicht bedient und gehen einfach weiter. Ist das normal? Ich kann mich damit nicht abfinden.
    Martina

  4. 4
    Martin Bauer

    Klar, auf den ABC Inseln wird in Dollar bezahlt. Aber viele Fischer benutzen eh nur als Tarnung für einträglichere Geschäfte, wie Schmuggel von Drogen und Treibstoff, sowie Piraterie.

  5. 5
    Unfähige Latinos?

    Warum gibt es eigentlich soviele Skandale in Lateinamerika. Da fragt man sich, ob der Unfähigkeit, ob die Latinos überhaupt in der Lage sind, normale Regierungen auf die Füsse zu stellen? Bisher war da noch nichts oder sagen wir mal Bemerkenswertes positives.

    Kaum ein Land in Lateinamerika, in dem es nicht Skandale gibt. Ich könnte ja gehässig sein und sagen, da stecken die spanischen Gene drin, denn ich lebe seit 35 Jahren in Spanien und Lateinamerika, ich kenne vieles, aber es ist für Aussenstehende schwierig, sich da hereinzudenken, Deutsche wissen zudem immer alls noch viel besser.

    Aber eine solche Behauptung bringt nur böses Blut. Der bemerkenswert einfache, aber sehr zutreffende Kommentar von bambule sei in Auszügen zur Erinnerung nochmal modifiziert widergeben, denn er passt auf die Latinos: Chavez hat den Niedergang langsam aber sehr sicher über Jahre hinweg eingeleidet, er ist der Totengräber Venezuelas.

    Die Verstaatlichungen waren der Anfang vom Unsinn, der Devisenmangel war die Folge , die ungebremste Riesenkorruption, das Koffergeld ins sichere Ausland. Chaves und auch Masduro haben das Pleiteland Cuba mitfinaziert. Wie ein Volk dem noch zugestimmt hat, bleibt wohl ein Rätsel dieser Epoche.

    Der busfahrer hat von überhaupt nichts eine Ahnung, solche Dummköpfe brauchen auch keine Berater, aiw wissen alles besser. Dazu unfähige Minister, Vetternwirtschaft, alles nur Parasiten, die sich die Taschen voll stecken. die Taschen vollstecken.

    Es wird viele, viele Jahre dauern, bis VZ wieder einigermassen lebenswert wird. Die eingewanderten Ausländer und auch viele Einheimische, man schätzt die Zahl auf rund eine Million, sind längst ausser Lamdes, die Elite wird nicht gefragt, MasDuro weiss das alles besser, ist teilweise auch schon davon gelaufen, Tausende gehen über die Grenze an Kolumbien (ob es da besser ist?).
    Gruss aus CR Hannes

  6. 6
    Hombre

    Grüsse aus Kolumbien…natürlich ist es besser in Kolumbien!

    und ein besserwisser aus D hat sicher in kürze seine Probleme, wenn er sich nicht mit deren Kultur arrangiert und den Menschen dort auf Augenhöhe begegnet. Die stehen nämlich einem vermeintlich klügeren aus D in nichts nach…

  7. 7
    Hombre

    Wo wohnst Du denn in Kolumbien?
    Kann man vielleicht mal was ausauschen?
    muller.martina@objectmail.com
    Gruss Martina

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